Hallo Freunde

Hier findet ihr hunderte Gute Nacht Geschichten, die ich für euch zum Vorlesen oder selber schmökern geschrieben habe. Egal, ob ihr etwas mit Prinzessinnen, Kindern, Tieren, Cowboys, Weltraumabenteuern oder anderen spannenden Geschichten sucht, hier werdet ihr bestimmt etwas Passendes finden.

Solltest du einmal keine passende Geschichte zu einem Thema deiner Wahl gefunden haben, dann entschuldige ich mich jetzt schon dafür. Um dir so schnell wie möglich deine Wunschgeschichte nachzuliefern, melde dich einfach bei mir. Ich schreibe nämlich auch „auf Bestellung“. Alles Weitere dazu findest du hier.

In dieser Sammlung befinden sich derzeit:
633 Geschichten, 6 Podcasts, 31 Hörgeschichten
und es kommen regelmäßig Neue hinzu. Sie sind alle im Inhaltsverzeichnis nach Kategorien sortiert, damit du schneller findest, was du gerade suchst.
Und nun viel Spaß beim Lesen.

Der Marco


Neueste Geschichte: 633. Der gestresste Osterhase

Neue Hörgeschichten (gelesen von Alex Frost):
Das Luftschloss
In der dunklen Höhlenwelt

Update: Dienstag, 17. April 2018

 

 

Die dunkle Höhlenwelt (Hörgeschichte)

Die dunkle Höhlenwelt oder „Papa, woher kommen die Blitze?“
gelesen von Alex Frost

(c) 2018, Marco Wittler und Alex Frost

Und hier die Geschichte zum Lesen.

Das Luftschloss (Hörgeschichte)

Das Luftschloss oder „Papa, woher kommt der Regen?“
gelesen von Alex Frost

(c) 2018, Marco Wittler und Alex Frost

Und hier die Geschichte zum Lesen.

Papa erklärt die Welt – Hörgeschichten

Im Projekt „366 Geschichten für ein ganzes Jahr“ gibt es eine neue Hörspielreihe.
Die Geschichten der Serie „Papa erklärt die Welt“ gibt es nun auch zum Hören. Gelesen werden sie von Alex Frost, der ihnen seine warme Stimme leiht.

In der Serie geht es um die kleine, neugierige Sofie, die sich brennend für die Welt, in der sie lebt, interessiert. Ständig sieht, hört oder entdeckt sie Neues. Dann fragt Sofie Papa große Löcher in den Bauch, der ihr passende Erklärungen in Form einer Geschichte liefert. Ob er dabei aber immer bei der Wahrheit bleibt oder manchmal auch ein wenig flunkert, entscheidest du beim Hören selbst.

01) Das Luftschloss
02) Die dunkle Höhlenwelt

633. Der gestresste Osterhase

Der gestresste Osterhase

Es war der Samstag Abend vor dem Osterfest. In seinem tiefen Bau unter einem großen Kornfeld bereitete sich der Osterhase auf seine große Aufgabe vor. Es war mal wieder an der Zeit, die Ostereier in allen Gärten der Welt zu verteilen.
Aufgeregt öffnete er sein Lager und bekam übergroße Augen.
»Was? So viele Eier? Wo kommen die denn alle her? So viele waren das doch noch nie.«
Der Osterhase erschrak und war wie erstarrt. »Wie soll ich die denn alle in nur einer einzigen Nacht verstecken? Das schaffe ich auf keinen Fall.«
Verzweifelt dachte er darüber nach, sich in seinem Schlafzimmer zu verstecken, die Tür abzuschließen und den Schlüssel zu essen. Doch das würde sein großes Problem nicht lösen. Die Kinder in unzähligen Ländern freuten sich bestimmt schon sehr darauf, Morgen in der Früh Eier suchen und finden zu können.
Der Osterhase ging zurück in sein Büro. Dort checkte er noch einmal seine Arbeitsliste.
»Tatsächlich. Dieses Jahr sind es viel mehr Kinder als früher. Und ich muss dieses Mal in Ländern arbeiten, die ich früher nie besucht habe. Ostern wird immer beliebter. Ach du grüne Neune. Ich brauche ganz dringend Hilfe.«
Er nahm sein Telefon zur Hand und wählte die Nummer vom Boss.
»Hallo Boss. Ich bin es.«, meldete er sich und entschuldigte sich auch sofort. »Es tut mir leid, dass ich dich stören muss, aber ich habe ein riesiges Problem und weiß nicht was ich machen soll.«
Schnell beschrieb er, was auf ihn wartete, was er alles zu erledigen hatte und hoffte, der Boss würde eine schnelle Lösung finden.
»Ist kein Problem.«, antwortete der Boss nach einer kurzen Bedenkzeit. »Mir fällt da schon was ein. Warte einfach, bis ich mich wieder melde. Ich muss mich mit meinen anderen Leuten besprechen.«
Der Osterhase seufzte erleichtert. Er fühlte sich schon ein wenig besser, auch wenn er noch nicht wusste, was nun geschehen würde. Gespannt setzte er sich in seinen Sessel und wartete.

