581. Diät im Weltraum

Diät im Weltraum

Nach Karneval kam, wie in jedem Jahr, der Aschermittwoch. An diesem Tag endete die närrische und begann die Fastenzeit. Ganz viele Menschen verzichteten in dieser Zeit auf Dinge, von denen sie im restlichen Jahr zu viel hatten. Bei den meisten waren das Süßigkeiten. Sie versuchten innerhalb der sieben Wochen bis Ostern ein wenig abzunehmen und schlanker zu werden.
Der Planet Erde war so stolz auf seine Bewohner, dass er immer wieder im Sonnensystem mit ihnen angab.
»Seht her, liebe Freunde.«, prahlte sie bei jedem Treffen. »Meine Menschen sind so Figur bewusst, dass sie mehrere Wochen lang abspecken. Dadurch werden nicht nur sie, sondern auch ich um einiges leichter. Ist das nicht eine tolle Sache?«
Die anderen Planeten fühlten sich dadurch immer unwohler. Jedes Mal, wenn sie an einem Spiegel vorbei kamen fühlten sie sich dick. Besonders die großen Gasplaneten Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun bekamen ein schlechtes Gewissen. Aber auch Venus und Mars wollten schlanker sein. Der einzige, der mit sich zufrieden war, hieß Merkur. Er war der kleinste und schlankeste unter den acht Planeten.
Irgendwann war es dann zu viel. Es wurde der Plan gefasst, abzuspecken.
Die Planeten drehten sich nicht nur schneller um sich selbst, sondern auch um die Sonne. Venus und Mars machten unzählige Liegestütze und Kniebeugen. Saturn nahm seine Ringe und hielt sich mit Hula-Hoop fit, während Uranus und Neptun den kleinen Pluto als Fußball benutzten und das ganze Sonnensystem als Stadion benutzen. Pluto kam dabei ordentlich ins Schwitzen, denn als Tor wurde die große Sonne auserkoren. Pluto wollte auf keinen Fall in ihr verbrennen und schlug deswegen Haken wie ein flüchtender Hase.
Alle gaben sich besonders viel Mühe, um ihr Gewicht zu reduzieren.
Der große, schwere Jupiter kam ganz besonders ins Schwitzen. Er wollte ebenfalls abnehmen, denn keiner war dicker als er. Das machte ihm ein richtig schlechtes Gewissen. Doch was sollte er nur tun? Wie konnte er möglichst viel Gewicht verlieren?
Da fiel sein Blick auf seine Monde und ihm kam eine grandiose Idee.
Er schnappte sich den langen Schweif eines Kometen und spießte vorn und hinten seine Monde auf. Schon hatte er eine Hantel. Jetzt konnte er sich als Gewichtheber betätigen.
Es war unglaublich. Das ganze Sonnensystem hielt sie fit und machte Sport. Und wer hätte es gedacht? Bis zum Osterfest waren alle Planeten schlank geworden. Sie waren so aus dem Häuschen, dass sie ein großes Fest mit köstlichen Speisen veranstalteten.
Am Abend des Ostermontag rollten sie dann gemütlich, satt, dick und rund in ihre Betten. Die Diät war nach drei Tagen wieder vergessen und zunichte gemacht.

(c) 2017, Marco Wittler