476. Papa ist so schwach

Papa ist so schwach

Papa seufzte, als er die Tür des Kofferraums öffnete und einen Blick hinein warf. Die Einkaufstüten, die er dort sah, gefielen ihm gar nicht.
»Das sieht alles so verdammt schwer aus. Das schaffe ich nicht alleine. Keine Chance.«
»Ist schon gut. Ich hole Mama. Sie wird dir bestimmt helfen.« sagte seine kleine Tochter Leni.

Ein paar Stunden später, die Waschmaschine war gerade fertig geworden, stand Papa im Keller vor dem vollen Wäschekorb.
»Der muss jetzt nach oben? Der sieht aber besonders schwer aus. Ob ich das überhaupt allein schaffe?«
Aber da kam schon Mama die Treppe herunter und packte mit an.
»Ich kann dich doch nicht alleine schuften lassen, du armer, schwacher Mann.«

Am Abend, die Kinder waren gerade ins Bett verschwunden, legte Papa seine große Turnmatte in sein Arbeitszimmer. Es war Zeit für seinen täglichen Sport.
»Was machst du denn da?« wollte Leni wissen, die noch einmal zur Toilette gehen wollte.
»Ich übe mit meinen Gewichten und Hanteln, damit ich fit und sportlich bleibe.« erklärte Papa stolz.
»Siehst du, wie gut ich das kann?«
Leni schüttelte den Kopf.
»Dann kannst du auch den schweren Einkauf und die Wäsche allein tragen und der Mama mehr helfen.«
Papa schluckte und wurde rot im Gesicht. Er war ertappt worden.

(c) 2014, Marco Wittler