488. Weihnachtsfest im Tierheim (Tierheimgeschichten 10)

Weihnachtsfest im Tierheim

Draußen war es kalt geworden. Seit Tagen fielen unaufhörlich dicke Schneeflocken vom Himmel. Längst schon war die Welt unter einer dicken weißen Decke begraben worden. Weihnachten stand vor der Tür. Alle Bewohner des Tierheims freuten sich bereits auf das Fest und gaben sich sehr viel Mühe, dies auch zu zeigen.
Hunde und Katzen ärgerten sich nicht mehr gegenseitig, die Papageien verzichteten darauf, ihre Käfige zu öffnen, um abzuhauen und die dicken Hängebauchschweine buddelten keine tiefen Löcher in den Rasen. Das lag aber nicht daran, dass sie sich benehmen wollten, sondern war eine Folge der dicken Schneedecke.
Im Haus der Hunde war man besonders aufgeregt. Die Welpen hatten große Socken unter einem Fenster aufgehangen und hofften auf leckere Knochen, die ihnen der Weihnachtsmann bringen sollte. Die erwachsenen Hunde schrubbten und putzten jede Ecke und jeden Winkel.
»An Weihnachten soll es hier gut aussehen. Wenigstens einmal im Jahr soll bei uns Ordnung herrschen.«
Alle waren beschäftigt und freuten sich auf die nächsten Tage. Nur einer von ihnen saß traurig in einer Ecke und hatte seinen Blick zum Boden gesenkt. Es war der alte Mischlingsrüde Bruno.
»Was ist mit dir los, Bruno?« wurde er von einem der Welpen gefragt. »Freust du dich denn gar nicht auf Weihnachten? Das ist doch das schönste Fest des Jahres. Es gibt reichlich leckeres Futter, es kommen uns viele Menschen besuchen, die uns streicheln und wir gehen öfter Gassi als im restlichen Jahr. Das muss man doch einfach wunderbar finden.«
Aber Bruno seufzte nur.
»Ihr habt ja Recht. Wir bekommen wirklich tolles Futter an Weihnachten. Das sieht man auch an meinem dicken Bauch. Und Menschen kommen auch viele zu uns. Aber am Ende gehen sie wieder nach Hause – ohne einen von uns mit nach Hause zu nehmen. Wir müssen hier bleiben. Keiner von uns bekommt zu Weihnachten ein neues Zuhause.«
»Das stimmt doch gar nicht.« mischte sich eine ältere Hündin ein. »Jedes Jahr haben ein paar Menschen einige unserer Welpen zu sich geholt. Ein paar von uns bekommen eine neue Familie.«
Bruno seufzte wieder. Dieses Mal noch etwas lauter als zuvor.
»Die Welpen bekommen ein neues Zuhause. Das stimmt. Das liegt aber daran, dass sie klein und süß sind. Aber was ist mir mir? Ich lebe jetzt seit zehn Jahren im Tierheim. Mich will niemand mehr haben. Ich bin alt, habe einen kranken Rücken und krumme Beine. Mein Fell ist schon lange grau geworden. Hören und Sehen fällt mir auch immer schwerer. Wer interessiert sich schon für einen alten Hund?«
Er legte sich auf eine dicke Decke, die direkt vor einer Heizung lag, streckte sich aus und seufzte ein drittes Mal.

