536. Putztag

Putztag

Die vier Engel Gabriel, Michael, Raphael und Uriel saßen im Himmel auf einer Wolke und stritten sich um eine ungeliebte Aufgabe: Es war wieder einmal Zeit, die Himmelskerzen zu putzen.
Keiner der vier Engel wollte diese Aufgabe übernehmen. Stattdessen fanden sie immer neue Ausreden, um sich davor zu drücken.
»Ich muss noch zum Harfenunterricht.« entschuldigte sich Gabriel.
»Ich muss heute gemeinsam mit Petrus die Himmelspforte ölen. Die quietscht schon so lange.« war Michaels Ernklärung.
Mit den Worten »Ich muss noch meine Wolken aufräumen.« wollte sich Raphael verabschieden.
Und Uriel sagte ganz offen, dass er keine Lust zum Putzen hatte.
»So funktioniert das nicht.« seufzte Gabriel. »Irgendwer muss aber die Himmelskerzen putzen, sonst sehen die Menschen in der Nacht keine Sterne mehr.«
Er holte vier Holzstäbchen aus seiner Tasche, von denen eines kürzer war als die anderen.
»Wer das Kürzeste zieht, muss putzen.«
Am Ende erwischte es Michael. Sofort machten sich die anderen drei Engel aus dem Staub. Michael nahm sich einen Lappen und begann mit seiner Arbeit. Spaß machte es ihm nicht, deswegen gab er sich auch nicht viel Mühe.
Plötzlich löste sich beim Putzen aus einer Kerze ein brennender Docht und fiel in hohem Bogen zur Erde hinab. Als langer, heller Lichtstreif war er für einen kurzen Moment zu sehen, bis er schließlich verbrannt war und erlosch.
»Ups. Ich muss besser aufpassen.« mahnte sich Michael zur Ordnung. »Die Menschen bekommen sonst noch Angst, wenn sie abstürzende Sterne sehen.«
Auf der Erde sahen die Menschen tatsächlich den fallenden Docht. Zuerst waren sie sehr verwundert, doch dann erkannten sie darin ein großes Wunder. Das Licht war vom Himmel gefallen und damit war es etwas ganz Besonderes. Sofort wünschten sich die Menschen etwas. Das Licht vom Himmel würde sie bestimmt erfüllen.
So entstanden die Sternschuppen und der Glaube an Wünsche.

(c) 2015, Marco Wittler

529. Die Weihnachtsbäckerei oder „Papa, warum leuchten die Wolken rot?“ (Papa erklärt die Welt 40)

Die Weihnachtsbäckerei
oder ‚Papa, warum leuchten die Wolken rot?‘

Papa und Sofie waren in der Stadt unterwegs. Sie hatten sich zu Hause eine lange Liste gemacht, wer welches Weihnachtsgeschenk bekommen sollte. Einen Teil davon hatte sie bereits gefunden und gekauft.
Mittlerweile war es aber schon später Nachmittag und die Sonne war hinter dem Horizont verschwunden. Es wurde dunkel und die Wolken färbten sich rot.
»Ui, das sieht wunderschön aus.«, schwärmte Sofie und zeigte mit dem Finger zum Himmel hinauf.
»Los. Du musst dir das unbedingt anschauen.«
Papa blickte nach oben.
»Oh ja. Das schaut toll aus. So sieht der Himmel nur vor Weihnachten aus.«
Sofie bekam plötzlich einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. Papa wusste sofort, was das bedeutete.
»Papa, warum leuchten die Wolken rot?«, fragte Sie neugierig.
Papa kratzte sich am Kinn. Er dachte noch nach.
»Das ist eine sehr gute Frage. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich erst kürzlich gehört habe. Sie handelt zufällig vom roten Himmel. Und die werde ich dir jetzt bei einer heißen Tasse Schokolade erzählen.«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht, während Papa sie an die Hand nahm und mit in ein warmes Café nahm.
»Oh ja, eine Geschichte.«
»Und wie fängt eine Geschichte immer an?«, fragte Papa.
Sofie lachte schon voller Vorfreude und antwortete: »Ich weiß es. Sie beginnt mit den Worten ›Es war einmal‹.«
»Ja, das stimmt. Absolut richtig. Also, es war einmal …«

