487. Winterspaß im Tierheim (Tierheimgeschichten 9)

Winterspaß im Tierheim

Die kalte Jahreszeit war angebrochen. Jeden Tag wurde es früher dunkel und das Wetter immer schlechter. Dicke Regentropfen prasselten auf das Dach des Katzenhauses nieder. Das Geräusch, welches sie dabei erzeugten, klang wie nicht enden wollendes, viel zu lautes Trommelkonzert.
„Kann das nicht endlich aufhören?“ beschwerten sich die Katzenkinder, die bisher nur den Frühling und den Sommer kennengelernt hatten.
„Warum ist das Wetter bloß so gemein? Hat jemand die Sonne geklaut? Und woher kommen die vielen Wolken?“
Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sich das Wetter so stark verändern konnte.
„Solang es draußen so schlimm ist, werde ich unser warmes Haus nicht mehr verlassen.“ schimpfte der kleine Kater Paul. „Und wenn das bis zum nächsten Frühling dauern sollte.“
Aber wollte sich kein besseres Wetter zeigen. Es war sogar das Gegenteil der Fall. Mit jedem Tag wurde es kälter. Die Katzenkinder froren beim Blick auf das Thermometer, obwohl die Heizung ganz aufgedreht war und kräftig heizte. Die kleinen Katzen verkrochen sich immer zu zweit ganz tief in ihre Kuschelhöhlen, um sich gegenseitig zu wärmen.
„Wir kommen erst wieder raus, wenn sich die Sonne zeigt.“ erklärte  Paul. „Ich mache jeden Tag einen großen Bogen um die Badewanne. Da werde ich bestimmt nicht im Regen duschen.“
Irgendwann hörte das stetige Trommeln der Regentropfen auf und es wurde still. Es wurde so still, dass man von draußen kein einziges Geräusch mehr hören konnte.
„Was ist denn jetzt passiert?“ Paul kam neugierig aus seiner Höhle gekrochen und versuchte, einen Blick aus dem Fenster zu werfen. „Ist der Sommer endlich wieder zurück?“
Er sprang auf die Fensterbank, schaute nach draußen und bekam riesig große Augen.
„Was ist den das?“ war er verwundert. „Es regnet nicht mehr. Dafür fällt ganz viel weißes Zeug vom Himmel und bleibt überall liegen.“
Nun drängten sich auch die anderen Katzenkinder an das Fenster und staunten. „Das sieht unglaublich schön aus. So friedlich und freundlich.“
„Das ist bestimmt eine Falle.“ warnte Paul. „Das Wetter legt uns bestimmt rein. Ich wette, dass es sofort wieder regnet, wenn wir nach draußen gehen. Dann werden wir nass und sehen aus wie begossene Pudel.“
„Das musst du uns erstmal beweisen.“ verlangten die anderen Katzen und öffneten ihm die Tür.
Paul zögerte und wurde ganz unsicher. „Das muss man nicht beweisen. Jeder, der das Wetter kennt, kann sich das doch denken.“
Trotzdem hielten sie die Tür weiterhin offen und sahen Paul auffordernd an, der einmal laut seufzte und dann mit hängendem Kopf nach draußen schlich.
„Brrr, ist das kalt an den Füßen.“ rief er zitternder Stimme. „Aber … ich finde es toll.“
Toll? Das wollten die anderen Katzenkinder nicht glauben. Draußen war es dunkel, nass und kalt. Unter dem Wort Toll stellten sie etwas ganz anderes vor.
In diesem Moment flog ein kleiner weißer Ball in das Katzenhaus, der klatschend auf einem Katzenpo landete.
„Hey, was soll das? Das gibt Rache.“
Alle Katzenkinder stürmten in das kalte Weiß hinaus und begannen unter lautem Lachen eine große Schneeballschlacht.
Die älteren Katzen sahen sich das wilde Treiben grinsend an und erinnerten sich daran, dass ihre ersten mit dem Winter und dem Schnee auch so geschehen waren.

(c) 2014, Marco Wittler

473. Winterblumen

Winterblumen

Es war warm. Es war sogar viel zu warm. Es war viel zu warm für einen Januartag. Die Sonne schien, Wolken gab es nur ganz wenige am Himmel und das Thermometer zeigte stolze fünfzehn Grad an. Das verärgerte nicht nur die Kinder, die so gern mit ihren Schlitten die Hänge hinab düsen wollten, sondern war auch sehr ungewohnt für die Natur. Die Schneeglöckchen und die Krokusse blühten bereits auf den Wiesen und in den Vorgärten und alle anderen Blumen und Bäume trugen schon dicke Knospen, die sich in den nächsten Tagen öffnen würden.
»Das ist ja wie im Frühling.« wunderte sich Hannah und sah sich begeistert um.
»Bei so vielen bunten Farben macht es mir auch nichts mehr aus, dass es noch keinen Schnee gegeben hat. Dann bleibt der Schlitten halt im Schuppen. Ich kann auch was anderes machen.«
Sie flitzte ins Haus, holte ihre Fotokamera und knipste ein Bild nach dem anderen.

