251. Gewitter im Wald

Gewitter im Wald

Arne freute sich. Vor ein paar Stunden hatte der Schulwandertag begonnen. Seine ganze Klasse war in den nahen Wald gegangen. Dort zeigte der Lehrer den Kindern die verschiedenen Bäume, Büsche, Kräuter und anderes Grünzeug. Es war unglaublich wie viel verschiedene Pflanzen hier wuchsen.
Zwischendurch betraten sie die eine oder andere Höhle, von denen es in der Umgebung unzählige gab. Es gab Tropfsteine zu sehen, die von oben wuchsen, Tropfsteine, die von unten wuchsen und manche waren sogar so lang, dass sie sich miteinander in der Mitte verbunden hatten.
Auf so viele Dinge wurde geachtet, aber etwas Wichtiges hatte jeder von ihnen vergessen. Niemand hatte einen Blick zum Himmel geworfen.
Plötzlich sauste ein Blitz herab und schlug in einem Baum ein. Es donnerte laut und schon begann ein Platzregen. Es goss wie aus Eimern.
»Schnell Kinder, zurück in die Höhle. Wir müssen uns unterstellen.«, rief der Lehrer.
Die Schüler liefen los. Manche von ihnen qietschten, da die Kleidung schnell nass wurde. Es dauerte aber nicht lange, bis sie alle im Trockenen waren. Doch als der Lehrer durchzählte, fehlten zwei Kinder.

Arne schüttelte sich das Regenwasser aus den Haaren. Dann sah er sich um.
»Das ist ja seltsam, wo sind denn die anderen?«
Es waren keine anderen Kinder zu sehen.
»Verdammt. Ich bin in die falsche Höhle gelaufen.«
In diesem Moment kam ein weiterer Junge herein.
»Nicht nur du. Ich auch.«
Arne drehte sich um und erblickte Andi.
Oh nein. Gerade diese beiden Jungen hatten sich noch nie leiden können. Sie sahen sich böse an und bewarfen sich mit Schimpfwörtern. Das konnte einfach nicht gut ausgehen.

Es donnerte immer wieder. Ständig rasten die Blitze durch den Himmel. Es dauerte eine halbe Stunde, bis sich das Wetter endlich wieder besserte und der Regen aufhörte.
»Wir müssen ganz schnell schauen, wo die anderen geblieben sind.«, rief der Lehrer.
Ihm folgte die Klasse in einer Zweierreihe, damit nicht noch jemand unterwegs verloren gehen konnte.
»Hoffentlich sind sich die beiden Raufbolde nicht schon längst an die Kehle gegangen.«
Er ahnte Schlimmes.
Es ging nach links und nach rechts. Sie durchsuchten eine Höhle nach der anderen, bis sie schließlich die beiden Jungen fanden.
Sie saßen still an einer der Höhlenwände und hielten sich gegenseitig fest.
»Was ist denn mit euch passiert?«, fragten die anderen Kinder.
»Wir hatten so viel Angst vor dem Gewitter.«, sagte Arne zitternd.
»Und zusammen war es dann nicht mehr ganz so schlimm.«, fügte Andi hinzu.
Von diesem Tag an waren die beiden unzertrennliche Freunde.

(c) 2009, Marco Wittler

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