Es war einmal eine kleine Gruppe fleißiger Engel, die im Himmel damit beschäftigt war, die Weihnachtsplätzchen für die vielen Menschenkinder zu backen.
Es war kurz vor Weihnachten und in einer der vielen  Weihnachtsbäckereien, die auf einer großen Wolke stand, lief die Arbeit auf Hochtouren. Auf der einen Seite der Bäckerei brachten einige Engel Mehl, Zucker, Nüsse, Schokolade und andere Zutaten herein. Im Gebäude selbst glühten die Öfen und spuckten tonnenweise frisch duftende Kekse aus. Auf der Rückseite wurden die Kekse in kleine Päckchen geschnürt und dann zur Erde gebracht.
Und dann waren da noch die drei kleinen Engel. Sie standen direkt vor den Öfen. Ihre Aufgabe war es, darauf zu achten, dass die Plätzchen nicht anbrannten.
Immer wieder machten sie die Türen der Öfen auf und wieder zu. Immer wieder schlug ihnen die starke Hitze entgegen. Die ganze Zeit schwitzten sie. Ständig mussten sie sich die Gesichter abwischen.
»Puh, dass es hier aber auch so heiß sein muss.«, waren sie verzweifelt.
Ein Fenster konnten sie auch nicht öffnen, denn im Backraum gab es keine. Es blieb ihnen nur die Möglichkeit, sich gegenseitig mit ein paar alten Zeitungen Luft zuzuwedeln. Doch auch das brachte nicht wirklich viel.
»Da muss es doch noch eine andere Lösung geben.«, überlegten sie und fanden auch schnell eine Anwort.
»Wir bauen die Öfen ab und stellen sie nach draußen. Dann haben wir immer frische Luft, die uns sanft um die Nasen weht.«
Das fanden die kleinen Engel gut. In der Nacht schlichen sie sich in die Bäckerei und setzten ihren Plan in die Tat um. Schon am nächsten Morgen standen die Öfen draußen auf der Wolke.
Am nächsten Morgen kamen dann auch die großen Engel zur Arbeit. Sie entdeckten sofort die Öfen und waren ganz schön sauer. Aber ändern ließ sich nun nichts mehr. Die Öfen waren für den restlichen Abend viel zu heiß, um in die Bäckerei getragen zu werden.
»Morgen bringt ihr sie wieder zurück an ihren Platz.«, wurde den kleinen Engeln aufgetragen, die nur widerwillig nickten.
Als es dann langsam dunkel wurde, konnte man das das rote Leuchten der heißen Öfen im ganzen Himmel sehen. Die weißen Wolken färbten sich rot und tauchten die Erde unter sich in ein warmes, freundliches Licht.
»Wahnsinn, wie schön das aussieht.«, waren nun kleine wie große Engel begeistert. »Wir sollten die Öfen unbedingt draußen stehen lassen und von nun an immer hier backen.«
Diese Idee sprach sich natürlich auch auf den anderen Wolken herum. Schon wenige Tage später stand kein einziger Ofen mehr in einer Weihnachtsbäckerei, sondern alle draußen.

»Und seitdem leuchtet der Himmel vor Weihnachten so rot?«, fragte Sofie erstaunt.
Papa nickte und grinste. »War doch eine tolle Idee von den drei kleinen Engel, meinst du nicht auch?«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht.
»Auf jeden Fall. Und wenn ich den roten Himmel sehe, weiß ich, dass es zu Weihnachten genug Plätzchen für mich geben wird.«
Papa lachte und bezahlte die Rechnung. Als die beiden wieder draußen standen zog Sofie an seiner Jacke.
»Das war wirklich eine schöne Geschichte. Aber ich glaube dir davon kein einziges Wort.«
Und dann hüpfte sie den Gehweg entlang und sang das Lied ‚In der Weihnachtsbäckerei‘.

(c) 2015, Marco Wittler

528. Der einsame Mond oder ‚Papa, warum hängen Sterne am Weihnachtsbaum?‘ (Papa erklärt die Welt 39)

Der einsame Mond
oder ‚Papa, warum hängen Sterne am Weihnachtsbaum?

Ein paar Tage vor Weihnachten stellte Papa den großen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer auf. Gemeinsam mit seiner Tochter Sofie schmückte er ihn von oben bis unten mit bunten Kugeln, glitzerndem Lametta, süßen Holzfiguren, vielen Lämpchen und kleinen Sternen.
»Wow.«, bewunderte Sofie den Baum. »Er sieht wundervoll aus. So schön hat unser Weihnachtsbaum noch nie ausgesehen.«
»War doch eine gute Idee von mir, dieses Jahr noch ein paar Sterne zu kaufen.«, war Papa mit sich selbst zufrieden.
»Da hast du Recht.«
Sofie bekam plötzlich einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
»Papa, warum hängen Sterne am Weihnachtsbaum?«, fragte Sie neugierig.
Papa kratzte sich am Kinn. Er dachte noch nach.
»Das ist eine sehr gute Frage. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich erst kürzlich gehört habe. Sie handelt zufällig von kleinen Weihnachtssternen. Und die werde ich dir jetzt erzählen.«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht.
»Oh ja, eine Geschichte.«
»Und wie fängt eine Geschichte immer an?«, fragte Papa.
Sofie lachte schon voller Vorfreude und antwortete: »Ich weiß es. Sie beginnt mit den Worten ›Es war einmal‹.«
»Ja, das stimmt. Absolut richtig. Also, es war einmal …«