Ein paar Tage später blühte es überall in allen Farben des Regenbogens. Der Winter war eigentlich schon längst vergessen, als es plötzlich merklich kälter wurde. Graue Wolken zogen auf und verdeckten sie wärmende Sonne. Dann begann es zu schneien. Stundenlang fielen unzählige Schneeflocken vom Himmel und bedeckten die Erde unter sich. Die Erwachsenen fluchten, weil sie nun die Schneeschieber aus den Kellern holen mussten. Die Kinder hingegen jubelten. Sie holten ihre Schlitten hervor und düsten die Hügel herunter. Nur Hannah war nicht begeistert.
»Was ist denn jetzt mit den vielen Blumen und Blüten?« fragte sie ihren Opa, der mit ihr am Fenster stand.
»Für die es es jetzt zu kalt. Sie werden erfrieren und dann im Frühling nicht neu wachsen. Das wird erst wieder was im nächsten Jahr.«
»Aber das ist doch traurig. Wovon sollen sich denn die Bienen ernähren, wenn es keine Blüten gibt? Dagegen muss man doch was tun.«
Sofort überlegte Hannah fieberhaft, was sie unternehmen konnte.
»Ich glaube, ich habe da eine Idee. Hilfst du mir?« blickte sie Opa bittend an.

Am Nachmittag kam Mama von der Arbeit. Sie staunte nicht schlecht, als sie nach draußen in den Garten sah.
»Da steht ja ein Zelt. Wer baut denn das im Winter auf? Was für eine verrückte Idee.«
Neugierig ging sie raus, näherte sich dem Zelt und warf einen Blick hinein.
»Hannah? Opa? Was macht ihr denn da?«
Hannah grinste.
»Wir schützen ein paar Blüten vor dem Schnee, damit die Bienen bei uns etwas zum Fressen finden, wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen.«
Tatsächlich hatten die beiden bereits den bisher gefallenen Schnee aus dem Zelt geschaufelt.
»Mit dem restlichen Schnee bedecken wir dann das komplette Zelt. Da ist es wie ein Iglu. Dann ist es im Innern wärmer als draußen.« erklärte Opa weiter.
»Die Blumen werden überleben, die Bienen müssen nicht hungern und wir haben eine tolle Beschäftigung für die nächsten Tage.

(c) 2014, Marco Wittler

434. Schneeglöckchen (Hallo Oma Fanny 7)

Schneeglöckchen

Hallo Oma Fanny.

Ich bin es, der Noah. Ich habe heute wieder etwas Neues gelernt.
So kurz vor dem Frühlingsanfang blühen bei uns die ersten Blumen auf der Wiese und unter der Hecke. Sie sind klein und weiße Glöckchen als Blüten. Meine große Schwester hat mir erklärt, dass sie Schneeglöckchen heißen. Das ist ein komischer Name, meinst du nicht auch?
Also habe ich mich erstmal auf die Wiese gelegt und mir die Blumen ganz genau angesehen. Sie haben die gleiche Farbe wie der Schnee, aber sonst schauen sie aus wie ganz normale Blümchen. Sie fühlen sich nicht einmal kalt an, wenn man sie berührt. Da hat mich dieser komische Name noch mehr gewundert.
Mir ging das alles nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe darüber den ganzen Tag, den Abend und sogar in meinen Träumen nachgedacht.
Erst am nächsten Morgen war mein Kopf wieder mit anderen Sachen beschäftigt, bis ich zum ersten Mal aus dem Fenster geschaut habe.
Du wirst nicht glauben, was ich da entdeckt habe. Die Wiese im Garten, die Blumenbeete, ja sogar die Straße waren alle weiß. Überall lag ganz viel Schnee. Es war so viel, dass man gar nichts anderes auf dem Boden mehr sehen konnte.
Sofort hab ich meine dicke Jacke und die Handschuhe angezogen. Ich bin dann raus gegangen und wollte einen Schneemann bauen, als ich etwas im Schnee stehen sah. Die Schneeglöckchen waren gerade noch zu sehen.
Meine Schwester stand lachend neben mir und erklärte, dass die Blumen Schuld am Schnee sind. Wenn der Wind ihre Glöckchen schüttelt, dann fällt ganz viel Schnee aus ihnen heraus. Schade, dass sie nicht auch im Sommer blühen.

Liebe Oma Fanny, ich freue mich schon auf deinen nächsten Brief. Bis bald.

Dein Noah.