Eine halbe Stunde später klopfte es an der Eingangstür. Neugierig öffnete der Osterhase und sah sich dem Weihnachtsmann gegenüber.
»Hallo Boss. Du bist ja persönlich gekommen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie mich das freut. Zu zweit werden wir bestimmt schneller fertig.«
»Zu zweit?«
Der Weihnachtsmann blickte grinsend über seine Schulter.
»Kommt rein, Leute. Es gibt viel zu tun und wir haben nur eine Nacht Zeit.«
Dann wandte er sich wieder em Osterhasen zu.
»Ich habe das komplette Team mitgebracht. Das wird ein Kinderspiel.«
In den nächsten Augenblicken betraten er, Knecht Ruprecht, die Weihnachtswichtel, Mutter Natur, Väterchen Frost, das Christkind, den Wetterfrosch, die Zahnfee und natürlich Rudolf und seine Rentiertruppe. Sie alle waren mit großen Säcken bewaffnet, die sie schon bald mit Eiern befüllt hatten. Dann machten sie sich in alle Himmelsrichtungen auf, um ihre wertvolle Fracht in den Gärten der Welt zu verstecken.
Als der Osterhase schließlich das letzte Ei unter einem kleinen Busch legte, seufzte er glücklich und zufrieden. Ohne die Hilfe seiner Kollegen hätte er es nicht geschafft.

(c) 2018, Marco Wittler

 

Zum Thema Ostern haben sich auch noch andere Blogger ihre Gedanken gemacht. Schau doch einfach mal bei ihnen rein.

Mit dabei sind diesesmal

Mit dabei sind diesmal:
19.03. – Marion ** 20.03. – Tatjana ** 21.03. – Marco ** 22.03. – Jacky ** 23.03. – Perdita ** 24.03. – Tina B. ** 25.03. – Christina F. ** 26.03. – Sybille **
27.03. – Annette **