Es war einmal zum Weihnachtsfeste, dass der Mond im dunklen, schwarzen Himmel aufging und die Menschen auf der Erde beobachtete, wie sie sich um einen großen, bunt geschmückten Baum versammelten, sich gegenseitig Geschenke machten und den Abend mit ihren Liebsten verbrachten.
»Ach, ist das schön.«, war der Mond begeistert. »Wie gerne würde ich auch einmal Weihnachten feiern. Stattdessen hänge ich hier oben am Himmel und bin ganz allein und einsam.«
Er schniefte leise vor sich hin und wischte sich eine Träne aus dem Auge.
»Zum Glück kann ich wenigstens den Menschen zuschauen und mir vorstellen, selbst dabei zu sein.«
Während der nächsten Stunden zog er über die Erde hinweg und sah in unzählige Häuser. Überall wurde gefeiert und niemand war allein. Kurz bevor der Mond am frühen Morgen unterging seufzte er noch ein letztes Mal und verschwand anschließend in seinem Bett.
In diesem Moment ging die Sonne hinter dem Horizont auf. Sie hatte gehört, dass der Mond traurig war und dass er sich einsam fühlte.
»Der arme Mond. Er tut mir so leid. Wenn ich nur wüsste, wie ich ihm eine Freude machen könnte. Aber mir fällt nichts ein.«
Auch die Sonne zog nun über den Himmel hinweg. Ihr ging es dabei viel besser, denn die Erde war in ihr warmes Sonnenlicht getaucht. Ihre Sonnenstrahlen spiegelten sich im Schnee des Winters und ließen die ganze Welt glitzern.
»Wie schön es da unten ist. Die Menschen sind wirklich zu beneiden.«
Und da fiel der Sonne plötzlich etwas ein.
»So etwas Wundervolles würde dem Mond bestimmt auch gefallen. Wenn der Himmel um ihm herum so glitzern würde wie der Schnee, dann würde er sich bestimmt nicht mehr so einsam fühlen.«
Dann nahm sie ein paar ihrer Sonnenstrahlen und zerbrach sie vorsichtig in unzählige kleine Stücke, die sie über den ganzen Himmel verteilte.
»Und das ihr mir schön artig zum Mond seid.«, sagte sie zu den kleinen Lichtstücken. »Er ist ein sehr netter Kerl und verdient nur das Beste.«
Am Abend verschwand die Sonne wieder hinter dem Horizont. Aber sie legte sich nicht ins Bett, sondern beobachtete heimlich den Himmel.
Ein paar Minuten später ging der Mond auf und kletterte langsam am Himmel hinauf.
»Du meine Güte. Was ist denn hier passiert?«
Er sah sich begeistert um. Egal in welche Richtung er sah, überall waren kleine, helle Lichter, die wie winzige Diamanten glitzerten.
»Wer seid ihr denn? Wo kommt ihr her?«
Eines der kleinen Lichter kam näher und lächelte freundlich.
»Wir sind Sterne. Die Sonne hat uns gemacht, um dir zu Weihnachten ein Geschenk zu machen. Wir werden dir von nun an Gesellschaft leisten, damit du dich nie wieder einsam fühlen musst.«
Der Mond wurde rot im Gesicht, so dankbar war er. Nun wusste er, wie schön es war, wenn jemand an Weihnachten an jemand anderes dachte.
»Vielen Dank, liebe Sonne. Du bist wirklich eine sehr, sehr liebe und gute Freundin.«
Und dann zog der Mond die Nacht über durch den Himmel und begrüßte jeden Stern einzeln und gab jedem einen Namen.

»Und so sind die Sterne entstanden?«, fragte Sofie.
Papa nickte grinsend, deckte seine kleine Tochter zu.
»Und deswegen hängen wir sie jedes Jahr an unseren Weihnachtsbaum?«
»Ganz genau. Weil die ersten Sterne zum Weihnachtsfest am Himmel erschienen sind. Und nun schlaf gut, meine kleine Prinzessin.«
Sofie grinste, als Papa das Licht ausschaltete.
»Das war eine tolle Weihnachtsgeschichte. Aber ich glaube dir davon kein einziges Wort.«