(c) 2012, Marco Wittler

392. Strandurlaub im Winter

Strandurlaub im Winter

Niko stand am Strand und verzog genervt sein Gesicht. Strandurlaub im Winter war so gar nicht nach seinem Sinn. Wie waren seine Eltern nur auf diese komische Idee gekommen? Der Januar war auf keinen Fall der richtige Monat, um hier zu sein. Es war kalt, es war windig, der Himmel hing voller Wolken und das Meer war viel zu kalt, um darin zu baden.
»Ich will eine Sandburg bauen.«, beschwerte sich Niko immer wieder.
Aber mit der dicken Winterjacke, Mütze auf dem Kopf und Handschuhen, hatte er auch dazu keine richtige Lust.
»Das ist doof hier.«, sagte er seinen Eltern und stopfte seine Hände tief in die Jackentaschen.
»Ich will Sonne und ich will es warm haben. Ich will nur im Sommer hier sein. Ich will eine Sandburg bauen.«
Niko war sauer und stieß mit seinen Winterstiefeln eine Muschel über den Sand.
»Tut uns wirklich Leid.«, entschuldigte sich Papa.
»Aber die Oma wohnt halt am Meer und hat uns eingeladen. Es kann ja nicht das ganze Jahr über Sommer sein.«
Doch das hörte der kleine Junge nicht mehr, denn seine Augen hatten etwas entdeckt, das er am Strand nicht erwartet hatte. Er verfolgte eine kleine Schneeflocke, die langsam zum Boden herab schwebte. Und dann sah er noch eine und noch eine. Es wurden immer mehr, bis ein kräftiges Schneetreiben begann. So etwas Schönes hatte er noch nie gesehen. Schnee direkt am Meer.
»Juhuu!«, jubelte er.
»Das ist ja unglaublich cool.«
Er ließ sich auf seine Knie fallen und begann im Schnee zu wühlen.
»Jetzt kann ich eine Schneeburg bauen.«, rief er grinsend.

(c) 2012, Marco Wittler

352. Auf der Rodelbahn

Auf der Rodelbahn

Max und Lena waren aufgeregt und voller Vorfreude, denn heute durften sie das erste Mal mit Mama und Papa auf die Rodelbahn. Mit dem Auto fuhren sie zu viert zur Gondelbahn, die sie auf den Berg hinauf bringen sollte. Doch dann erlebten sie eine Überraschung.
Papa wollte gerade die Fahrkarten kaufen, da wurde ihnen mitgeteilt, dass am heutigen Tag keine einzige Gondel den Berg hinauf gezogen würde.
»Der Schleppmotor ist kaputt. Der muss jetzt repariert werden.«, erklärte Papa.
»Das dauert mindestens bis Morgen früh.«
Die Kinder verzogen enttäuscht die Gesichter. Sie hatten sich doch schon so sehr gefreut.
»Aber was machen wir denn jetzt?«, fragte Max.
»Können wir denn nicht auf den Berg hinauf laufen?«, schlug Lena vor.
»Das ist eine prima Idee.«, lobte Papa.
Und schon machten sie sich zu Fuß auf den Weg.

Es war schönstes Winterwetter. Die Sonne schien. Es waren keine Wolken am Himmel zu sehen. Die verschneiten Bergspitzen waren in allen Richtungen gut zu sehen. Es war eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Im Bach neben der Rodelbahn hatten sich dicke, glitzernde Eiszapfen gebildet.
»Wie weit ist es denn noch?«, wollte Max wissen.
»Mir dampfen schon die Füße, so warm sind sie geworden. Wenn wir jetzt noch lange laufen müssen, schmelzen sie bestimmt durch den Schnee hindurch.«
Aber ein wenig mussten sie noch durchhalten. Irgendwann durften sich dann die Kinder auf den Schlitten setzen und ließen sich von Papa den Berg hinauf ziehen.
Nach einer Stunde hatten sie es endlich geschafft. Sie hatten den Berggipfel erreicht.
»Ist das nocht schön hier oben?«
Mama kam sofort ins Schwärmen. Man konnte bis in das nächste Tal schauen.
»Ich glaube, es wird Zeit, dass wir ein kleines Picknick machen.«
Sie holte ein paar verpackte Brote aus der Jackentasche und verteilte sie an Papa und die Kinder.
»Und wenn wir gegessen haben rodeln wir wieder nach unten?«
Papa nickte und nahm schon auf seinem Schlitten Platz.
»Ich will mit Papa fahren.«, entschied Lena.
»Dann fahre ich aber mit Mama.«, sagte Max und setzte sich ebenfalls.
Nach ein paar Minuten ging es los. Es sollte ein Wettrennen werden.
»Wer zuerst unten angekommen ist.«, rief Max und sah sich schon als Gewinner.
Aber nach den ersten Metern wurden er und Mama bereits von Papa und Lena überholt.
»Wir sind ja auch schwerer.«, rief Papa.
»Ich habe schließlich ganz viel zum Mittag gegessen.«
Max wollte sich aber nicht geschlagen geben.
»Los, Mama. Schneller.«
Nach der ersten Kurve jubelte Lena, denn der Schlitten ihres Bruders war nicht mehr zu sehen. Papa fuhr mit ihr schneller und schneller. Der Wind wehte ihnen die fallenden Schneeflocken ins Gesicht, als sie durchs Ziel fuhren.
»Das war grandios. Das müssen wir unbedingt noch einmal machen.«
Lena war begeistert. Aber als sie sich umsah, konnte sie Max und Mama nicht entdecken. Die beiden waren wie vom Erdboden verschluckt. Erst nach weiteren zehn Minuten tauchten die beiden wieder auf. Sie waren von oben bis unten mit Schnee bedeckt.
»Was ist denn mit euch passiert?«, wunderte sich Papa.
»Wir sind im Graben gelandet.«, entschuldigte sich Mama mit einem rotem Kopf.
»Und das war so cool.«, freute sich Max.
»Ich hab uns danach noch zwei Mal hinein gelenkt.«