Hinweis: Die Links funktionieren erst am Erscheinungstag ab 8.00h 😉

632. Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

In einem riesig großen Saal war es still – mucksmäuschenstill. Kein Laut war zu hören. Das einzige Geräusch, dass die Stille regelmäßig durchbrach, war das leise Ticken eines kleinen Weckers in der hinterletzten Ecke auf einem Tisch. Der restliche Saal war mit unzähligen kleinen Betten belegt, in denen jeweils jemand tief und fest schlief.
Mitten in der Nacht war es plötzlich mit der Ruhe vorbei. Der Wecker klingelte. Zuerst war er noch ganz leise, aber schnell wurde er lauter und lauter, bis einem fast die Ohren geplatzt wären.
Aus dem Bett, das dem Tisch am nächsten stand, kam langsam eine Hand hervor. Sie tastete sich zum Wecker vor, suchte nach einem Schalter und betätigte ihn. Sofort kehrte wieder Ruhe ein.
»Ich kann es gar nicht glauben. Ist es wirklich schon so spät?«
Zwei müde Augen wurden ausgiebig gerieben und starrten dann verschlafen zuerst auf das Ziffernblatt, dann auf einen Kalender, der an der Wand dahinter hing.
»Tatsächlich. Es ist so weit. Wir müssen aufstehen. Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit.«
Die warme Decke wurde achtlos zur Seite geworfen. Hastig zog sich einer der Schläfer seine Sachen an. Dann griff er zu einer Trillerpfeife, die unter seinem Kopfkissen gelegen hatte und blies kräftig hinein.
»Los! Aufwachen! Aufstehen! Jetzt ist keine Zeit mehr zum Schlafen. Wir sind spät dran – vielleicht sogar schon zu spät. Das liegt ganz bei euch. Also legt euch ins Zeug und beeilt euch, damit wir nicht die gleichen Probleme bekommen, wie beim letzten Mal.«
Lautes Gähnen machte sich in dem großen Saal breit. Dann standen sie alle gleichzeitig auf und zogen sich an. Müde schlurften sie nacheinander ins Bad, putzten sich die Zähne, wuschen sich die Gesichter und machten sich bereit, ihre Behausung zu verlassen.
Ihr Anführer stand schon am Ausgang bereit. Er hatte sich schon vor dem großen Schlafen einen narrensicheren Plan zurecht gelegt. Dieses Mal würde nichts schief gehen. Dieses Mal würden sie es schaffen. Da war er sich ganz sicher.
»Aufstellung nehmen!«, brüllte er wie ein Offizier, der seine Soldaten antrieb.
»Wir starten in wenigen Augenblicken.«
Er warf einen letzten Blick auf seinen Wecker, zählte die verbliebenen Sekunden herunter und gab schließlich das Kommando, dass jeder seinen Ausgang öffnen sollte.
»Ab jetzt ist jeder auf sich allein gestellt. Ihr wisst, worauf es ankommt und wo wir uns hoffentlich heil und unversehrt wieder zusammen finden.«
Der Anführer kletterte zuerst durch die Deckenluke ins Freie, dann folgten ihm die anderen. Verwirrt sah er sich um. Sonne? Sonnenschein? Jetzt schon? Es war doch noch viel zu früh dafür. Es sollte doch noch mitten in der Nacht sein. Was war denn jetzt schon wieder passiert?
Er sah zurück auf seinen Wecker und stellte fest, dass dessen Zeiger sich viel zu langsam bewegten.
»Oh, nein. Ich habe vor dem großen Schlaf vergessen, ihn ordentlich aufzuziehen. Jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten.«
Er wandte sich zu seinen Leuten um.
»Bringt euch in Sicherheit! Sofort!«
Aber es war bereits zu spät. Sie waren bereits von den großen Ungetümen entdeckt worden und hörten schon ihre Rufe.
»Juhuu! Endlich ist Frühling!«
Die Ungetüme waren Menschenkinder in einem Kindergarten. Mit großer Begeisterung stürmten sie auf die nahe Wiese und streckten sofort ihre Hände nach den Schläfern aus.
»Blumen! Endlich wieder Blumen!«, freuten sich die Kinder und pflückten die ersten Schneeglöckchen.
»Ich habe es befürchtet.«, erschauerte der Anführer der Schneeglöckchen. »Wir erleiden das selbe schlimme Schicksal, wie in jedem Jahr. Jetzt muss ich mir wieder einen neuen Plan einfallen lassen, um uns erfolgreich im Frühling zu verstecken.«

(c) 2018, Marco Wittler

 

Zum Thema Frühling gibt es in unserer Blogparade noch weitere Beiträge. Klick doch einfach mal rein.