(c) 2015, Marco Wittler

396. Der Wolkenputzer oder „Papa, warum sind die Wolken so grau?“ (Papa erklärt die Welt 37)

Der Wolkenputzer
oder ›Papa, warum sind die Wolken so grau?‹

Sofie saß vor dem Fenster und sah gelangweilt nach draußen. Das Wetter war seit mehreren Wochen schlecht. Die Wolken hingen dunkelgrau am Himmel. Immer wieder fiel strömender Regen auf die Erde hinab. Papa gesellte sich dazu und hielt ihr ein Buch unter die Nase.
»Langeweile?«, fragte er.
Sofie nickte.
»Soll ich dir vielleicht eine Geschichte vorlesen?«
Sie schüttelte den Kopf.
»Ich wollte doch draußen im Garten spielen. Aber bei dem Wetter geht das einfach nicht.«
Sie schmollte.
»Gegen die dunklen Wolken kann ich leider nichts machen.«, versuchte sich Papa zu entschuldigen.
»Hm.«, machte Sofie.
Sie dachte über die letzten Worte nach, bis sie eine Frage auf den Lippen hatte.
»Papa, warum sind die Wolken eigentlich so grau? Bei gutem Wetter sind sie doch so weiß wie ein Wattebausch.«
Papa kratzte sich am Kinn. Er dachte noch nach.
»Das ist eine sehr gute Frage. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich erst kürzlich gehört habe. Sie handelt zufällig von der Farbe der Wolken. Und die werde ich dir jetzt erzählen.«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht.
»Oh ja, eine Geschichte.«
»Und wie fängt eine Geschichte immer an?«, fragte Papa.
Sofie lachte schon voller Vorfreude und antwortete: »Ich weiß es. Sie beginnt mit den Worten ›Es war einmal‹.«
»Ja, das stimmt. Absolut richtig. Also, es war einmal …«

Es war einmal ein kleines Dorf in den weißen Wolken. In ihm lebten ein paar Menschen die den ganzen Tag über nicht viel zu tun hatten. Darum litten sie an großer Langeweile. Manche von ihnen kamen sogar auf ganz dumme Ideen. Da wurde in den Nasen gepopelt oder sich am Po gekratzt. Das war natürlich alles andere als schön und ein guter Grund, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Die Menschen vereinsamten.
Doch eines Tages hatte einer von ihnen, der Martin, eine großartige Idee. Schnell rannte er damit zum Bürgermeister und erklärte diesem, was ihm eingefallen war.
»Wir nehmen uns die ganz kleinen Wolken, bauen einen schnellen Motor in sie ein und veranstalten damit Wettrennen durch den ganzen Himmel.«
»Hm.«, machte der Bügermeister und dachte eine Weile darüber nach.
Er setzte sich in seinen gemütlichsten Sessel und grübelte hin und her, bis er schließlich eine Woche später eine Entscheidung getroffen hatte. Er ließ alle Menschen auf dem Dorfplatz rufen und verkündete ihnen seinen Entschluss.
»Liebe Leute. Von nun an wird sich einiges bei uns ändern. Wir wollen nicht mehr länger gelangweit auf unseren Wolken liegen und darüber nachdenken, was wir tun sollen. Ab sofort werden wir regelmäßig Himmelsrennen veranstalten. Jeder von euch darf daran teilnehmen.«
Der Jubel und die Freude waren natürlich groß und es dauerte nicht lange, bis die ersten Wolkenflitzer fertig waren und durch den Himmel flogen. Fast täglich fanden Rennen statt. Die Zeit der Langeweile war vorbei.
Den Menschen gefiel das sehr gut. Sie setzten sich auf ihre Wolken und gaben sich sehr viel Mühe, schneller als die anderen zu sein. Was sie aber nicht beachteten war ein Problem, mit dem niemand gerechnet hatte. Martin war der erste, der darauf aufmerksam wurde.
»Irgendwie riecht es hier komisch.«, stellte er eines Tages fest, als er sein Haus verließ.
Er atmete tief ein und verfolgte den seltsamen Geruch. Er schien aus keiner bestimmten Richtung zu kommen. Er war überall. Erst nach einer ganzen Weile fiel sein Blick zum Boden.
»Die Wolken schauen auch nicht mehr so schön aus, wie es früher einmal war.«
Tatsächlich war das Schneeweiß einem dunklen Grau gewichen. Die Wolken hatten sich verfärbt.
»Das hat es ja noch nie gegeben. Ich muss sofort etwas unternehmen.«
Martin lief zum Bürgermeister und erzählte, was ihm aufgefallen war.
»Ja, jetzt merke ich es plötzlich auch.«, sagte dieser.
»Was kann das denn nur sein? Wir müssen es unbedingt heraus finden.«
Sie machten sich auf die Suche, aber in keinem Gebäude war etwas zu finden. Erst nach einigen Tagen fiel es ihnen auf.
»Bürgermeister, schau dir das mal an.«
Martin deutete auf den Auspuff eines Wolkenflitzers.
»Da kommt dunkler Rauch heraus. Die Abgase machen unsere Wolken schmutzig.«
Sie hatten die Ursache der Verschmutzung gefunden.
»Aber was machen wir denn jetzt?«
Martin grübelte bereits. Ihm wollte aber keine Lösung einfallen. Die Wolkenrennen konnten sie unmöglich abschaffen. Alle Menschen hatten sich bereits daran gewöhnt und wollten nicht wieder mit der langweiligen Langeweile leben müssen.
»Ich hab da eine Idee.«, sagte der Bürgermeister grinsend.
»Komm doch mal mit mir mit.«
Gemeinsam gingen sie in das kleine Rathaus und suchten dort den Abstellraum des Hausmeisters auf.
»Du hast dir das mit den Wolkenflitzern ausgedacht, mein lieber Martin, also musst du jetzt auch dafür sorgen, dass unsere Wolken wieder schön sauber werden.«
Der Bürgermeister drückte Martin einen Eimer Wasser in die eine Hand und einen Schrubber in die andere.
»Nach jedem Rennen müssen die Wolken wieder schön sauber gemacht werden. Das wird in Zukunft deine Aufgabe sein.«
Martin sah sich seine neuen Arbeitswerkzeuge an.
»In Ordnung.«, sagte er laut seufzend.
»Beim Putzen wird es mir zumindest nicht langweilig.«
Er ging nach draußen und begann sofort mit den Reinigungsarbeiten. Die anderen Wolkenflitzerfahrer wurden darauf natürlich aufmerksam und gesellten sich sofort zu ihm.
»Wir machen die Wolken gemeinsam schmutzig, also werden wir sie auch gemeinsam wieder sauber machen.«
Und schon schwangen sie Schrubber und machten sich an die Arbeit. Ein paar Stunden später erstrahlten die Wolken wieder in ihrer schneeweißen Farbe.