Einen Tag später war es dann so weit. Das Weihnachtsfest sollte beginnen. Es war Heiligabend. Den ganzen Vormittag strömten unzählige Menschen und Familien in das Tierheim. Sie fütterten die Bewohner, gingen mit ihnen Gassi, knuddelten und kuschelten sie. Ein paar Kinder durften sich sogar ein neues Haustier aussuchen.
»Wir geben die Tiere aber erst nach Weihnachten ab.« erklärte die Chefin des Tierheims immer wieder. »Wir möchten vermeiden, dass unsere Tiere ein Geschenk werden, dass nach den Feiertagen langweilig oder zu anstrengend geworden ist. Wir möchten sie nicht wieder hier aufnehmen müssen. Das wäre zu traurig für unsere Tiere.«
Wer aber jetzt schon einen neuen Besitzer gefunden hatte, bekam eine rote Marke an sein Halsband gehängt. »Vermittelt« stand darauf.
Bruno ging aber wie immer leer aus. Er hatte es auch nicht anders erwartet. Als es schließlich dunkel war und das Tierheim geschlossen wurde, war die Tierheimchefin sehr zufrieden.
»Das ist das erste Mal, dass wir zum Jahresende alle Hunde vermitteln konnten. So gut lief es noch nie.«
Sie ließ ihren Blick noch einmal über ihre Liste schweifen. »Na gut, Bruno ist noch übrig geblieben. Aber alle anderen haben Glück gehabt.«
Währenddessen sah Bruno um sich herum nur glückliche Gesichter. Seine Seufzer wurden immer lauter und länger, denn er wusste, dass er nach Weihnachten ganz allein im Hundehaus leben würde.
Traurig sah er zum Fenster hinaus. Die Wolken rissen gerade auf und gaben den Blick auf den Mond frei. Eine unglaublich wunderschöne Aussicht.
»Ich bin doch auch nur ein Hund.« flüsterte Bruno plötzlich. »Ich habe keine großen Wünsche. Ich will nur einmal in meinem Leben richtig glücklich sein. Ich will keine leckeren Knochen und kein federweiches Bett zum Schlafen. Ich will einfach nur eine kleine Familie, die mich lieb hat. Bitte, lieber Weihnachtsmann, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir.«
Er schloss die Augen und schlief ein.

Ein paar Minuten später schreckte er hoch. Ein lautes Geräusch hatte ihn geweckt. Müde sah er sich um. Die Tür zum Garten war geöffnet worden. Die Chefin des Tierheims kam mit einem freundlichen Lächeln herein und ging direkt auf Bruno zu.
»Hey, mein Dicker.« sagte sie mit sanfter Stimme und streichelte ihm über den Kopf. »Ich hab was für dich mitgebracht.«
Sie holte hinter dem Rücken Hundeleine und Halsband hervor, welches sie ihm anlegte.
»Ich will doch gar nicht Gassi gehen. Ich bin müde und will schlafen.« dachte sich Bruno.
»Ich nehm dich jetzt mit zu mir nach Hause.« erklärte ihm die Frau. »Wir zwei kennen uns jetzt schon so lange, und mögen uns so sehr, ich kann dich nicht mehr hier allein lassen. Das tut mir im Herzen weh. Ab jetzt wirst du bei mir Zuhause leben.«
Sie nahm Bruno auf die Arme und trug ihn nach Draußen.
Mit nach Hause? Zu einer Familie? Bruno wollte es erst gar nicht glauben. Das konnte doch nur ein Traum sein. Doch dann spürte er die kalte Luft des Winters, die ihn richtig wach machte.
»Ich habe eine Familie gefunden!« rief er den anderen Hunden zu. »Ich habe endlich eine Familie gefunden! Ich komme nicht mehr zurück. Ich habe endlich ein neues Zuhause. Behaltet mich in guter Erinnerung.«
Er grinste über das ganze Gesicht. Seine Freude war riesig, denn ihm wurde klar, dass alle vermittelten Hunde noch ein paar Nächte im Tierheim bleiben mussten. Er war der erste, der abgeholt worden war.
»Vielen Dank, lieber Weihnachtsmann.« murmelte er leise vor sich hin.