Mit dabei sind diesmal:


12.03. – Sabrina ** 13.03. – Marco ** 14.03. – Annette ** 15.03. – Jacky

Hinweis: Die Links funktionieren erst am Erscheinungstag ab 8.00h 😉

 

631. Ordnung muss sein

Ordnung muss sein

Ella saß in ihrem Kinderzimmer und spielte als Mama herein kam und nach dem Rechten sah.
»Du meine Güte, wie sieht es denn hier aus?«
Ella sah genervt zu Mama und sagte kein Wort. Sie wusste schon, was jetzt kommen würde.
»Dein Zimmer ist ein Schlachtfeld. Hier sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Da bekommt man ja keinen Fuß mehr auf den Boden, ohne sich die Beine zu brechen.«
Das war der Moment, den Ella am meisten hasste. Jetzt würde sie bestimmt wieder ihr Zimmer aufräumen müssen. Dabei fand sie es gar nicht so schlimm. Immerhin wusste sie genau, in welcher Ecke welches Spielzeug lag. Und wenn sie mal zur Toilette musste, konnte sie sich einfach einen Weg zur Tür frei räumen.
»Jetzt ist es erstmal vorbei mit Spielen, mein kleines Fräulein.«, schimpfte Mama weiter. »Jetzt räumst du erstmal auf und sorgst für Ordnung.«
Mama seufzte.
»Manchmal möchte ich wissen, was alles in deinem Kopf vorgeht. Da drin ist es bestimmt genau so unordentlich wie in deinem Zimmer. In deinen Gedanken musst du auch mal Ordnung bringen, sonst wird das mit dem Rest eh nie was werden.«
Dann verschwand Mama wieder in ihre ordentliche Welt des Wohnzimmers und schloss die Tür hinter sich.
Zwei Stunden später öffnete sich die Tür wieder. Mama sah erneut ins Kinderzimmer und seufzte erneut. Es hatte sich nichts verändert. Noch immer war der gesamte Fußboden mit Spielzeugen übersät.
Na ja, eine Sache hatte sich schon verändert. Ella saß nicht mehr inmitten des Chaos und spielte. Stattdessen hatte sie auf ihrem großen, gemütlichen Sessel Platz genommen, die Augen geschlossen und summte leise eine kleine Melodie vor sich hin.
»Was machst du denn da?«, fragte Mama sauer. »Ich dachte du sorgst für Ordnung. Und nun sitzt du nur faul da rum?«
Ella öffnete grinsend die Augen.
»Ich bin nicht faul. Ich sorge gerade für Ordnung in meinen Gedanken. Bevor ich mit meinem Kopf nicht fertig bin, wird das eh nichts mit meinem Zimmer. Das hast du selbst gesagt.«
Dann schloss sie ihre Augen wieder und summte weiter vor sich hin.

(c) 2018, Marco Wittler

Diese Geschichte ist Teil einer Bloggerparade zum Thema „Ordnung“. Jeder teilnehmende Blogger hat sich auf seine eigene Art und Weise Gedanken dazu gemacht und etwas geschrieben. Die anderen Beiträge findest du unter folgenden Links. Klick dich doch einfach mal rein.

Mit dabei sind diesmal:

29.01. – Jacky
30.01. – Sabrina
31.01. – Annette
01.02. – Tina B.
02.02. – Marco
03.02. – Tina J.

