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Der Marco


Aktuelle Geschichte: 537. Das Leben im Weltall

Letztes Update: Sonntag, 19.06.2016

Kinderbuchtipps:
Der kleine Storch lernt fliegen von Marco Wittler
Sacer Sanguis Junior von Albert Knorr
Im Tal der Glückskugeln von Marc Schröder

537. Das Leben im Weltall

Das Leben im Weltall

Max saß am Fenster und sah nach draußen in den unendlichen Sternenhimmel. Das machte er jeden Abend. Und wie an jedem Abend, träumte er davon, eines Tages mit einem Raumschiff ins Weltall zu fliegen. Er wollte unbedingt dort leben und arbeiten.
»Irgendwann habe ich genug von meinem Taschengeld gespart, um mir ein eigenes Raumschiff zu kaufen.«
Dabei warf er einen Blick auf sein Sparschwein, in dem sich schon zehn Euro und ein paar Cent befanden.
In diesem Moment kam Papa herein.
»Du schläfst noch nicht?«, fragte er.
»Nein.«, antwortete Max. »Ich muss doch noch zu den Sternen schauen und davon träumen, eines Tages da oben zu leben.«
Papa lachte.
»Willst du das wirklich?«
Max nickte.
»Na, dann komm mal mit in die Garage. Vielleicht habe ich eine Überraschung für dich.«
Gemeinsam gingen sie nach unten. Als sie das Garagentor öffneten, stockte Max der Atem. Neben Papas Auto stand ein kleines, echtes Raumschiff, in dem gerade genug Platz für zwei Personen war.
»Woher hast du das denn?«, fragte Max neugierig.
»Das habe ich selbst gebaut.«, sagte Papa stolz.
»Ich weiß doch, wie gern du zu den Sternen fliegen willst. Nur deswegen habe ich es gebaut.«
Max drückte Papa fest an sich und strahlte über das ganze Gesicht.
»Danke, Papa. Du bist der Beste.«
Sie stiegen ein. Papa startete den Antrieb. Alles begann zu wackeln und zu zittern, bis das kleine Raumschiff vom Boden abhob.
»Unglaublich.«
Max war begeistert. So etwas hatte er noch nie erlebt.
»Können wir überall hin?«
Papa nickte.
»Dann flieg uns rauf zu den Sternen. Und ich will zum Mond und zum Mars und …«
Papa musste lachen.
»Lass uns erstmal ins Weltall fliegen. Dann sehen wir weiter.«
Und schon flogen sie zum Himmel hinauf. Die Stadt, die vielen Autos in den Straßen wurden immer kleiner, bis sie gar nicht mehr zu sehen waren.
»Das ist der Wahnsinn. Das ist so unvorstellbar.«
Max konnte sich einfach nicht satt sehen. Überall waren nun Sterne. Vor ihm, über ihm, unten, links und rechts. Und hinter ihm? Da war die Erde, die immer kleiner wurde. Wie ein blau-grüner Wasserball schwamm sie im dunklen Sternenmeer.
Plötzlich wurde Max ganz leicht. Er fühlte sich, als würde er auf einer Decke liegen, die nur aus Watte bestehen würde. Er fühlte, sich als würde er schweben.
»Oh, nein. Ich schwebe.«
Max saß nicht mehr auf seinem Sitz. Stattdessen hing er unter der Decke des Raumschiffs.
»Ich hier sofort wieder runter. Mach, dass es aufhört.«
Papa grinste.
»So ist das, wenn man im Weltraum lebt. Hier oben wiegt man nichts und man schwebt einfach so durch die Gegend.«
Nein. Das gefiel Max ganz und gar nicht. Er wollte nicht schweben und sich überall stoßen. Er wollte in seinem Sitz sitzen und auch dort bleiben.
»Ich glaube, der Weltraum ist doch nichts für mich. Ich will lieber auf der Erde bleiben und dort leben.«
Papa nickte. Dann steuerte er das kleine Raumschiff wieder zurück nach Hause.

(c) 2015, Marco Wittler