(c) 2014, Marco Wittler

487. Winterspaß im Tierheim (Tierheimgeschichten 9)

Winterspaß im Tierheim

Die kalte Jahreszeit war angebrochen. Jeden Tag wurde es früher dunkel und das Wetter immer schlechter. Dicke Regentropfen prasselten auf das Dach des Katzenhauses nieder. Das Geräusch, welches sie dabei erzeugten, klang wie nicht enden wollendes, viel zu lautes Trommelkonzert.
„Kann das nicht endlich aufhören?“ beschwerten sich die Katzenkinder, die bisher nur den Frühling und den Sommer kennengelernt hatten.
„Warum ist das Wetter bloß so gemein? Hat jemand die Sonne geklaut? Und woher kommen die vielen Wolken?“
Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sich das Wetter so stark verändern konnte.
„Solang es draußen so schlimm ist, werde ich unser warmes Haus nicht mehr verlassen.“ schimpfte der kleine Kater Paul. „Und wenn das bis zum nächsten Frühling dauern sollte.“
Aber wollte sich kein besseres Wetter zeigen. Es war sogar das Gegenteil der Fall. Mit jedem Tag wurde es kälter. Die Katzenkinder froren beim Blick auf das Thermometer, obwohl die Heizung ganz aufgedreht war und kräftig heizte. Die kleinen Katzen verkrochen sich immer zu zweit ganz tief in ihre Kuschelhöhlen, um sich gegenseitig zu wärmen.
„Wir kommen erst wieder raus, wenn sich die Sonne zeigt.“ erklärte  Paul. „Ich mache jeden Tag einen großen Bogen um die Badewanne. Da werde ich bestimmt nicht im Regen duschen.“
Irgendwann hörte das stetige Trommeln der Regentropfen auf und es wurde still. Es wurde so still, dass man von draußen kein einziges Geräusch mehr hören konnte.
„Was ist denn jetzt passiert?“ Paul kam neugierig aus seiner Höhle gekrochen und versuchte, einen Blick aus dem Fenster zu werfen. „Ist der Sommer endlich wieder zurück?“
Er sprang auf die Fensterbank, schaute nach draußen und bekam riesig große Augen.
„Was ist den das?“ war er verwundert. „Es regnet nicht mehr. Dafür fällt ganz viel weißes Zeug vom Himmel und bleibt überall liegen.“
Nun drängten sich auch die anderen Katzenkinder an das Fenster und staunten. „Das sieht unglaublich schön aus. So friedlich und freundlich.“
„Das ist bestimmt eine Falle.“ warnte Paul. „Das Wetter legt uns bestimmt rein. Ich wette, dass es sofort wieder regnet, wenn wir nach draußen gehen. Dann werden wir nass und sehen aus wie begossene Pudel.“
„Das musst du uns erstmal beweisen.“ verlangten die anderen Katzen und öffneten ihm die Tür.
Paul zögerte und wurde ganz unsicher. „Das muss man nicht beweisen. Jeder, der das Wetter kennt, kann sich das doch denken.“
Trotzdem hielten sie die Tür weiterhin offen und sahen Paul auffordernd an, der einmal laut seufzte und dann mit hängendem Kopf nach draußen schlich.
„Brrr, ist das kalt an den Füßen.“ rief er zitternder Stimme. „Aber … ich finde es toll.“
Toll? Das wollten die anderen Katzenkinder nicht glauben. Draußen war es dunkel, nass und kalt. Unter dem Wort Toll stellten sie etwas ganz anderes vor.
In diesem Moment flog ein kleiner weißer Ball in das Katzenhaus, der klatschend auf einem Katzenpo landete.
„Hey, was soll das? Das gibt Rache.“
Alle Katzenkinder stürmten in das kalte Weiß hinaus und begannen unter lautem Lachen eine große Schneeballschlacht.
Die älteren Katzen sahen sich das wilde Treiben grinsend an und erinnerten sich daran, dass ihre ersten mit dem Winter und dem Schnee auch so geschehen waren.