(c) 2010, Marco Wittler

350. Ich will einen Schneemann

Ich will einen Schneemann

Sofie hatte sich in ihre dicke Decke eingewickelt und sah nach draußen. Vom Himmel fielen dicke Schneeflocken herab und hatten mittlerweile die Erde unter sich begraben. Alles war weiß geworden. Die Kinder aus der Nachbarschaft fuhren mit dem Schlitten einen kleinen Hügel hinab, andere bauten Schneemänner oder lieferten sich eine denkwürdige Schneeballschlacht.
Sofie seufzte und ließ sich langsam auf ihr Bett fallen.
»Ich will auch einen Schneemann bauen. Das ist so unfair.«, sagte sie enttäuscht.
»Du kannst aber nicht nach draußen.«, antwortete Mama aus der Küche.
»Du bist krank und musst im Bett bleiben. Das hat auch der Arzt gesagt.«
Das war halt das Problem, wenn man sich eine Grippe eingefangen hatte.
»Da kann ich ja noch froh sein, dass ich keine Schweinegrippe habe, sonst würde ich bestimmt den ganzen Tag nur grunzen.«, scherzte Sofie und brachte Mama damit zum Lachen.

Die Zeit wollte nicht vergehen. Die Stunden und Minuten zogen sich hin. Eine ganze Weile starrte Sofie nur an die Decke. Irgendwann schnappte sie sich ein Buch und las ein paar Seiten, bis es plötzlich an ihr Fenster klopfte.
Sofie schreckte hoch und sah sich verwirrt um. Sie stand auf, wickelte wieder die Decke um ihren Körper und sah nach draußen.
»Was ist denn das?«
Sie wollte ihren Augen nicht trauen. Da standen doch tatsächlich drei kleine Schneemänner auf der Fensterbank, die alle nicht größer als eine Hand waren.
Sie sah hinaus auf die Wiese und entdeckte in nur wenigen Metern Entfernung ihre beste Freundin Lena, die ihr grinsend zuwinkte.
Sofie lächelte glücklich und hatte nun endlich ihre eigenen Schneemänner.

(c) 2010, Marco Wittler

277. Wenn Schneemänner träumen

Wenn Schneemänner träumen

Otto träumte. Er erinnerte sich zurück an den letzten Winter. Damals war er ein großer, prachtvoller Schneemann gewesen, mit Zylinderhut auf dem Kopf und einer langen, roten Möhre als Nase.
»Ach, wenn ich doch bald wieder ein Schneemann sein könnte.«, murmelte er vor sich hin.
Otto war von einer kleinen Gruppe Kinder gebaut worden und hatte die gesamte kalte Jahreszeit über im Garten gestanden.
Doch damit war es schon seit Monaten vorbei. Irgendwann im Frühling war es warm geworden. Der Schnee war geschmolzen und zu Wasser geworden.
Nun fristete Otto sein Leben als Wassermann in einem kleinen Gartenteich und wartete darauf, dass es wieder kalt werden würde.
Den ganzen Sommer über kümmerte es sich um die Fische und anderen Tiere, die durch ihn hindurch schwammen. Aber seine wahre Bestimmung, sein größtes Glück, lag darin, ein Schneemann zu sein.
»Irgendwann, zum Ende des Herbstes ist es wieder so weit.«, sagte er sich.
»Dann werde ich verdunsten. In kleinen Tröpfchen schwebe ich zum Himmel hinauf und werde mich für ein paar Tage in einer großen Wolke verstecken und über das Land hinweg fliegen. Wenn es dann richtig kalt wird, lasse ich mich in unzähligen Schneeflocken zum Boden fallen und werde alles im schönsten Weiß bedecken.«
Otto malte es sich in seinem Kopf aus, wie sich die fröhlichen Kinder in den Garten stürzten und einen neuen stattlichen Schneemann bauten.
Er sah auf seinen Kalender und staunte.
»Was ist denn das? Der November hat schon angefangen.«
Otto musste grinsen.
»Bald ist es so weit. Nicht mehr lange und ich werde wieder vom Himmel fallen und zum Schneemann werden.«

