281. Das Traumtier

Das Traumtier

Arne liegt im Bett. Gerade zieht er sich die Decke bis zur Nase hoch. Mama kommt mit einem Buch ins Zimmer und setzt sich auf die Decke.
»Jetzt lese ich dir noch eine Geschichte vor.«
Arne nickt mit dem Kopf und freut sich.
»Geschichte vom Traumtier.«
Mama schaut ihn mit großen Augen an.
»Traumtier? Das kenne ich ja gar nicht. Magst du mir davon erzählen?«
Arne freut sich. Er schlägt die Decke zurück und setzt sich auf. Er beginnt zu erzählen. Mama macht es sich gemütlich und nimmt sich den kleinen Kuschelhasen in den Arm.

Am Abend wird das Traumtier auf seiner weichen Wolke wach. Laut gähnt es durch den ganzen Himmel, bevor es zur Erde hinab schaut.
»Juhuu, gleich gehen die Kinder schlafen. Es wird Zeit für mich, Träume zu basteln.«
Es schnappt sich eine Umhängetasche, packt watteweiche Wolkenstückchen hinein und fliegt zu den Menschen hinab.
»Wo fange ich denn jetzt an?«
Das Traumtier entscheidet sich für ein kleines rotes Haus am Ende der Straße. Ganz leise schwebt es durch das geschlossene Fenster.
»Da ist ja schon ein schlafendes Kind. Dir werde ich einen richtig schönen Traum basteln.«
Es greift in seine Tasche und holt ein Stück der Wolke hervor. Mit geschickten, fleißigen Fingern formt es daraus ein paar kleine Pferde, Cowboys und Indianer. Dann legt es die Figuren auf das Kopfkissen, wo sie sich langsam auflösen.
»Viel Spaß im Wilden Westen, kleiner Junge.«, flüstert das Traumtier, bevor es das Haus wieder verlässt und sich auf den Weg zum nächsten schlafenden Kind macht.

»Geschichte vom Traumtier.«, sagt Arne stolz.
Er legt sich wieder hin, zieht seine Decke zurecht und wünscht Mama eine gute Nacht.

(c) 2009, Marco Wittler

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