(c) 2014, Marco Wittler

486. Helden des Tierheims (Tierheimgeschichten 8)

Helden des Tierheims

Der grau gestreifte Kater Manni lag auf der Fensterbank des Katzenhauses und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Das war seine Lieblingsbeschäftigung. Dabei durfte man ihn auch nur in dringenden Notfällen stören. Und davon gab es nicht viele. Heute war allerdings einer davon.
»Hallo? Ist da jemand?« flüsterte eine Stimme von der anderen Seite des aufgeklappten Fensters.
Manni grunzte unzufrieden. »Wer stört mich da? Ich habe zu tun.«
»Jemand braucht eure Hilfe.« sprach die Stimme weiter.
Jetzt wurde Manni munter. Hilfe war immer wichtig und durfte nie zu spät kommen.
»Wo steckst du? Zeig dich.« rief er nach draußen, als er aufstand.
Unter dem Fenster entdeckte er eine kleine, graue Ratte, die unsicher im Schatten eines Busches saß und sich immer wieder ängstlich umsah.
»Nicht so laut.« bat sie. »Ich habe Angst, dass mich eine streunende Katze entdeckt und frisst.«
Manni musste grinsen, als er auch zu flüstern begann.
»Und vor mir hast du keine Angst? Ich kann ziemlich hungrig und gefräßig sein. Sieh dir meinen Bauch an. Du solltest dich in Acht nehmen.«
Die Ratte musste schlucken. »Wer anderen hilft, kann nicht so schlimm sein – oder?«
Manni nickte. »Das Futter hier im Tierheim ist so reichhaltig und lecker. Ich muss keine anderen Tiere jagen. Aber jetzt erzähl mir, worum es geht.«
Die Ratte kletterte am Mauerwerk hinauf, setzte sich auf die andere Seite des Fenster und begann zu erklären, was sie und ihre Freunde entdeckt hatten.
»Ein paar Straßen weiter lebt ein alter Mann in einem kleinen, alten Häuschen. Es ist sieht scheußlich aus. Die Farbe blättert von den Wänden ab, das Dach ist schief, der Garten ungepflegt und überall liegt Müll herum. Da fühlt sich nicht einmal eine Ratte wohl. Trotzdem haben wir einen Blick hinein geworfen, als die Tür heute Morgen offen stand.«
»Die Hoffnung auf ein Frühstück treibt euch in jedes Haus hinein, egal wie es aussieht.« lachte Manni.
»Jedenfalls lebt der Mann nicht allein in seinen vier Wänden. In einer Ecke des Wohnzimmers steht ein Pappkarton. Darin lebt Konrad, ein kleiner Hund, der sich von seinem Platz nicht fort darf. Setzt er auch nur eine Pfote zu weit weg, bekommt er einen Schlag mit einer alten Zeitung. Er darf nicht einmal nach draußen, um sein Geschäft zu erledigen. Dass muss er alles in seinem Karton erledigen.«
Manni wollte sich gar nicht erst vorstellen, wie es in diesem Haus aussehen musste. Es hörte sich einfach zu schrecklich an.
»Wir werden etwas unternehmen.« entschloss er sich und trommelte sofort die anderen Katzen zusammen, denen er kurz berichtete, was er gehört hatte.
»Wir brauchen also einen Plan, wie wir den kleinen Kläffer da raus holen können. Er hat ein besseres Leben verdient.«
Eine halbe Stunde später machten sich die kleine Ratte und fünf Katzen auf den Weg.
Sie hatten das verfallene Haus nach wenigen Minuten erreicht. Sie sahen es sich von allen Seiten genau an, bevor sie etwas unternehmen wollten.
»Der Alte ist im Haus.« berichtete Manni, der von einem niedrigen Baum aus durchs Fenster sah.
»Er liegt faul im Sessel und trinkt Bier. Wir können mit dem Ablenkungsmanöver starten.«

Der alte Mann kratzte sich seinen dicken Bauch und rülpste. Er wollte gerade zu einer neuen Flasche Bier greifen, als er draußen lautes Geschrei hörte.
»Was soll denn dieser verdammte Lärm?« brüllte er, sprang auf und warf einen Blick durch das verdreckte Wohnzimmerfenster. Er konnte nichts entdecken.
Schnell lief er zur Eingangstür, öffnete sie und machte sich auf den Weg in den Garten. Dort entdeckte er er Kater Fridolin, der gerade eine Ratte hin und her jagte und dabei vergnügt lautes Miauen von sich gab.
»Verdammte Viecher!« brüllte der Alte und warf mit seiner leeren Bierflasche nach dem Kater. Zum Glück war er bereits so betrunken, dass es ihm unmöglich war, jemanden zu treffen.
»Jetzt sind wir dran.« flüsterte Manni den verbliebenen Katzen zu.
Sie schlichen gemeinsam in das Haus. Es war nicht weiter schwer den beschriebenen Pappkarton zu finden. In seinem Innern sahen sie den armen, kleinen Konrad. Wie ein Hund sah er allerdings nicht mehr aus. Überall klebte Dreck an ihm.
»Der wird nicht auf einen Beinen flüchten können.«
Ohne noch weiter darüber nachzudenken, packten die Katzen den Karton und trugen ihn nach draußen. Als sie die nächste Straßenecke erreicht hatten, pfiff Manni laut. Das war das verabredete Signal, das Ablenkungsmanöver zu beenden.