(c) 2009, Marco Wittler

194. Der kleine Junge, der nicht schlafen wollte

Der kleine Junge, der nicht schlafen wollte

Adam saß am Fenster und blickte in die tiefe Nacht hinaus. Es war so dunkel, dass man nichts mehr sehen konnte. Doch das konnte ihn nicht von seiner Beschäftigung abbringen.
»Suchst du etwas?«, fragte seine Mutter.
Doch Adam schüttelte den Kopf. Mit der Hand zeigte er auf den Wandkalender.
»Es ist schon der fünfzehnte Dezember. Aber es ist noch nicht eine einzige Schneeflocke vom Himmel gefallen. Ich will, dass es endlich richtig Winter wird.«
Sein Schlitten stand schon seit einem ganzen Monat an der Haustür bereit. Es war draußen sogar schon richtig kalt geworden, aber der Schnee ließ auf sich warten.
»Du kannst doch Morgen wieder schauen, ob sich das Wetter geändert hat.«, schlug seine Mutter vor.
»Es ist schon spät und du solltest längst im Bett liegen und schlafen.«
Aber Adam tat so, als hörte er sie nicht.
»Ich werde nicht eher vom Fenster verschwinden, bevor es nicht angefangen hat zu schneien.«
Nach und nach gingen seine Eltern und Geschwister schlafen. Sie hatten die nächsten Tage so viel für Weihnachten vorzubereiten, dass sie ausgeschlafen sein wollten.
Adam war das alles egal. Er wollte der Erste sein, der die ersten Schneeflocken sah.
Die Zeiger auf der Uhr tickten und drehten sich weiter im Kreis. Die Nacht zog vorbei und ein neuer Morgen kündigte sich an. Die Sonne stieg auf und erhellte den ganzen Himmel.
»Verdammt. Es sind wieder keine Wolken zu sehen.«
Adam war enttäuscht. So einen späten Winter hatte er noch nie erlebt.
Inzwischen waren die anderen aufgestanden. Ausgeschlafen und vergnügt versammelten sie sich um den großen Tisch und aßen das Frühstück.
»Willst du nicht zu uns kommen?«, fragte sein großer Bruder.
»Nein.«, war die knappe Antwort.
»Ich habe keine Zeit. Wenn ich jetzt zu euch komme, verpasse ich die Schneewolken. Aber ihr könnt mir ein Brot herüber bringen.«
Also aß Adam am Fenster.

Mit jedem Tag, der verging, wurde Adam müder. Er gähnte immer öfter und hatte große Mühe, seine Augen offen zu behalten.
»Willst du nicht vielleicht doch irgendwann schlafen gehen?«
Seine Mutter machte sich Sorgen um ihren Sohn. Doch dieser lehnte ab. Er durfte auf keinen Fall den Winteranfang verpassen.

Am Vorabend des Weihnachtsfestes geschah es dann.
Nein, der Winter kam nicht plötzlich über das Land geschneit. Es war Adam, der nun so müde war, dass ihm seine Augen endgültig zu fielen und er laut zu schnarchen begann. Er war tatsächlich eingeschlafen.
Seine Mutter seufzte erleichtert und brachte ihn ins Bett. Während sie mit der schweren Last die Treppe hinauf stieg, sah sie kurz aus einem Fenster hinaus. Sie glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Da fielen Schneeflocken vom Himmel. Dick und schwer bedeckten sie innerhalb weniger Minuten das Land. Der Winter war nun doch endlich gekommen.
»Adam, du musst aufwachen. Der Winter ist da.«, rief die Mutter.
Adam hörte sie nicht. Sein Schlaf war tief und fest.

Adam wurde wach. Laut gähnte er durch sein Zimmer. Dann sah er sich um und stellte sofort fest, dass er eingeschlafen sein musste.
»Oh nein. Hoffentlich, hat der Winter nicht ohne mich begonnen.«
Er stand auf und lief ans Fenster. Schnee war keiner zu sehen. Nur die vielen bunten Blumen auf der Wiese.
»Da habe ich ja Glück gehabt.«
Er ging die Treppe hinunter und blieb plötzlich verwirrt stehen.
Bunte Blumen? Zur Winterzeit?
Er raste in die Küche.
»Was ist passiert?«
Seine Mutter musste lachen. Dann erklärte sie ihm, dass er viel zu lange nicht geschlafen hatte. Irgendwann war seine Müdigkeit so groß geworden, dass er den ganzen Winter hindurch geschlafen hatte.
»Der März ist schon fast vorbei. Du hast sogar den Frühlingsanfang verschlafen.«
In diesem Moment kamen seine Geschwister herein und schwärmten von dem vielen Schnee, den sie den ganzen Winter über genossen hatten.
»Über einen Meter hoch lag er. Von Weihnachten an konnten wir bis letzte Woche jeden Tag mit dem Schlitten fahren. Das war der schönste Winter, den wir je erlebt haben.«
Adam konnte es nicht fassen. Er schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
»Wie dumm bin ich doch bloß gewesen. Das passiert mir bestimmt kein zweites Mal.«
Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als bis zum nächsten Winter zu warten. Bis dahin ging er jeden Abend pünktlich in sein Bett und schlief.

