558. Der schnellste Schlitten der Welt

Der schnellste Schlitten der Welt

Weihnachten. Der Weihnachtsmann war schon seit Stunden unterwegs, kletterte durch unzählige Kamine auf der ganzen Welt und verteilte noch mehr Geschenke an die braven Kinder in allen Ländern.
Doch in diesem Jahr war er langsamer unterwegs als sonst. Das lag vor allem daran, dass Rudolf, eines seiner Rentiere, viel zu viel getrunken hatte.
»Chef, wir müssen noch mal anhalten.«, rief er immer wieder. »Ich muss schon wieder.«
Es gab eine Pause nach der anderen. Mal hielten sie mitten in einem Wald, wo sich Rudolf an einem Baum erleichtern konnte, mal an einer Autobahnraststätte, wo die Menschen verwundert auf diese seltenen Gäste sahen. Die Zeit bis zum nächsten Morgen wurde immer kürzer.
»Jetzt müssen wir uns aber beeilen, Rudolf.«, schimpfte mittlerweile der Weihnachtsmann. »Wir schaffen es sonst nicht, alle Geschenke rechtzeitig auszuliefern.«
Das ließ sich Rudolf natürlich nicht zweimal sagen. Er feuerte die anderen Rentiere kräftig an. Von nun an ging es so schnell voran, wie nie zuvor. Der Schlitten flog schneller als ein Blitz durch die Lüfte.
Irgendwann kamen sie an einer Rennstrecke vorbei, auf der sich noch ein paar Autos befanden.
»Nanu?«, wunderte sich der Weihnachtsmann. »Ich dachte, die Menschen schlafen schon lange.«
Er sah verstohlen auf seine Armbanduhr. »Na gut, ein paar Sekunden können wir noch erübrigen.«
Der Weihnachtsmann interessierte sich schon immer für Autorennen. Jedes Wochenende saß er vor seinem Fernseher und sah den schnellen Autos zu, wie sie im Kreis fuhren und der beste von ihnen gewann. Aber noch nie hatte er ein Rennen mit eigenen Augen gesehen.
Er steuerte den Schlitten tiefer und sauste über die Rennstrecke hinweg. Während er die Rennwagen hinter sich ließ, bemerkte er gar nicht, dass ein Mann mit einer schwarz und weiß karierten Fahne winkte.
»Hast du das gesehen, Chef?«, rief Rudolf ihm zu.
»Ich glaube, wir haben gerade das Rennen gewonnen. Wir sind als erste über die Ziellinie geflogen.«
Und so war es auch. Der Weihnachtsmann stoppte den Schlitten, landete neben der Rennstrecke und bekam einen großen Pokal in die Hand gedrückt. Danach machte er sich wieder auf den Weg, um noch rechtzeitig die letzten Geschenke unter den Weihnachtsbäumen zu verteilen.

(c) 2016, Marco Wittler

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