Ein paar Tage später ging es dem Hund besser. Sein Fell war sauber gewaschen worden, er hatte reichlich zu fressen bekommen und fühlte sich das erste Mal in seinem Leben frei und glücklich.
»Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie dankbar ich euch bin.« erklärte er den Katzen.
»Dafür sind wir doch da, lieber Konrad.« antwortete Manni.
»Lutz.« widersprach der Hund.
Die Katzen sahen ihn verwirrt an.
»Nennt mich Lutz. Konrad ist der Name meines alten Lebens. Damit möchte ich nichts mehr zu tun haben. Ich finde, Lutz passt viel besser zu mir.«
Und so hatte Lutz endlich in ein schönes Leben mit vielen neuen Freunden gefunden.

(c) 2014, Marco Wittler

257. Ein Außerirdischer im Tierheim (Tierheimgeschichten 7)

Ein Außerirdischer im Tierheim

Es war ein Tag wie jeder andere auch. Die Sonne war am Morgen aufgegangen, einzelne Wolken zogen über den Himmel hinweg und im Hof standen ein paar Schneemänner zusammen und wärmten sich gegenseitig.
Trotzdem musste es ein besonderer Tag sein, denn im Kalender war etwas eingetragen worden: »Rosenmontag« las Hund Rufus laut vor, während sich die anderen Tiere um ihn scharrten.
»Was ist denn ein Rosenmontag?« wollten die Katzen wissen.
Rufus richtete sich auf versuchte, klug auszusehen,
»Ist doch ganz klar.« begann er zu erklären. »Am Rosenmontag gehen die Menschen in die Gärten und pflücken Rosenblüten, um sich gegensetig damit zu beschenken.«
Eines der kleinen Katzenkinder, die auf der Fensterbank saßen, blickte nach draußen und schüttelte den Kopf.
»Es ist Winter. Die Rosen haben jetzt gar keine Blüten. Der Rosenbusch am Eingang ist jedenfalls kahl.«
Hätte Rufus kein dichtes Fell gehabt, wäre er jetzt ganz rot im Gesicht geworden.
»Ich hab mir nur versprochen.« redete er sich raus. »Am Rosenmontag werden natürlich neue Rosen gepflanzt. Jeder Mensch bringt einen neuen Busch mit und setzt ihn in die Erde. Das ist schon lange Tradition. Ihr werdet es heute selbst sehen.«
In diesem Moment kamen die Tierheimleiterin und ihre helfenden Hände. Es wurde Zeit, die Tiere zu füttern.
»Was ist denn jetzt los?« wunderten sich die Katzen und drückten sich ihre kleinen Nasen an den Fenstern platt.
Die Menschen sahen anders aus als sonst. Da waren Piraten, Cowboys, Prinzessinnen, Astronauten und mehr.
»Bist du sicher, dass man am Rosenmontag neue Rosen pflanzt?« wurde Rufus gefragt, der sich nun auch nicht mehr sicher war und einen neuen Blick auf den Kalender warf.
»Jetzt fällt es mir ein. Es ist Karneval. Die Menschen verkleiden sich dann jeden Tag und feiern von früh bis spät. Mein Opa hat mir mal erzählt, dass sie damit böse Geister und den Winter vertreiben wollen.«
Er lachte laut.
»So in Bödsinn. Die Menschen glaube echt an viele verrückte Sachen. Dabei weiß doch jedes Tierkind, dass man böse Geister nur mit lustigen Liedern vertreiben kann.«
Die Tür zu den Tierunterkünften öffnete sich. Es war Zeit für das Frühstück. Verkleidete Menschen kamen herein und brachten die Futternäpfe.
»Hilfe! Wir werden überfallen.« fürchteten sich die Katzenkinder, als sie Einbrecher und Piraten vor sich sahen.
Rufus musste grinsen. Er wusste genau, dass niemand Angst haben musste. Seine gute Spürnase hatte ihm schon längst gesagt, dass es sich um die selben Menschen handelte, die jeden Tag zu ihnen kamen. Nur ein einziger schien nicht hierher zu passen. Ein kleiner grauer Außerirdischer mit riesigem Kopf und großen, runden Augen stand dabei und sah sich alles ganz interessiert an. Immer wieder griff er zu einem kleinen Gerät und machte Bilder von den verschiedenen Tierarten.
Als schließlich der letzte Futternapf abgestellt worden war und die Menschen wieder nach draußen gegangen waren, stand nur noch der Außerirdische zwischen den Tieren.
»Unglaublich!« rief er begeistert. »Ich hätte niemals gedacht, dass es auf der Erde so viele verschiedene Lebewesen gibt. Nirgendwo im Universum habe ich das so erlebt. Euch geht es auf eurer Welt wirklich richtig gut. Das ist ein richtiges Paradies.«
Er hüpfte vor Freude auf und ab. Immer wieder machte er Bilder von den Tieren und streichelte sie.
Die Tiere sachen sich verwirrt an. Ein Außerirdischer? Im Tierheim? Ein echter Außerirdischer?
Sie fingen an laut zu lachen. So einen Blödsinn konnte man doch gar nicht glauben.
»Ein richtig tolles Kostüm.« lobte Rufus. »Aber die Geschichte dazu glauben wir dir trotzdem nicht.«
Der Außerirdische zuckte mit den Schultern. »Ich habe schon befürchtet, dass mir niemand glauben wird. Aber das ist schon in Ordnung. Ich habe auf eurer Erde ganz viel erlebt und davon werde nun meinem eigenen Volk berichten.«
Er winkte noch einmal zum Abschied und ging nach draußen.
»Ein Außerirdischer.« Rufus schüttelte lachend den Kopf. »Das war das beste Karnevalskostüm, dass ich je gesehen habe.«
In diesem Moment hörten die Tiere ein lautes Geräusch. Neugierig sahen sie durch die Fenster auf die Straße und entdeckten eine silberne Untertasse, die gerade startete. Innerhalb weniger Sekunden flog sie zum Himmel hinauf und verschwand zwischen den Wolken. Hätte Rufus kein Fell gehabt, wäre er nun ganz weiß im Gesicht geworden.
»Der … der …. der war echt.« stotterte er. »Das glaub ich einfach nicht.«