»Wenn sie dann dort oben in den Wolken beim Putzen mal etwas Wasser daneben geht, fällt es als Regen zur Erde herunter.«, beendete Papa seine Geschichte.
»Moment mal.«, protestierte Sofie.
»Hast du mir nicht mal etwas ganz anderes über den Regen erzählt?«
Papa machte ein ganz unschuldiges Gesicht.
»Nein, das kann gar nicht sein.«, entgegnete er grinsend.
Sofie begann zu lachen.
»Das war eine sehr schöne Geschichte, aber ich glaube dir davon kein einziges Wort.«
Sie fiel Papa um den Hals und drückte ihn an sich.
»Weißt du was? Jetzt gehe ich nach draußen und werde das wunderschöne Wetter genießen. Immerhin kommen gerade die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken.«
Sofie stand auf und lief nach draußen in den Garten.

(c) 2012, Marco Wittler

374. Wenn es blitzt und donnert

Wenn es blitzt und donnert

Donner!
Blitz!
Helles Licht!
Rumms bumms!

Das Wetter spielte schon eine ganze Weile verrückt. Während des Abends waren dicke Wolken heran gezogen, die den Himmel grau färbten. Als es dann langsam dunkler wurde, begannen die ersten Tropfen zur Erde zu fallen. Mittlerweile herrschte strömender Regen. Blitz und Donner störten alle paar Sekunden die schwarze Nacht. An Schlaf war nun nicht mehr zu denken.
»Warum muss das denn so laut und hell sein? Das macht mir richtig Angst. Hoffentlich passiert nichts.«
Ben lag zitternd im Bett und hielt sich die Augen zu. Er wollte das da draußen nicht hören und nicht sehen. Aber irgendwie funktioniert das nicht. Die Blitze waren viel zu hell und die Donnerschläge viel zu laut.
Aus dem Nachbarbett meldete sich seine Schwester Sofie und versuchte ihn zu trösten.
»Das Gewitter tut dir nichts. Hier im Haus sind wir doch sicher. Wir haben ein Dach über dem Kopf und nichts kann zu uns herein kommen.«
Aber das reichte Ben einfach nicht.
»Ich will das nicht. Es soll aufhören. Warum gibt es überhaupt Gewitter? Wer braucht das schon? Ich jedenfalls nicht.«
Er kauerte sich im Bett zusammen und versteckte seinen Kopf unter dem Kissen.
»Weißt du denn wirklich nicht, warum es vom Himmel aus ständig blitzt? Hat dir das denn niemand erzählt?«, fragte Sofie verwundert.
Ben kam wieder unter dem Kissen hervor und schüttelte den Kopf.
»Nein. Ich weiß von nichts.«
Sofie seufzte und schlich sich zu ihrem Bruder herüber.
»Als der Uropa vor zwei Wochen gestorben ist, wo ist er dann hin gekommen?«
Ben musste nicht lange überlegen. Die Antwort wusste er sofort.
»Er ist im Himmel und sitzt dort auf einer großen weichen Wolke.«
Sofie nickte.
»Richtig. Da sitzt er und schaut immer zu uns herab. Aber er will sich ja nicht nur sehen, was wir gerade machen, sondern will hin und wieder ein paar Sachen von uns in Erinnerung behalten. Also schnappt er sich seinen großen Himmelsfotoapparat und macht jede Menge Bilder von uns, die er sich dann in sein Fotoalbum klebt.«
Ben bekam große Augen.
»Ehrlich? Er macht Fotos von uns wenn es blitzt?«
Sofie nickte.
»Das ist ja richtig cool. Dann darf ich aber nicht mehr weinen.«
Er wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stand auf.
»Los, wir müssen gut aussehen.«
Dann flitzte Ben zum Fenster und setzte sich lächelnd davor.
»Hallo, Uropa. Hier bin ich.«

