242. Badespaß im Tierheim (Tierheimgeschichten 6)

Badespaß im Tierheim

Die Sonne stand hoch am blauen Himmel. Es war heiß. Es war unglaublich heiß. Es waren zwar Sommerferien, aber bei diesem Wetter musste man gar nicht woanders hin, denn im Süden war es lange nicht so warm.
Im Tierheim quälten sich bei der Hitze nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere.
»Bei Kälte kann man wenigstens etwas unternehmen.« beschwerte sich ein großer Hund mit besonders dickem Fell.
»Im Winter schalten die Menschen für uns die Heizung an. Wir bekommen warme Decken und können uns aneinander kuscheln. Aber gegen Hitze ist noch kein Kraut gewachsen. Da kann man nur schwitzen und hoffen, dass es bald vorbei ist. Eine Klimaanlage ist leider zu teuer für das Tierheim. In den Kühlschrank passe ich auch nicht rein.«
Er seufzte laut und begann zu hecheln, während er den Menschen zusah, die gerade Feierabend machten.
»Die gehen jetzt bestimmt alle ins Freibad, um sich abzukühlen. Ich konnte hören, wie sie sich vorhin darüber unterhalten haben.«
Die Tiere wurden neidisch und wünschten sich, die Menschen würden in den Gehegen, Ställen und Käfigen sitzen, während sie selbst ins Freibad gehen konnten.
»Aber sie wollen leider nicht mit uns tauschen.«
Ein Rudel Katzen gesellte sich zum Hund. Sie hockten sich in seinen Schatten. Aber viel brachte das auch nicht.
»Es wäre richtig prima, wenn wir ein eigenes Schwimmbecken im Tierheim hätten.« schwärmten sie immer wieder und träumten bereits von einer richtigen Abkühlung.
»Dabei ist das Wasser gar nicht so weit entfernt.« Sie sahen zum Dach einer Hütte, auf der ein großer Wassertank stand.
»Wenn wir ihn nur auskippen könnten.«
Schon wurden die wildesten Ideen entwickelt. In der Nähe der Hütte war ein großer Sandkasten, in dem die Tiere spielen, Gegenstände und Leckerlis suchen durften. Wäre der Sand weg, konnte man die Grube als Schwimmbecken benutzen.
»Nichts einfacher als das.« riefen zwei kleine Mäuse, die sich das alles interessiert angehört hatten.
»Wie wollt ihr denn ein Freibad für uns bauen?« motzte der Hund. »Ihr seid doch nur Mäuse. Ihr seid klein, schwach und habt keine Ahnung.«
Die Mäuse ließen sich davon aber nicht einschüchtern. Stattdessen legten sie gleich los und verteilten Aufgaben.
»Alle Hunde laufen rüber zum Sandkasten und buddeln den Sand weg. Die Katzen packen ihn in Säcke, die von den Pferden weggeschleppt werden. Wir kümmern uns um das Wasser.«
Die Tiere wollten nicht glauben, was sie da hörten, kümmerten sich aber trotzdem um ihre Aufgaben.
Die Mäuse ließen sich von einem Papagei zum Wassertank hinauf tragen. Dort kletterten sie zu einem dicken Wasserschlauch, den sie mit ihren kräftigen Zähnen zerbissen.
Schon nach ein paar Sekunden wurden erste Wassertropfen sichtbar. Dann wurden sie zu einem dünnen, später zu einem dicken Strahl. Das Wasser spritzte genau in die Sandgrube und füllte so das erste Freibad in einem Tierheim.
»Endlich kann ich schwimmen gehen.« freute sich der große Hund, als das Wasser hoch genug war, um hinein zu springen.
Die Freude der Tiere war riesig. Und sie badeten bis spät in die Nacht hinein.

(c) 2014, Marco Wittler

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