(c) 2014, Marco Wittler

242. Badespaß im Tierheim (Tierheimgeschichten 6)

Badespaß im Tierheim

Die Sonne stand hoch am blauen Himmel. Es war heiß. Es war unglaublich heiß. Es waren zwar Sommerferien, aber bei diesem Wetter musste man gar nicht woanders hin, denn im Süden war es lange nicht so warm.
Im Tierheim quälten sich bei der Hitze nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere.
»Bei Kälte kann man wenigstens etwas unternehmen.« beschwerte sich ein großer Hund mit besonders dickem Fell.
»Im Winter schalten die Menschen für uns die Heizung an. Wir bekommen warme Decken und können uns aneinander kuscheln. Aber gegen Hitze ist noch kein Kraut gewachsen. Da kann man nur schwitzen und hoffen, dass es bald vorbei ist. Eine Klimaanlage ist leider zu teuer für das Tierheim. In den Kühlschrank passe ich auch nicht rein.«
Er seufzte laut und begann zu hecheln, während er den Menschen zusah, die gerade Feierabend machten.
»Die gehen jetzt bestimmt alle ins Freibad, um sich abzukühlen. Ich konnte hören, wie sie sich vorhin darüber unterhalten haben.«
Die Tiere wurden neidisch und wünschten sich, die Menschen würden in den Gehegen, Ställen und Käfigen sitzen, während sie selbst ins Freibad gehen konnten.
»Aber sie wollen leider nicht mit uns tauschen.«
Ein Rudel Katzen gesellte sich zum Hund. Sie hockten sich in seinen Schatten. Aber viel brachte das auch nicht.
»Es wäre richtig prima, wenn wir ein eigenes Schwimmbecken im Tierheim hätten.« schwärmten sie immer wieder und träumten bereits von einer richtigen Abkühlung.
»Dabei ist das Wasser gar nicht so weit entfernt.« Sie sahen zum Dach einer Hütte, auf der ein großer Wassertank stand.
»Wenn wir ihn nur auskippen könnten.«
Schon wurden die wildesten Ideen entwickelt. In der Nähe der Hütte war ein großer Sandkasten, in dem die Tiere spielen, Gegenstände und Leckerlis suchen durften. Wäre der Sand weg, konnte man die Grube als Schwimmbecken benutzen.
»Nichts einfacher als das.« riefen zwei kleine Mäuse, die sich das alles interessiert angehört hatten.
»Wie wollt ihr denn ein Freibad für uns bauen?« motzte der Hund. »Ihr seid doch nur Mäuse. Ihr seid klein, schwach und habt keine Ahnung.«
Die Mäuse ließen sich davon aber nicht einschüchtern. Stattdessen legten sie gleich los und verteilten Aufgaben.
»Alle Hunde laufen rüber zum Sandkasten und buddeln den Sand weg. Die Katzen packen ihn in Säcke, die von den Pferden weggeschleppt werden. Wir kümmern uns um das Wasser.«
Die Tiere wollten nicht glauben, was sie da hörten, kümmerten sich aber trotzdem um ihre Aufgaben.
Die Mäuse ließen sich von einem Papagei zum Wassertank hinauf tragen. Dort kletterten sie zu einem dicken Wasserschlauch, den sie mit ihren kräftigen Zähnen zerbissen.
Schon nach ein paar Sekunden wurden erste Wassertropfen sichtbar. Dann wurden sie zu einem dünnen, später zu einem dicken Strahl. Das Wasser spritzte genau in die Sandgrube und füllte so das erste Freibad in einem Tierheim.
»Endlich kann ich schwimmen gehen.« freute sich der große Hund, als das Wasser hoch genug war, um hinein zu springen.
Die Freude der Tiere war riesig. Und sie badeten bis spät in die Nacht hinein.