(c) 2011, Marco Wittler

370. Wenn sich Engel langweilen

Wenn sich Engel langweilen

Fünf Engel saßen im Himmel und langweilten sich. Einer von ihnen spielte lustlos mit seinem Heiligenschein, ein anderer starrte Löcher in die vielen Wolken und verschaffte so der Sonne ein paar kleine Durchgänge zur Erde. Die anderen drei überlegten, ob sie heimlich in der Nase bohren sollten, hatten aber Angst, dabei erwischt zu werden. Also ließen sie es lieber bleiben.
»Was haltet ihr davon, wenn wir etwas gemeinsam unternehmen? Dann vergeht uns bestimmt die Langeweile?«
Diesem Vorschlag stimmten sie natürlich sofort zu. Doch dann mussten sie sich erstmal etwas einfallen lassen und saßen wieder gelangweilt herum.
Weil ihm nichts Besseres einfiel, spuckte einer der Engel im hohen Bogen durch den Himmel.
»Juhuu. Ich habe eine ganz kleine Wolke getroffen. Ich wette, dass schafft ihr nicht.«, rief er grinsend.
Das ließen sich seine vier Freunde natürlich nicht noch einmal sagen. Sie standen auf und spuckten, was das Zeug hielt. Dabei wurden sie immer mutiger, sprangen von Wolke zu Wolke und trafen immer schwierigere Ziele, bis sie plötzlich ein lautes Räuspern hinter sich hörten.
Erschrocken drehten sie sich um und sahen hinter sich Gabriel, einen der Erzengel, der ihnen nacheinander streng in die Augen blickte.
»So, so. Wettspucken. Ist das nicht bei uns im Himmel verboten?«
Zunächst blickten die fünf Engel verschämt auf ihre kleinen Füße, doch dann fand doch noch einer von ihnen seine Sprache wieder.
»Bis jetzt hat es uns noch niemand verboten.«
»Ehrlich nicht?«, fragte Gabriel und begann zu grinsen.
»Na dann schaut euch das mal an.«
Er holte tief Luft, spuckte und traf gleich vier Wolken gleichzeitig.
Zur gleichen Zeit öffneten die Menschen auf der Erde ihre Regenschirme oder setzen sich Mützen auf die Köpfe. Manche von ihnen wunderten sich, dass es gerade jetzt zu regnen begann, denn im Wetterbericht hatte man ihnen erzählt, dass es trocken bleiben sollte. Das war wirklich sehr verwunderlich.

(c) 2011, Marco Wittler

353. Die Wolkenbahn

Die Wolkenbahn

»Gleich fahren wir den Berg hinauf.«, erklärte Papa, als er den Wagen auf den Parkplatz lenkte.
»Wie geht denn das?«, wollte Finn wissen.
»Wir fahren mit einer Gondelbahn.«
Finn konnte die Erklärung nicht richtig hören, denn genau in diesem Moment fuhr ein laut hupendes Auto an ihnen vorbei.
»Wir fahren mit einer Wolkenbahn?«, war Finn erstaunt.
Papa musste lachen.
»Nein, das ist eine Gondelbahn.«
»Aber vorher hast du Wolkenbahn gesagt.«, stellte Finn fest.
Sie stiegen aus und näherten sich der großen Seilbahn. Als sie an ihr hinauf schauen, begann Finn zu grinsen.
»Siehst du, ich hab es dir doch gesagt. Es ist eine Wolkenbahn.«, und deutete mit dem Finger hoch.
Tatsächlich war der Beggipfel hinter einer dicken Wolkcndecke verschwunden.
Papa musste grinsen.
»Aber wir fahren nur auf einen Berg und nicht bis in den Himmel hinauf.«
Doch Finn gab sich damit nicht zufrieden.
»Wir werden ja sehen, wer Recht hat.«
Sie stiegen in eine der Gondeln ein und und schwebten damit am Berg hinauf. Es ging immer höher und höher. Der Parkplatz und die Talstation entfernten sich immer weiter und wurden kleiner und kleiner.
Und plötzlich war Papa erstaunt, denn es geschah etwas, das er nicht erwartet hatte.
»Huch. Was ist denn das?«
Die Gondel machte nämlich nicht auf der Bergspitze halt, sondern schwebte einfach weiter.
»Hier geht aber etwas nicht mit rechten Dingen zu.«
Finn lachte.
»Siehst, du. Ich habe die ganze Zeit Recht gehabt. Wir sitzen doch in einer Wolkenbahn.«
Nach ein paar Minuten kamen sie über den Wolken an. Die Gondel bremste, öffnete die Türen und wartete darauf, dass ihre beiden Fahrgäste aussteigen würden. Doch Papa zögerte.
»Ich weiß nicht. Das ist mir zu gefährlich. Wir werden bestimmt zur Erde fallen.«
Aber da war Finn bereits an der Tür. Er schloss seine Augen, machte einen Schritt vor und sprang. Es ging tatsächlich ein paar Meter hinunter, doch dann landete er auf einer Wolke, die so weich wie Watte war.
»Das ist cool. Das musst du unbedingt ausprobieren, Papa.«
Also blieb Papa nichts anderes mehr übrig. Er sprang seinem Sohn nach und landete ebenfalls ganz sanft.
»Wer hätte das gedacht.«, sagte Papa erstaunt.
»Wir sind wirklich mit einer Wolkenbahn gefahren.«