630. Karneval ist doof

Karneval ist doof

Amelie stand mit Mama vor dem großen Wandspiegel und besah sich ganz genau von allen Seiten.
»Das kannst du vergessen. Das ziehe ich niemals an. Mich werden alle anderen auslachen.«
Mama seufzte. Seit Stunden standen sie nun im Kostümladen und suchten nach etwas Passendem. Sie hatten mehrere Prinzessinnen ausprobiert, eine Polizistin, Einhörner, Ballerinas und waren nun beim Marienkäfer angekommen. Aber kein einziges Kostüm hatte Amelie bisher gefallen. So langsam hatte Mama das Gefühl, dass ihrer Tochter gar nichts gefallen würde.
»Ich glaube, wir lassen das jetzt. Wir werden heute nichts mehr finden. Vielleicht kommen wir Morgen noch mal wieder. Was meinst du?«
»Morgen? Nochmal? Bist du verrückt? Warum macht man das überhaupt? Ich will kein Kostüm und ich will kein Karneval. Karneval ist doof.«
Amelie zog das Marienkäferkostüm aus und schlüpfte wieder in ihre eigenen Klamotten.
Frustriert ging Mama langsam mit ihrer Tochter Richtung Ausgang. Dabei steuerte sie an möglichst vielen Gängen entlang. Sie hatte die Hoffnung, dass Amelie doch noch ein passendes Kostüm finden würde.
»Doof. Alles Doof. Alles hässlich. Das ist nix für mich.«, kommentierte Amelie alles, was sie sah.
Ein paar Minuten später saßen sie im Auto und fuhren nach Hause.
Aus der Idee, etwas später nach einem Kostüm zu suchen, wurde nichts. Jeden Nachmittag, wenn Mama Amelie fragte, wurde diese nur sauer und verzog sich in ihr Zimmer.
Eine Woche später kam dann das Karnevalsfest. Im Kindergarten wurde am Nachmittag gefeiert. Amelie würde das einzige Kind sein, dass ohne Kostüm kam. Mama hielt mit dem Auto am Straßenrand und ließ ihre Tochter aussteigen.
»Du musst mich nicht zum Eingang bringen. Ich bin schon groß und kann das alleine.«
Grinsend hängte Amelie ihren kleinen Beutel über die Schulter und ließ Mama allein zurück.
»Da bist du ja endlich.« Amelies Freundin Emma wartete schon auf sie. »Wo ist denn dein Kostüm?«
»Hab ich in meiner Tasche. Stell dir vor, meine Mama wollte mich in so albernes rosa Mädchenzeug stecken. Das war so unglaublich uncool. Zum Glück ist Papa heimlich mit mir einkaufen gefahren. Da konnte ich mir was Richtiges aussuchen.«
Amelie lief in die Toilette und zog sich schnell um. Ein paar Minuten später liefen zwei stolze Mädchen als Cowboys durch den Kindergarten und bewiesen den Jungs, dass Mädchen alles machen konnte, was sie wollten.

(c) 2018, Marco Wittler

im Rahmen einer Bloggerparade haben wir zu mehreren Bloggern Beiträge zum gleichen Thema geschrieben. Diese sind in folgender Liste verlinkt. Klick dich doch einfach mal rein.

Mit dabei sind diesmal:

29.01. – Annette
30.01. – Marco
31.01. – Perdita
01.02. – Jacky
02.02. – Tina J.

629. Gute Vorsätze

Gute Vorsätze

Hannah saß in ihrem Zimmer auf dem Boden und war von unzähligen Spielzeugen umringt. Es war fast kein Platz mehr, um ungefährdet hindurch zu gehen. Irgendwann kam Mama herein.
»Du meine Güte. Hier sieht es aber aus. Ein Schlachtfeld ist nichts dagegen. Da muss dringend aufgeräumt werden.«
Hannah seufzte. »Aber ich habe doch schon letztes Jahr aufgeräumt.«
Mama bahnte sich vorsichtig einen Weg zum Bett und setzte sich. »Dann ist es ja ein guter Zeitpunkt, sich zum Jahresanfang einen guten Vorsatz zu machen.«
Hannah sah sie stirnrunzelnd an.
»Das macht man so. Man überlegt sich etwas, das man a dem Jahresanfang in seinem Leben besser machen möchte. Papa will weniger ungesundes Zeug essen, dein Bruder will mehr lernen, um seine Schulnoten zu verbessern und ich will endlich etwas abnehmen. Und du?«
Hannah seufzte und sah sich in ihrem Zimmer um.
»Na gut. Du hast ja Recht. Ich will in Zukunft mein Zimmer aufräumen.«
»Prima.«, freute sich Mama. »Dann fang am Besten gleich damit an.«