(c) 2014, Marco Wittler

241. Katzenbabys im Tierheim (Tierheimgeschichten 5)

Katzenbabys im Tierheim

Die Tierheimchefin saß in ihrem Büro und las einige Briefe, die sich in den letzten Tagen auf ihrem Schreibtisch gesammelt hatten.
»Rechnungen… Mahnungen… Werbung… Gibt es denn heutzutage keine normale Post mehr?« seufzte sie.
In diesem Moment klingelte es an der Eingangspforte. »Kann mal jemand nach vorne gehen und schauen, wer da ist?« Aber es reagierte niemand.
»Hallo? Ich bin grad mit der Post beschäftigt. Öffnet mal bitte jemand?« Doch dann fiel der Chefin ein, dass ihre Mitarbeiter vor ein paar Minuten in den Feierabend verschwunden waren.
»Ich sollte mal etwas gegen meine Vergesslichkeit unternehmen.«
Sie stand auf, ging zur Pforte und öffnete. »Nanu?« wunderte sie sich. »Niemand da.«
Doch dann hörte sie ein Geräusch, dass aus der Nähe ihrer Füße gekommen war. Sie sah nach unten und entdeckte ein abgedecktes Körbchen.
»Oh nein. Nicht schon wieder jemand, der heimlich Tiere abgibt, nur weil er die Gebühren sparen will.«
Die Chefin blickte sich noch einmal um. Sie hoffte, den Tierbesitzer doch noch entdecken zu können. Aber es war niemand zu entdecken.
»Dann kommt erstmal mit rein. Ihr seid bestimmt völlig verängstigt und braucht etwas Ruhe.«
Sie nahm den Korb vorsichtig hoch, nahm ihn mit ins Büro und stellte ihn auf dem Schreibtisch ab. Dann legte sie langsam die Decke zur Seite und sah hinein.
»Sieh mal einer an. Drei kleine Kätzchen. Für euch finde ich bestimmt auch noch einen Platz bei uns.«
Die Chefin sah schnell auf einen großen Plan, der an der Wand hing und fand schnell einen Schlafplatz für ihre neuen Mitbewohner.
»Die Mietzen im Katzenhaus werden euch bestimmt mit offenen Pfoten aufnehmen. Sie freuen sich über jeden neuen Mitbewohner.«
Eigentlich hätte sie die Katzen zuerst wiegen und untersuchen müssen, aber dafür fehlte im Moment die Zeit. Außerdem war der Tierarzt bereits auf dem Weg nach Hause.
»Das holen wir alles Morgen nach.«
Sie brachte den Korb ins Katzenhaus und stellte ihn in einem leeren Käfig ab. Sie gab den drei Findelkindern etwas zu Fressen.
»Hm. Etwas zu Trinken braucht ihr aber auch noch.« Sie ging kurz in den Gang zurück, füllte eine Schale mit Wasser und kam zurück.
»Du meine Güte. Was ist denn das?« Sie wunderte sich, denn die große Futterschale war in den wenigen Sekunden bereits völlig geleert worden.
»Habt ihr etwa in den letzten Tagen nichts zu Fressen bekommen? So dünn seht ihr gar nicht aus.«
Im Gegenteil. Die drei Katzenkinder sahen sehr kräftig aus und hatten beinahe riesige Pfoten.
»Ich habe schon viele Hunde gesehen, die ihr Futter so schnell wie ein Staubsauger auffressen, aber bei Katzen ist mir das noch nie passiert.«
Verwundert sperrte sie die Käfigtür ab und verließ das Katzenhaus in Richtung Büro.
»Endlich ist die Menschenfrau weg.« war nun aus dem Nachbarkäfig zu hören, dessen Tür von innen geöffnet wurde. Eine Katzendame kam hervor und sah sich die Neuankömmlinge genau an.
