317. Der Geschenkekobold

Der Geschenkekobold

Sophie-Louise war aufgeregt, den heute hatte sie Geburtstag.
Gerade in diesem Moment kamen ihre kleinen Gäste und jeder hatte ein hübsch verpacktes Geschenk in Händen.
»Alles Gute zum Geburtstag.«, sagten sie nacheinander und legten ihre Pakete auf einen großen Tisch.
»Wir packen sie aus, wenn wir Kuchen gegessene haben.«, entschied Sophie-Louise.
Also setzten sich die Kinder an den Esstisch und verdrückten bergeweise Kuchen, Muffins und alles, was irgendwie essbar aussah. Dabei wurde viel gelacht und sie hatten alle eine Menge Spaß.
»So, jetzt packe ich die Geschenke aus.«, entschied Sophie-Louise.
Sie stand auf und lief zum Gabentisch. Ihre Freunde rannten alle hinterher. Doch plötzlich blieben sie wie angewurzelt stehen. Die Geschenke waren plötzlich verschwunden.
»Mama.«, rief Sophie-Louise verwirrt.
Doch auch Mama konnte sich das alles nicht erklären.
»Da treibt aber jemand einen ganz besonders gemeinen Schabernack. Müssen wir wohl das ganze Haus durchsuchen.«
Und schon verteilten sich die Kinder. Sie suchten in Ecken und Schränken. Fündig wurden sie allerdings nicht. Nicht einmal unter den Betten war etwas zu finden.
Doch plötzlich machte Sophie-Louise eine Entdeckung. In einer Flurwand war eine Geheimtür eingelassen, die nicht richtig geschlossen worden war.
Vorsichtig zog sie mit dem Finger daran und öffnete sie. Und was kam dabei zum Vorschein? Richtig. Die Geschenke. Und dazwischen saß ein kleiner, traurig ausschauender Kobold.
»Ich hab doch heute auch Geburtstag. Und niemand schenkt mir etwas.«, sagte er mit weinerlicher Stimme.
Inzwischen waren auch die anderen Kinder aufgetaucht. Gemeinsam überlegten und beratschlagten sie sich.
Am Ende schlug dann Mama etwas vor.
»Wenn du die Geschenke wieder ihrer richtigen Besitzerin zurück gibst, werden wir dich auch beschenken.«
Der Kobold schaute die Menschen misstrauisch an, willigte dann aber trotzdem ein.
Die Kinder jubelten. Sie machten sich sofort auf die Suche nach kleinen, hübschen Geschenken, die sie in Windeseile einpackten.
Nach ein paar Minuten waren sie fertig und übergaben sie dem Kobold, der sich noch nie in seinem Leben so sehr über etwas gefreut hatte.
»Und jetzt machen wir unsere Geschenke auf«, sagte Sophie-Louise.
Gemeinsam rissen die beiden Geburtstagskinder das Geschenkpapier auf und bestaunten ihre Geschenke.

(c) 2010, Marco Wittler

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