(c) 2010, Marco Wittler

281. Das Traumtier

Das Traumtier

Arne liegt im Bett. Gerade zieht er sich die Decke bis zur Nase hoch. Mama kommt mit einem Buch ins Zimmer und setzt sich auf die Decke.
»Jetzt lese ich dir noch eine Geschichte vor.«
Arne nickt mit dem Kopf und freut sich.
»Geschichte vom Traumtier.«
Mama schaut ihn mit großen Augen an.
»Traumtier? Das kenne ich ja gar nicht. Magst du mir davon erzählen?«
Arne freut sich. Er schlägt die Decke zurück und setzt sich auf. Er beginnt zu erzählen. Mama macht es sich gemütlich und nimmt sich den kleinen Kuschelhasen in den Arm.

Am Abend wird das Traumtier auf seiner weichen Wolke wach. Laut gähnt es durch den ganzen Himmel, bevor es zur Erde hinab schaut.
»Juhuu, gleich gehen die Kinder schlafen. Es wird Zeit für mich, Träume zu basteln.«
Es schnappt sich eine Umhängetasche, packt watteweiche Wolkenstückchen hinein und fliegt zu den Menschen hinab.
»Wo fange ich denn jetzt an?«
Das Traumtier entscheidet sich für ein kleines rotes Haus am Ende der Straße. Ganz leise schwebt es durch das geschlossene Fenster.
»Da ist ja schon ein schlafendes Kind. Dir werde ich einen richtig schönen Traum basteln.«
Es greift in seine Tasche und holt ein Stück der Wolke hervor. Mit geschickten, fleißigen Fingern formt es daraus ein paar kleine Pferde, Cowboys und Indianer. Dann legt es die Figuren auf das Kopfkissen, wo sie sich langsam auflösen.
»Viel Spaß im Wilden Westen, kleiner Junge.«, flüstert das Traumtier, bevor es das Haus wieder verlässt und sich auf den Weg zum nächsten schlafenden Kind macht.

»Geschichte vom Traumtier.«, sagt Arne stolz.
Er legt sich wieder hin, zieht seine Decke zurecht und wünscht Mama eine gute Nacht.

(c) 2009, Marco Wittler

243. Die Sternschnuppe

Die Sternschnuppe

Miriam saß am Fenster und sah in die Dunkelheit hinaus. Jetzt, so kurz vor dem Winter, ging die Sonne sehr früh unter und die Sterne kamen zum Vorschein, bevor es Zeit zum Schlafen wurde.
In diesem Moment kam Mama herein und setzte sich mit auf das kleine rote Sofa.
»Was schaust du dir da draußen an, mein Schatz?«, fragte sie.
Miriam zeigte mit dem Finger in den Himmel.
»Ich sehe mit die Sterne an und denke mir Geschichten dazu aus.«
Mama lächelte.
»Da hast du dir aber viel vorgenommen.«
Auf einmal bekam Miriam ganz große Augen. Sie hielt den Atem an, bevor sie ein paar Sekunden später ihre Sprache wiederfand.
»Schau mal. Einer der Sterne fällt gerade herunter. Ist der denn nicht richtig fest gewesen?«
Da musste Mama leise lachen.
»Aber nein. Das war gar kein Stern, sondern eine Sternschnuppe.«
»Eine Sternschnuppe? Davon habe ich ja noch nie gehört. Was soll das denn sein?«
Mama seufzte.
»Das ist gar nicht so einfach zu erklären.«
Doch Miriam ließ jetzt nicht mehr locker.
»Oh, bitte, bitte. Das muss ich unbedingt wissen.«
Mama nahm sich ihre Tochter auf den Schoß und begann zu erzählen.
»Da oben im Weltall fliegen immer mal wieder kleinere und größere Steine zwischen den Sternen und Planeten hin und her. Ab und zu verirren sie sich dann zur Erde und fallen dann herab. Dabei werden sie dann so heiß, dass sie anfangen zu glühen. Bevor sie dann auf dem Boden landen, sind sie bereits komplett verbrannt.«
Nun bekam sie einen geheimnisvollen Blick.
»Aber das Wichtigste ist, dass man bei einer Sternschnuppe die Augen schließt und sich anschließend etwas wünscht. Das geht dann auch irgendwann in Erfüllung.«
Sofort klappte Miriam ihre Lider herunter, legte die Stirn in falten und wünschte so kräftig sie konnte.
Als sie die Augen wieder öffnete, warf sie sofort einen Blick in die Dunkelheit.
»Juhuu, mein Wunsch ist gerade in Erfüllung gegangen.«
Da war Mama verwundert.
»Wie? So schnell? Was hast du dir denn gewünscht?«
Miriam zeigte mit dem Finger in den Himmel.
»Schau. Da fällt gerade eine neue Sternschnuppe vom Himmel. Die hab ich mir gewünscht.«
Da mussten sie beide lachen.