Ein paar Stunden später warf Mama wieder einen Blick in Hannahs Zimmer. Sie war sehr verwundert, denn das was sie da sah, hatte sie so nicht erwartet. Überall lag Spielzeug auf dem Boden, auf dem Bett und in jeder Ecke.
»Wolltest du nicht dein Zimmer aufräumen?«
Hannah strahlte über das ganze Gesicht.
»Ja, das wollte ich. Ich habe auf ganz fleißig alles aufgeräumt. So sauber hast du mein Zimmer noch nie gesehen.«
»Und was ist dann passiert?«
Hannah grinste.
»Dann habe ich ein wenig gespielt und schon war es alles wieder unordentlich.«

(c) 2017, Marco Wittler

628. Ein ganzer Tag ‚Prosit Neujahr‘

Ein ganzer Tag ‚Prosit Neujahr‘

Max war unglaublich aufgeregt. Er durfte dieses Silvester nicht nur in der Nacht das Feuerwerk anschauen, er durfte auch das erste Mal in seinem Leben bis in die Nacht wach bleiben. Er war mittlerweile ein großer Junge. Also hatte Mama entschieden, dass er keinen Mittagsschlaf machen oder abends vorschlafen musste.
»Ich kann es kaum noch bis Übermorgen aushalten. Silvester ist für mich der tollste Tag im ganzen Jahr.«, freute sich Max. »Na gut, nach meinem Geburtstag und Weihnachten. Ich liebe das Feuerwerk. Am Liebsten würde ich mir das den ganzen Tag anschauen. Zu blöd, dass es nach einer halben Stunde schon vorbei ist.
In diesem Moment kam Onkel Peter ins Wohnzimmer.
»Du kannst es dir wenigstens mit den anderen anschauen.«, seufzte er. »Ich muss dieses Jahr arbeiten und werde weit weg von Zuhause sein.«
Onkel Peter war Pilot. Ständig war er irgendwo in der Welt unterwegs und brachte Urlauber von einem Land in ein anderes.
»Dieses Jahr wird es besonders anstrengend. Ich fliege mit ein paar Kollegen in 24 Stunden einmal um die ganze Welt. Wir können also einmal pro Stunde ins neue Jahr feiern?«
»Wie geht denn das?«, wollte Max unbedingt wissen.
»Weißt du, die Erde ist eine runde Kugel und dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst. Und weil es nicht in jedem Land die gleiche Uhrzeit haben kann, gibt es unterschiedliche Zeitzonen. Sonst würde es in Amerika mitten in der Nacht hell werden, wenn es bei uns früher Morgen ist. Und so schaffen wir dann 24 Feuerwerke und Neujahrsfeiern an einem Tag. Allerdings schauen wir uns das Ganze nur von oben an. Wenn wir jedes Mal landen würden, wäre die Zeit zu knapp.«
Max Augen begannen zu leuchten. Einen ganzen Tag lang ins neue Jahr feiern, immer und immer wieder. Eine echt coole Sache. Das wäre ein absoluter Traum.
»Darf ich mitfliegen? Ich muss das unbedingt sehen.«
Onkel Peter sah zu Max Eltern, die nur grinsten. Sie wussten genau, dass man Max seine Idee nicht ausreden konnte.
»Na gut. Ich nehme dich mit. Aber du musst immer auf mich hören und darfst im Flugzeug keine Knöpfe anfassen. Versprochen?«
»Versprochen.«
Kurz darauf flogen die beiden als Passagiere bis nach Neuseeland, auf der anderen Seite der Erde.
»Wir werden das erste Feuerwerk verpassen. Aber unser Flieger ist zu groß, um auf einer kleinen Insel im Pazifischen Ozean zu landen. Aber danach sehen wir uns alles an.«
Mitten in der Nacht ging es los. Onkel Peter und seine Kollegen steuerten das Flug über Australien nach Asien, Afrika und Europa. Es ging weiter nach Amerika und wieder zurück über den Ozean nach Neuseeland. Es war ein grandioses Spektakel, immer und immer wieder sehen zu können, wie die Menschen ins neue Jahr feierten.
Max feierte jedes Mal mit und stieß mit einem Saftglas mit Onkel Peter an.

