302. Das hüpfende Brötchen

Das hüpfende Brötchen

Timo saß am Frühstückstisch und belegte sich gerade sein Butterbrot mit einer Scheibe Salami.
»Ich glaube, ich hätte keine Minute länger schlafen können. Ich hab richtig großen Hunger.«
Dann biss er ein Stück ab und kaute darauf herum.
In diesem Moment kam seine Schwester in die Küche und setzte sich dazu, doch statt Salami strich sie sich Marmelade auf ihr Brot.
»Wie kannst du nur am frühen Morgen schon Wurst essen?«, maulte sie ihren Bruder an.
»Also das könnte ich gar nicht.«
Einen Augenblick später öffnete sich die Haustür und Papa kam herein. Er war gerade von der Nachtschicht zurück gekehrt und hatte spontan eine große Tüte Brötchen vom Bäcker mitgebracht. Nur leider hatte sie an einer Seite einen dunklen Fleck.
»Juhuu, es gibt Brötchen.«
Timo aß schnell den letzten Bissen seines Brotes und öffnete dann die Tüte.
»Ihr müsst aber aufpassen.«, warnte Papa.
Ich bin vor unserer Hecke in einer Pfütze ausgerutscht. Vielleicht ist das eine oder andere Brötchen nass geworden. Zwei von ihnen musste ich schon in den Müll werfen, weil sie raus gefallen sind.«
Timo zuckte nur mit den Schultern.
»Das ist mir egal. Die schmecken trotzdem.«
Gerade wollte er sich ein Brötchen aus der Tüte holen, als ihm schon eines entgegen sprang.
Alle bekamen einen verwirrten Blick. Damit hatte niemand gerechnet. Aber es kam noch schlimmer. Das Brötchen sprang weiter, landete auf dem Boden und verschwand unter der Eckbank.
»Was ist denn das?«, wunderte sich Papa.
Timo war bereits neugierig auf die Suche gegangen, während seine Schwester kreischend ihre Beine an sich zog.
»Das werdet ihr nicht glauben.«, rief Timo ganz erstaunt.
Er griff unter die Bank und holte das seltsame Brötchen hervor, das plötzlich aufgeregt quakte.
»Das ist ein Frosch.«
Papa sah sich das genauer an.
»Der muss wohl in die Tüte gehüpft sein, als sie mir auf den Boden gefallen ist.«
Lachend brachten sie das falsche Brötchen nach draußen und setzten ihr Frühstück mit Brotschnitten fort.

(c) 2010, Marco Wittler

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