468. Es geht wieder nach Hause

Es geht wieder nach Hause

Jonas war sauer. Heute sollte es nach Hause gehen. Aber er wollte nicht. Stattdessen wollte er lieber noch weiter am Meer Urlaub machen.
»Ich bleibe hier, egal, was ihr macht.«
Jonas stemmte die Hände in die Hüften und begann zu schmollen.
»Fahrt ruhig allein nach Hause. Solange es dort kein Meer, keinen Sand, keine Fische und Seesterne gibt, bleibe ich hier.«
Jonas setzte sich auf den Boden und wollte sich keinen Zentimeter mehr bewegen.
»Aber wir müssen doch jetzt nach Hause fahren, Schatz.«, sagte Mama.
»Der Papa muss doch Morgen wieder arbeiten und das Hotelzimmer ist dann schon für jemand anderen reserviert.«
»Das ist mir aber egal. Wenn ich kein Meer bekomme, dann bleibe ich hier.«
Jonas wusste ganz genau, was er wollte und das war auf keinen Fall eine Fahrt nach Hause.
»Ich habe da eine Idee.«, sagte Mama plötzlich und verließ das Zimmer.
»Ich komme gleich zurück. Wartet bitte auf mich.«
Es dauerte fast eine ganze Stunde, bis sie wieder ins Zimmer kam. Jonas war mittlerweile so neugierig geworden, dass er es auf dem Fußboden nicht mehr aushielt. Ohne Pause lief er ständig im Kreis, blickte immer wieder auf seine Armbanduhr und fragte sich, was Mama wohl planen würde. Nun war sie endlich wieder da.
»Was hast du dir ausgedacht?«, überfiel Jonas sie.
»Das wirst du gleich sehen. Wir fahren jetzt nach Hause und du wirst bestimmt auch zufrieden sein.«
Sie winkte die Familie hinter sich her und nahm Jonas an die Hand. Gemeinsam verließen sie das Hotel und fuhren mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage. Dort wären Jonas beinahe die Augen aus dem Kopf gefallen, als er die Tür zu seinem Sitzplatz geöffnet hatte.
»Was ist denn das?«, fragte er überrascht und bekam riesige Augen.
Unter Wagendecke hing ein Fischernetz in dem ganz viele Muscheln, Fische und Seesterne hingen. Es sah aus, wie in dem kleinen Restaurant, in dem sie vor ein paar Tagen gegessen hatten. Aus den Lautsprechern des Radios rauschte das Meer. Sogar Möwen waren zu hören.
»Das ist ja super.«, jubelte Jonas begeistert. Sofort setzte er sich in seinen Kindersitz und schnallte sich an.
»Wann fahren wir denn endlich los?«, drängelte er.
»Warum seit ihr denn noch nicht eingestiegen? Ich will doch nach Hause.«

(c) 2013, Marco Wittler

467. Nach dem Urlaub

Nach dem Urlaub

Es waren nur noch ein paar Tage bis zum Ende der Ferien. Lukas war schon aus dem Urlaub zurück und saß nun in seinem Zimmer und sah sich noch einmal die Andenken an, die er sich mitgebracht hatte. In einem kleinen Pappkarton lagen nun ein kleiner Leuchtturm, ein paar Muscheln, zwei schöne Postkarten, eine Rolle Seemannsgarn und ein Seestern. Lukas war nämlich mit seiner Familie am Meer gewesen.
»Ach, war das ein toller Urlaub. Ich wäre so gern dort geblieben. Das war sooo schön.«
Lukas erinnerte sich, wie er am Strand mit Papa eine große Sandburg gebaut hatte. Er war, so schnell er konnte, in das Wasser gerannt und hatte sich von den Wellen umwerfen lassen. Die Sonne hatte seine Haut schön braun werden lassen und das Essen im Restaurant war richtig lecker gewesen. Das Hotel hatte sogar fünf Fahrstühle gehabt, mit denen Lukas immer wieder gefahren war. Das hatte eine Menge anderer Urlauber geärgert.
»Da will ich unbedingt wieder hin.«
Und dann erinnerte er sich alles andere. Lukas hatte in der ganzen Zeit nicht einmal Oma besuchen können. Dafür war der Weg zu weit. Die Matratze im Hotelbett war zu hart und die Decke zu dünn. Er hatte nicht mit seinen vielen Kuscheltieren schmusen können. Es war nur für seinen kleinen Teddybären Platz im Koffer gewesen. Und die große Kiste mit den Spielzeugautos hatte auch zu Hause bleiben müssen.
»Urlaub ist schon toll. Aber zu Hause ist es doch am schönsten.«
Dann hüpfte Lukas in sein Bett und legte sich zwischen seine Kuscheltiere.

(c) 2013, Marco Wittler