(C) 2009, Marco Wittler

186. Die erste Schlittenfahrt

Die erste Schlittenfahrt

Christian saß in seinem Kindersitz und vergrub sein Gesicht tief hinter einem dicken Schal. Seine Eltern hatten ihm einen lustigen Tag im Schnee versprochen. Also hatte er sich die letzten Tage auf Schneeballschlachten und Schneemannbauen gefreut. Doch nun waren sie mit dem Auto unterwegs zu einem hohen Berg.
»Dort liegt viel mehr Schnee als bei uns.«, hatte Papa erzählt.
Doch dann packte er den Schlitten in den Kofferraum. Christian konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als mit einem Schlitten einen Berg hinab zu fahren. Am letzten Wochenende war sein bester Freund Michl bei einer Fahrt so schlimm gestürzt, dass er einen großen blauen Fleck bekommen hatte.
»Müssen wir das wirklich machen? Können wir nicht einfach nur einen Schneemann bauen und wieder nach Hause fahren?«, fragte Christian.
Aber Papa schüttelte den Kopf.
»Aber dann verpassen wir doch den ganzen Spaß. Du weißt ja gar nicht wie viel Spaß es macht, wenn einem der Wind um die Nase fegt. Außerdem kribbelt es bei schnellen Schlittenfahrten immer im Bauch. Das ist fast wie in der Achterbahn.«
Achterbahn? Christian wurde es flau im Magen. Er hatte einmal eine im Fernsehen angeschaut. Die Wagen der Bahn rasten auf einer Schiene entlang, und drehten sich sogar so weit, dass die Fahrgäste auf dem Kopf standen. Das konnte doch keinen Spaß machen.
In diesem Moment parkte Papa das Auto. Er stieg aus, holte den Schlitten hervor und half seinem Sohn beim Aussteigen.
»Fahr doch schon mal ohne mich. Ich muss mir noch die letzten Seiten in meinem Bilderbuch anschauen. Das kann ich jetzt unmöglich verschieben.«
Aber es half nichts. Papa ließ nicht mit sich diskutieren.
Sie stiegen mit mehreren anderen Menschen in eine Gondel, die an einem langen Seil auf den Berg gezogen wurde.
»Was sind denn das für komische Bretter, die der Mann da in der Hand hält?«
Papa sah sich um.
»Das sind Skier. Die schnallt man sich unter die Füße und fährt damit die Berge hinab.«
Christian bekam große Augen. Es gab tatsächlich noch etwas Gefährlicheres als den Schlitten.

Als sie auf der Bergspitze ankamen, stellte Papa sofort den Schlitten auf den Schnee. Er forderte seinen Sohn auf, sich darauf zu setzen, doch dieser weigerte sich. Also musste er es selbst vormachen.
»Siehst du, da passen wir auch zu zweit drauf. Und passieren kann da gar nichts. Das Verspreche ich dir.«
Christian wollte nicht. Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah trotzig in eine andere Richtung.
Papa stand wieder auf.
»Ich werd uns mal etwas zu Trinken besorgen. Passt du so lange auf den Schlitten auf?«
Er stiefelte fort. Christian sah sich den Schlitten an, der sich nun langsam allein in Bewegung setzte. Er lief schnell hinterher und stellte ihn quer zum Berg.
»Und damit du das nicht noch einmal versuchst, setzte ich mich auf dich drauf.«
In diesem Moment kam Papa zurück.
»Was ist denn das? Du sitzt ja auf dem Schlitten. Willst du jetzt doch fahren?«
Und schon saß er hinter seinem Sohn und gab mit den Füßen Schwung.
»Hilfe!«, schrie Christian.
Doch das half nun auch nichts mehr. Die wilde Fahrt hatte begonnen. Es ging von einem Hügel zum anderen. Sie rasten durch die Kurven und überholten einen Skifahrer nach dem anderen. Dabei kamen sie den Tannen am Rand der Piste gefährlich nahe. Nicht einmal vor kleinen Sprüngen machte der Schlitten Halt. Erst auf dem Parkplatz kamen sie wieder zum Stehen.
»Du meine Güte.«, sagte Christian.
Er war noch völlig aus der Puste und schnappte laut nach Luft, bevor er aufstand.
»Das war richtig toll. Los, Papa, lass uns gleich noch mal fahren.«
Doch packte winkte ab. Sein Gesicht hatte eine grünliche Farbe angenommen. Ihm war schlecht geworden.
»Auf keinen Fall mache ich das noch einmal. Lieber fahre ich einen ganzen Tag lang mit der Achterbahn. Auf diesen Berg bekommt mich keiner mehr hinauf.«
Während Papa aufstand musste Christian ganz laut lachen, denn er hatte die Angst vor Schlittenfahrten verloren.