(c) 2009, Marco Wittler

174. Der verlorene Heiligenschein

Der verlorene Heiligenschein

Raphael saß gemütlich auf seinem Platz und langweilte sich. Jeden Morgen, wenn er aufstand, flog er mit seinen Flügeln zu seinem Platz auf der großen Wolke und beobachtete den ganzen Tag über die Menschen auf der Erde. Aber das war nun einmal die Aufgabe eines Engels. Wenn sie dann sahen, dass jemand in große Not geriet, griffen sie ein und halfen, wo sie konnten. Doch mittlerweile passten die Menschen immer besser auf sich auf.
»Wenn mir doch bloß nicht so langweilig wäre. Und jeden Tag auf meiner Harfe spielen macht auch keinen Spaß.«
Er nahm seinen Heiligenschein vom Kopf und spielte damit herum. Er ließ ihn wie einen kleinen Hula-Hoop-Reifen um seinen Finger kreisen. So konnte er sich ein wenig von seinem Alltag ablenken.
»Hallo Raphael.«, hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich und erschrak.
Es war Gabriel, der gerade vorbei flog und auf dem Weg zu seiner Wolke war.
»Hallo Gabriel. Ich wünsche dir einen schönen Tag.«
Raphael winkte ihm nach. Dabei fiel ihm auf, dass sein Heiligenschein nicht mehr an seinem Finger fing.
»Oh nein.«, schrie er laut.
»Wo ist er nur hin?«
Er blickte sich um, befühlte jede Falte seines Gewandes und sah auch unter seinem Hintern nach. Nicht einmal in der Wolke war er zu finden.
Raphael kroch zum Rand und sah zur Erde hinab. Da fiel ihm ein leuchtender Gegenstand auf, der nur Sekunden später in einem dichten Wald verschwand.
»Weg ist er .«, sagte er sich betrübt.
»Aber was soll ich denn jetzt machen?«
In seiner Verzweiflung flog er zur Erde hinab, um sich seinen Heiligenschein zurück zu holen.
»Wenn ich ihn nicht finde, bin ich kein richtiger Engel mehr. Wie soll ich denn dann überhaupt noch den Menschen helfen können?«
Er landete mitten im Wald und sah sich um. Doch bis auf Bäume, Sträucher und vielen Gewächsen, deren Namen er nicht kannte, war nichts zu sehen.
Raphael sah hinter jedem Blatt nach und tastete  mit seinen Fingern unter jeder Wurzel. Fündig wurde er aber nicht.
»Das wird richtig Ärger geben. Der Heiligenschein darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten.«
Da zupfte auf einmal jemand an seinem Gewand.
Es war ein kleines Eichhörnchen. Es war gerade von seinem Baum geklettert, wedelte aufgeregt mit seinen Vorderpfoten in der Luft herum und zeigte mit einer Kralle immer wieder in eine bestimmte Richtung.
Der Engel verstand zuerst nicht, was ihm das kleine Tier sagen wollte. Doch schließlich folgte er der ungewöhnlichen Aufforderung und ging dem Eichhörnchen nach.
Es ging über Stock und Stein, hinter diesem und jenem Baum entlang, bis sie schließlich auf einer großen Lichtung standen. Vor sich sahen sie einen großen Hirsch. An seinem Geweih hing der Heiligenschein.
»Du meine Güte, da ist er. Ich bin gerettet.«
Raphael bedankte sich beim Eichhörnchen und beim Hirsch, bevor er sich seinen Heiligenschein wieder auf den Kopf setzte und zurück auf seine Wolke flog. So eine Dummheit wollte er nun nie wieder machen.

(c) 2009, Marco Wittler