320. Ein ganz besonderer Tag

Ein ganz besonderer Tag

Der Wecker klingelte. Mama schaltete ihn ab und drehte sich noch einmal um.
»Ich will noch nicht aufstehen.«, nuschelte sie leise und schlief kurz darauf wieder ein.
Ein paar Minuten später klingelte es ein weiteres Mal. Und wieder drückte Mama auf den Schalter.
Sie rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf.
»Wenn ich doch nur ein einziges Mal ausschlafen könnte. Aber ich habe ja nicht einmal am Wochenende frei.«
Sie seufzte laut und stand auf, während Papa noch laut unter seiner Decke schnarchte.
Während Mama unter der Dusche stand, ging sie im Kopf ihre Liste durch. Sie wollte gleich gut vorbereitet sein.
Die Kinder mussten geweckt werden, Frühstück gemacht, das Mittagessen vorbereitet und dann die Wohnung aufgeräumt.
»Oh je, wenn ich daran nur denke, möchte ich gleich wieder ins Bett gehen.«
Ein paar Minuten später hatte sie sich angezogen und öffnete die Tür zum ersten Kinderzimmer.
»Leon? Aufwachen. Wir frühstücken gleich.«
Aber das Bettchen war leer.
»Nanu. Wo ist denn der Kleine?«
Sie ging eine Tür weiter und wollte ihre Tochter wecken.
»Anna? Wo steckst du denn?«
Auch hier konnte sie niemanden mehr wecken.
Im dritten Zimmer fragte sie erst gar nicht nach. Die Decke lag bereits schön ordentlich gefaltet auf dem Bett.
»Was ist denn mit Daniel los? So kenn ich ihn gar nicht.«
In diesem Moment hörte sie ein klimperndes Geräusch aus der Küche. Sofort lief Mama die Treppe hinunter und warf einen vorsichtigen Blick durch die Tür.
»Was ist denn hier los?«
Frisch geföhnt und ordentlich bekleidet standen die drei Kinder nebeneinander. Jedes von ihnen hatte einen bunten Strauß Blumen in der Hand.
»Alles Gute zum Muttertag, liebe Mama.«, riefen sie ihr entgegen.
»Wir haben das Frühstück schon gemacht. Du kannst dich in Ruhe an den Tisch setzen und deinen Kaffee trinken.«
Und da kam Papa herein, der nur so getan hatte, als hätte er noch geschlafen.
»Ich habe auch noch etwas für dich, mein Schatz.«, sagte er und drückte Mama einen kleinen Umschlag in die Hand, den sie sofort öffnete.
»Du meine Güte, das ist ja ein Gutschein für ein Restaurant. Gehen wir heute Mittag vielleicht essen?«
Papa nickte, während ihm Mama glücklich um den Hals fiel.
»Und die Wohnung habe ich auch schon aufgeräumt. Du musst dich heute um nichts mehr kümmern.«
Mama freute sich. Der Muttertag war wirklich eine geniale Erfindung.

(c) 2009, Marco Wittler

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