(c) 2009, Marco Wittler

069. Wo bleibt der Schnee

Wo bleibt der Schnee?

Anna wurde wach. Sie schlug die Augen auf und sah sich um. Doch da war nichts. Um sie herum war es stockdunkel. Sie tastete sich zum Nachtschränkchen vor, schaltete die kleine Lampe an und warf einen Blick aus schmalen Augenschlitzen auf den Wecker. Es war gerade acht Uhr morgens.
»Zeit zum Aufstehen, würde ich sagen.«
Sie hüpfte vom Bett, zog sich die Pantoffeln über und schlurfte ins Bad. Wie an jedem Morgen vergaß sie, die Rollläden hochzuziehen.
Sie putzte sich die Zähne, wusch sich und zog dann in ihrem Zimmer an.
»Heute werde ich Schlitten fahren. Das steht fest.«
Am Abend vorher hatte es angefangen, leicht zu schneien. Bis zum Abendessen war bereits eine leichte Schicht überall auf dem Boden liegen geblieben. Es hatte wie Puderzucker ausgesehen.
Anna ging die Treppe hinunter. Da fiel ihr Blick das erste Mal auf eines der Fenster. Und damit war ihre gute Laune verflogen.
»Was ist das denn? Das darf doch einfach nicht wahr sein.«
Sie ließ ihre Schultern fallen und setzte sich auf eine der Treppenstufen.
»Das finde ich richtig gemein.«
Mama, die alles mit angehört hatte, kam aus der Küche und sah sich um.
»Was ist denn los, mein Schatz? Warum bist du denn so traurig?«
Anna seufzte und zeigte mit dem Finger nach draußen.
»Schau dir das doch mal an. Ich wollte doch heute Schlitten fahren, bis es dunkel wird. Aber das kann ich ja jetzt wohl vergessen.«
Mama drehte sich um und sah ebenfalls nach draußen. Anna hatte Recht. Das Schlittenfahren würde wohl ausfallen müssen. Die Wiesen waren grün und auch auf den Häusern war nicht eine Schneeflocke zu sehen.
Das Thermometer zeigte mittlerweile fünf Grad über Null an.
»Da ist wohl noch heute Nacht alles wieder weg getaut. Aber vielleicht liegt ja nächstes Wochenende Schnee.«
Anna stand auf und ging verärgert in die Küche.
»Das glaubst du doch selber nicht. Du hast doch selber noch vor ein paar Tagen gesagt, dass es schon seit Jahren keinen richtigen Winter mehr gegeben hätte und der Klimawandel daran schuld wäre. Wie soll ich mich denn da noch auf das Schlittenfahren freuen können, wenn doch eh nichts vom Himmel kommt?«
Was Anna da sagte stimmte. Schon seit einigen Jahren war es im Winter immer viel zu warm. Nur selten fielen ein paar Schneeflocken zum Boden und tauten dann auch schnell wieder weg. Aber meist regnete es einfach nur.
»Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wie viel Spaß es macht mit einem Schlitten die Hügel runter zu fahren. Das ist einfach viel zu lange her. Das ist richtig unfair. Meine Cousine Andrea wohnt in den Bergen. Die kann jeden Tag im Schnee spielen. Aber hier bei uns bleibt es immer grün.«
Völlig appetitlos aß sie ihre Frühstücksbrote und verschwand dann wieder in ihr Zimmer.
Zuerst wollte sie sie Rollläden gar nicht hochziehen. Aber dann tat sie es doch. Sie setzte sich an das Fenster und starrte nach draußen.
Am Himmel hingen dicke graue Wolken. Es war eigentlich das perfekte Wetter für Schnee, wenn es zu warm gewesen wäre. Statt kleiner Flocken fiel feiner Regen herab.
»Ich will doch nur mit dem Schlitten fahren.«
Auf einmal öffnete sich die Tür des kleinen Gartenhäuschens, das hinter dem Teich stand. Opa kam daraus hervor. Er hatte einen Kasten in der Hand, den er nun ins Haus brachte.
»Was hat Opa denn da bloß vor?«
Anna dachte nach, ihr fiel aber nichts ein. Doch dafür war die Neugierde so groß, dass sie aufstand und in Opas kleine Kellerwohnung ging.
»Hallo Opa.«, sagte Anna.
»Hallo, kleine Dame.«, antwortete Opa.
»Was treibt dich denn hier her? Kann ich etwas für dich tun?«
Anna Augen klebten sofort an dem Kasten fest, der noch immer fest verschlossen war.
