309. Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle

Die Zeit des Winterschlafs war gerade erst vorbei und der Frühling war bereits mit großen Schritten über das Land gefegt. Überall blühten die Blumen und die Bäume wurden mit jedem Tag grüner.
Und trotzdem war das Bärenmädchen Bella genervt. Sie konnte kaum einen Schritt vor die Tür machen, da wurde sie schon vom Bärenjungen Bruno umworben.
»Ich bin ja so verliebt in dich, hübsche Bella.«, sagte er ihr dann jedes Mal.
»Ich halte es kaum eine Minute ohne dich aus. Willst du denn nicht meine Freundin sein?«
Doch Bella hielt nichts von dem ganzen Quatsch und verzog sich gleich wieder.
»Dieser dumme Bär. Wenn er mich doch endlich in Ruhe lassen würde. Was soll ich denn bloß machen?«
Bruno hingegen ging es prima. Er spürte, wie wild die Schmetterlinge in seinem Bauch herum flogen. Sie waren es, die ihn immer wieder zu dem schönen Bärenmädchen trieben. Also besuchte er seine große Liebe in ihrer Höhle.
»Ach, liebste Bella. Hast du denn nicht auch die wunderbaren Frühlingsgefühle? In dieser schönen Jahreszeit musst du doch auch verliebt sein.«
Bella verdrehte die Augen.
»Bruno, lass mich endlich in Ruhe. Ich bin gerade erst aus meinem Winterschlaf erwacht. Ich möchte erstmal etwas Futtern, damit ich wieder zu Kräften komme und das Grummeln in meinem Magen aufhört.«
In diesem Moment fiel ihr etwas ein. Könnte es vielleicht sein, dass …
»Los, Bruno, komm her und iss dir etwas.«
Sie schob ihm ein großes Stück Fleisch rüber und sah zu, wie er fraß.
»Du meine Güte.«
Bruno war überrascht und sah an sich herab.
»Die Frühlingsgefühle sind fort. Die Schmetterlinge fliegen gar nicht mehr in meinem Bauch herum.«
Nun musste Bella grinsen.
»Du dummer Bär. Du warst gar nicht verliebt. Du hattest nur Hunger. Deine Frühlingsgefühle waren nur ein brummiger Magen.«
Da fielen sich die beiden lachend in die Arme. Und als sie sich dabei zufällig tief in die Augen sahen, verliebten sie sich doch ineinander und wurden ein bäriges Paar.

(c) 2009, Marco Wittler

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