434. Schneeglöckchen (Hallo Oma Fanny 7)

Schneeglöckchen

Hallo Oma Fanny.

Ich bin es, der Noah. Ich habe heute wieder etwas Neues gelernt.
So kurz vor dem Frühlingsanfang blühen bei uns die ersten Blumen auf der Wiese und unter der Hecke. Sie sind klein und weiße Glöckchen als Blüten. Meine große Schwester hat mir erklärt, dass sie Schneeglöckchen heißen. Das ist ein komischer Name, meinst du nicht auch?
Also habe ich mich erstmal auf die Wiese gelegt und mir die Blumen ganz genau angesehen. Sie haben die gleiche Farbe wie der Schnee, aber sonst schauen sie aus wie ganz normale Blümchen. Sie fühlen sich nicht einmal kalt an, wenn man sie berührt. Da hat mich dieser komische Name noch mehr gewundert.
Mir ging das alles nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe darüber den ganzen Tag, den Abend und sogar in meinen Träumen nachgedacht.
Erst am nächsten Morgen war mein Kopf wieder mit anderen Sachen beschäftigt, bis ich zum ersten Mal aus dem Fenster geschaut habe.
Du wirst nicht glauben, was ich da entdeckt habe. Die Wiese im Garten, die Blumenbeete, ja sogar die Straße waren alle weiß. Überall lag ganz viel Schnee. Es war so viel, dass man gar nichts anderes auf dem Boden mehr sehen konnte.
Sofort hab ich meine dicke Jacke und die Handschuhe angezogen. Ich bin dann raus gegangen und wollte einen Schneemann bauen, als ich etwas im Schnee stehen sah. Die Schneeglöckchen waren gerade noch zu sehen.
Meine Schwester stand lachend neben mir und erklärte, dass die Blumen Schuld am Schnee sind. Wenn der Wind ihre Glöckchen schüttelt, dann fällt ganz viel Schnee aus ihnen heraus. Schade, dass sie nicht auch im Sommer blühen.

Liebe Oma Fanny, ich freue mich schon auf deinen nächsten Brief. Bis bald.

Dein Noah.

(c) 2012, Marco Wittler

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