(c) 2017, Marco Wittler

627. Das erste Feuerwerk oder „Papa, warum machen wir eigentlich Feuerwerk?“ (Papa erklärt die Welt 43)

Das erste Feuerwerk
oder »Papa, warum machen wir eigentlich Feuerwerk?«

Es war Silvester. Das neue Jahr stand schon in den Startlöchern und wartete darauf, mit großem Getöse zu beginnen. Sofie stand am Fenster und sah nach draußen in die Nacht. Ständig sah sie auf die Uhr. Es waren nur noch fünf Minuten, bis das Feuerwerk los gehen würde.
»Ich freue mich schon riesig. Ich kann es kaum erwarten, bis das neue Jahr beginnt und der Himmel voller Licht ist.«
Papa gesellte sich zu ihr. »Das stimmt. Feuerwerk ist eine tolle Sache.«
Sofie sah ihn nachdenklich an. »Papa, warum machen wir eigentlich Feuerwerk?«
Papa hielt inne, kratzte sich am Kinn und dachte nach.
»Das ist eine gute Frage. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich erst kürzlich gehört habe. Sie handelt zufällig vom Feuerwerk. Und die werde ich dir jetzt erzählen.«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht.
»Oh ja, eine Geschichte.«
»Und wie fängt eine Geschichte immer an?«, fragte Papa.
Sofie lachte schon voller Vorfreude und antwortete: »Ich weiß es. Sie beginnt mit den Worten ›Es war einmal‹.«
»Ja, das stimmt. Absolut richtig. Also, es war einmal …«

Es war einmal ein schlauer Erfinder, der noch spät am Abend über den Plänen einer neuen Erfindung grübelte. Draußen war es schon dunkel geworden, die Nacht hatte die Erde fest im Griff. Mit ein paar Kerzen hatte sich der Erfinder Licht gemacht, damit er noch eine Weile arbeiten konnte.
Leider war diese Weile nicht ganz so lang, wie er es sich erhofft hatte. Nach und nach wurde es in seiner Werkstatt dunkler. Eine Kerze nach der anderen war aufgebraucht und ihr Licht erlosch.
»Verdammt!«, regte sich der Erfinder auf. »Wie soll ich etwas erfinden, wenn ich nichts mehr sehen kann.«
Schnell warf er einen Blick aus dem Fenster und suchte verzweifelt nach dem Mond und den Sternen, von denen er sich noch ein wenig Licht erhoffte, denn er hatte vergessen, neue Kerzen zu kaufen.
Vom Himmel konnte er sich leider keine Hilfe erhoffen, denn der war von dicken Wolken bedeckt.
»Wie soll ich denn jetzt das Sternenlicht nutzen? Ich brauche ganz dringend ein paar künstliche Sterne.«
Schnell nahm sich der Erfinder Zettel und Bleistift und begann etwas neues zu erfinden. Kurz darauf begann er zu basteln. Er füllte eine alte Klorolle mit Schwarzpulver und Metallstaub und verschloss das Ganze.
»Hoffentlich klappt das.«
Er lief nach draußen, steckte seine Erfindung in den Boden und zündete sie über eine kleine Schnur an. Eine kleine Flamme fraß sich schnell zur Klorolle hinauf. Sekunden später raste die Rolle zum Himmel hinauf und explodierte. Über den ganzen Himmel verteilten sich leuchtende Sterne, die die Welt unter sich erhellten. Jetzt war es wieder hell genug, um neue Erfindungen aufs Papier zu bringen. Zufrieden ging der Erfinder zurück in sein Haus.

»Das war aber ein kluger Erfinder.«, freute sich Sofie jetzt noch mehr über das Feuerwerk. »Das war die bestimmt die beste Erfindung aller Zeiten.
Dann sah sie wieder nach draußen. Die ersten Knaller und Raketen wurden gezündet und flogen in den Himmel.
»Ich wünsche dir ein frohes, neues Jahr Papa.«, sagte Sofie.
»Das wünsche ich dir auch.«, antwortete Papa.
»Und trotzdem glaube ich dir von deiner Geschichte kein einziges Wort.«, flüsterte sie grinsend.

(c) 2017, Marco Wittler