319. Ein kranker Fußballer

Ein kranker Fußballer

Draußen schien die warme Sonne. Durch das geöffnete Fenster waren die Stimmen spielender Kinder zu hören. Sie spielten Fußball, feuerten sich gegenseitig am und kickten das Runde Leder von einem Tor zum anderen.
In einem großen, gemütlichen Sessel saß Alex. Gerade heute ging es ihm gar nicht gut. Schon lange war er sehr krank. Aber trotzdem war er ein Teil des Teams.
Immer wieder richtete er sich auf und warf neugierige Blicke auf das Spielfeld. Jedes Mal, wenn er auf einen Torschuss hoffte, stemmte er sich mit aller Kraft hoch und sah nach draußen.
»Los, nun macht schon endlich.«, rief er mit schwacher Stimme.
»Oder muss ich erst selbst runter kommen und den Punkt holen?«
Er musste lachen, während ihm ein paar Jungs aus seiner Mannschaft winkten.
In diesem Moment kam Mama herein. Sofort erkannte sie, was ihr Sohn gerade tat. Sie setzte sich auf die Sessellehne und sah hinaus.
»Und? Wie steht das Spiel? Schaffen die das überhaupt ohne dich?«
Alex schüttelte den Kopf.
»Die vermissen mich einfach viel zu sehr.«
Er begann zu lachen und musste sich gleich den Bauch halten. Erst vor Vergnügen und dann wegen seiner Schmerzen.
»Tut es wieder weh?«, fragte Mama.
Alex nickte. Ein paar Sekunden später wurde es aber schon wieder etwas besser.
Mama strich ihm übers Haar.
»Ruh dich aus, mein Schatz.«

Eine Stunde später war das Spiel vorbei. Alex hatte sich wieder ins Bett gelegt und spielte mit seinem kleinen Nintendo. Und was flackerte über den kleinen Monitor? Natürlich ein Fußballspiel.
Da klopfte es.
»Herein.«, sagte Alex schwach und legte sein Spiel zur Seite.
Die Tür öffnete sich und elf schüchtern wirkende Jungs in seinem Alter kamen herein.
Jeder von ihnen wünschte gute Besserung. Sie alle hofften, dass Alex bald wieder gesund werden würde.
»Wann kannst du denn endlich wieder bei uns mitspielen?«, fragte Nils.
»Ich bin lange nicht so gut, wie du. Du musst unbedingt wieder deine Position einnehmen. Ich bin auf der Ersatzbank besser aufgehoben.«
Alle mussten lachen.
Doch dann wurde Alex ernst. Er bat seine Freunde, sich zu ihm auf das Bett zu setzen.
»Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder mit euch zusammen auf dem Feld stehen und dem Ball nachlaufen kann.«
Die Jungs ließen ihren Blick sinken.
Alex grinste.
»Aber ich bin trotzdem bei euch. Ich werde mir jedes Spiel anschauen und euch anfeuern. Und wenn ihr auf dem Rasen an mich denkt, werde ich immer bei euch sein und euch zum Sieg verhelfen.«
Freudiger Jubel war im Zimmer zu hören und Alex wurde von der gesamten Fußballmannschaft gedrückt.

(c) 2010, Marco Wittler

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Liked this post? Follow this blog to get more. 

Schlagwörter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.