Opa grinste.
»Ich verstehe schon. Du hast mich wohl gerade damit durch den Garten gehen sehen und willst nun wissen, was darin steckt. Habe ich nicht Recht?«
Anna nickte eifrig.
»Dann setz dich auf das Sofa. Ich werde dir zeigen, was ich darin versteckt habe.«
Als beide saßen, steckte Opa einen Schlüssel in den Kasten und öffnete langsam den Deckel. Darunter kam ein großer Stapel alter Fotos zum Vorschein.
»Was sind denn das für Bilder?«
»Die sind alle aus meiner Jugendzeit. Ich habe sie seit vielen Jahren nicht mehr angesehen. Und da mir etwas langweilig war und nichts Interessantes im Fernsehen läuft, fiel mir wieder ein, dass ich mir die alten Fotos anschauen könnte.«
Gemeinsam blätterten sie Bilder durch. Opa konnte zu fast jedem eine kleine Geschichte erzählen.
Manchmal waren nur ein paar Blumen und Bäume darauf zu sehen. Auf anderen schöne Aufnahmen aus Urlauben, die Opa am Meer und in den Bergen verbracht hatte.
Aber die meisten zeigten eine hübsche junge Frau.
»Wer ist denn das? Die Frau habe ich noch nie gesehen.«
Opa strich mit der Hand über das Gesicht der Frau.
»Da hast du aber Unrecht. Das ist doch deine Großmutter. So hat sie früher ausgesehen. Und wenn mich nicht alles täuscht, siehst du ihr sogar sehr ähnlich.«
Anna wurde rot im Gesicht. Sie hatte nicht gedacht, dass die Ähnlichkeit zwischen ihr und Oma so groß waren. Bisher hatte sie nur gewusst, dass sie beide den gleichen Vornamen hatten.
»Ich hätte sie so gerne kennengelernt.«
Annas Großmutter war bereits seit einigen Jahren tot. Das Mädchen konnte sich nicht mehr an Oma erinnern.
Opa schniefte kurz und holte dann neue Fotos hervor.
Es zeigte nun ein paar Leute, die einen riesigen Schneemann gebaut hatten.
»Was ist denn das? Ein richtiger Schneemann? So einen großen habe ich ja noch nie gesehen. Dafür hat es noch nie genug Schnee gegeben.«
Opa drehte das Bild um und sah auf das Datum.
»Das ist ja auch schon fast sechzig Jahre her. Damals fiel jedes Jahr so viel Schnee, dass er fast den ganzen Winter über liegen blieb. Und er wurde richtig hoch. Da sind wir täglich mit dem Schlitten gefahren. Aber mittlerweile ist es wohl zu warm dafür.«
Nun schniefte Anna kurz. Sie nahm Opa das Bild aus der Hand und legte es zurück in den Kasten.
»Du hast es richtig gut, Opa. Du kannst dich wenigstens noch daran erinnern, dass es mal genug Schnee zum Spielen gegeben hat. Ich kenne das alles nur davon, dass mir das Mama, Papa und du erzählt haben.«
In diesem Moment rief Mama die Treppe herunter.
»Das Mittagessen ist fertig. Kommt ihr zwei nach oben?«
Anna schreckte auf.
»Ist es wirklich schon so spät? Haben wir uns so lange die Fotos angesehen?«
Sie warf schnell einen Blick auf die Wanduhr. Es war tatsächlich schon ein Uhr am Mittag.
Opa und Anna räumten die restlichen Fotos zurück in den Kasten und gingen langsam die Treppe hoch.
Und plötzlich kam ein erstauntes Geräusch aus Annas Mund.
»Was ist denn das? Woher kommt das denn auf einmal?«
Sie lief schnell an das Fenster im Flur, denn sie konnte es noch gar nicht glauben. Draußen war alles weiß. Während sie bei Opa im Keller gesessen hatte, waren die Temperaturen gefallen und dadurch wurden aus den Regentropfen dicke Schneeflocken.
»Ich kann es noch gar nicht glauben. Dann kann ich ja spätestens morgen früh wirklich mit dem Schlitten fahren, oder?«
Opa nickte.
Anna war überglücklich und konnte es gar nicht abwarten, nach dem Essen in den Garten gehen zu dürfen.
Kaum war der Nachtisch verputzt, lief sie zusammen mit Papa in den Garten und baute mit ihm einen großen Schneemann.
Opa stand hinter der Tür zum Garten und schoss ein Foto davon.

(c) 2008, Marco Wittler