352. Auf der Rodelbahn

Auf der Rodelbahn

Max und Lena waren aufgeregt und voller Vorfreude, denn heute durften sie das erste Mal mit Mama und Papa auf die Rodelbahn. Mit dem Auto fuhren sie zu viert zur Gondelbahn, die sie auf den Berg hinauf bringen sollte. Doch dann erlebten sie eine Überraschung.
Papa wollte gerade die Fahrkarten kaufen, da wurde ihnen mitgeteilt, dass am heutigen Tag keine einzige Gondel den Berg hinauf gezogen würde.
»Der Schleppmotor ist kaputt. Der muss jetzt repariert werden.«, erklärte Papa.
»Das dauert mindestens bis Morgen früh.«
Die Kinder verzogen enttäuscht die Gesichter. Sie hatten sich doch schon so sehr gefreut.
»Aber was machen wir denn jetzt?«, fragte Max.
»Können wir denn nicht auf den Berg hinauf laufen?«, schlug Lena vor.
»Das ist eine prima Idee.«, lobte Papa.
Und schon machten sie sich zu Fuß auf den Weg.

Es war schönstes Winterwetter. Die Sonne schien. Es waren keine Wolken am Himmel zu sehen. Die verschneiten Bergspitzen waren in allen Richtungen gut zu sehen. Es war eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Im Bach neben der Rodelbahn hatten sich dicke, glitzernde Eiszapfen gebildet.
»Wie weit ist es denn noch?«, wollte Max wissen.
»Mir dampfen schon die Füße, so warm sind sie geworden. Wenn wir jetzt noch lange laufen müssen, schmelzen sie bestimmt durch den Schnee hindurch.«
Aber ein wenig mussten sie noch durchhalten. Irgendwann durften sich dann die Kinder auf den Schlitten setzen und ließen sich von Papa den Berg hinauf ziehen.
Nach einer Stunde hatten sie es endlich geschafft. Sie hatten den Berggipfel erreicht.
»Ist das nocht schön hier oben?«
Mama kam sofort ins Schwärmen. Man konnte bis in das nächste Tal schauen.
»Ich glaube, es wird Zeit, dass wir ein kleines Picknick machen.«
Sie holte ein paar verpackte Brote aus der Jackentasche und verteilte sie an Papa und die Kinder.
»Und wenn wir gegessen haben rodeln wir wieder nach unten?«
Papa nickte und nahm schon auf seinem Schlitten Platz.
»Ich will mit Papa fahren.«, entschied Lena.
»Dann fahre ich aber mit Mama.«, sagte Max und setzte sich ebenfalls.
Nach ein paar Minuten ging es los. Es sollte ein Wettrennen werden.
»Wer zuerst unten angekommen ist.«, rief Max und sah sich schon als Gewinner.
Aber nach den ersten Metern wurden er und Mama bereits von Papa und Lena überholt.
»Wir sind ja auch schwerer.«, rief Papa.
»Ich habe schließlich ganz viel zum Mittag gegessen.«
Max wollte sich aber nicht geschlagen geben.
»Los, Mama. Schneller.«
Nach der ersten Kurve jubelte Lena, denn der Schlitten ihres Bruders war nicht mehr zu sehen. Papa fuhr mit ihr schneller und schneller. Der Wind wehte ihnen die fallenden Schneeflocken ins Gesicht, als sie durchs Ziel fuhren.
»Das war grandios. Das müssen wir unbedingt noch einmal machen.«
Lena war begeistert. Aber als sie sich umsah, konnte sie Max und Mama nicht entdecken. Die beiden waren wie vom Erdboden verschluckt. Erst nach weiteren zehn Minuten tauchten die beiden wieder auf. Sie waren von oben bis unten mit Schnee bedeckt.
»Was ist denn mit euch passiert?«, wunderte sich Papa.
»Wir sind im Graben gelandet.«, entschuldigte sich Mama mit einem rotem Kopf.
»Und das war so cool.«, freute sich Max.
»Ich hab uns danach noch zwei Mal hinein gelenkt.«

(c) 2010, Marco Wittler