»Wie machst du das bloß immer nur?« wollte eine der anderen Katzen wissen. »Ich will auch rein und raus, wie es mir passt.«
Die Katzendame lachte. »Deine Krallen sind zu kurz. Meine sind lang genug, damit ich sie in das Schloss stecken kann. Aber nun zu euch, meine Lieben.«
Sie öffnete den drei Katzenbabys die Tür und lockte sie nach draußen.
»Kommt her, meine Süßen. Keine Angst, ich beiße nicht. Kommt raus und lasst euch ansehen. Wir wollen schließlich wissen, wer von nun an bei uns lebt.«
Doch statt ein paar verschüchterter Gesichter, stürmten ihr plötzlich drei wilde Fellbüschel entgegen.
»Du meine Güte.« schnappte die Katzendame verzweifelt nach Luft und versuchte, unter den neuen Mitbewohner hervor zu kriechen.
»So kräftige Katzenkinder habe ich noch nie erlebt. So etwas gibt es doch gar nicht.«
Aber anscheinend gab es das wohl doch, denn die Katzenkinder tobten nun quer durch das Katzenhaus. Sie sprangen von Kratzbaum zu Kratzbaum, kletterten an allem hoch, was sie finden konnten und leerten jeden fremden Fressnapf, der auf ihrem Weg lag.
Die Katzen des Hauses wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Sie konnten nur tatenlos zusehen, wie ihr schönes Zuhause mehr und mehr verwüstet wurde. Niemand konnte die Katzenkinder aufhalten. Die ganze Nacht tobten sie sich aus, bis am nächsten Morgen der Tierarzt zum Dienst erschien.
»Dann wollen wir uns doch mal unsere neuen Gäste anschauen.« Er betrat den Gang zwischen den Käfigen und wollte seinen Augen nicht trauen.
»Was ist denn hier passiert? Hier sieht es ja aus wie nach einer riesigen Party. Das können unmöglich unsere Katzen angestellt haben.«
Doch dann entdeckte er die Übeltäter und wusste sofort Bescheid, was geschehen war.
»Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wie seid ihr denn hierher gekommen?«
Mit Leichtigkeit schnappte er sich die drei Katzenkinder, die nach einer langen Nacht müde auf dem Boden lagen, steckte sie in eine Transportkiste und rief die Tierheimchefin zu sich, die schnell aus ihrem Büro kam.
»Oh nein. Was ist denn hier passiert?« war sie erschrocken. »Das sollen unsere neuen Katzenbabys angestellt haben? Das ist doch gar nicht möglich. Sie sind so klein und süß.«
Der Tierarzt mussten laut lachen, bevor er wieder sprechen konnte.
»Haben sie sich denn gar nicht gewundert, warum die Kätzchen so großen Pfoten haben? Es sind nämlich keine Kätzchen, sondern Löwenbabys. Die sind jetzt schon richtige Kraftpakete und werden riesig groß.«
Da erschrak nicht nur die Chefin, sondern auch alle Katzen, im Katzenhaus.

(c) 2014, Marco Wittler

238. Fußballturnier im Tierheim (Tierheimgeschichten 4)

Fußballturnier im Tierheim

»Tooooooooorrrr« rief ein Kind laut und rannte stolz über die große Wiese.
»Tor?« wunderte sich Schildkröte Paul und sah zum Eingangstor des Tierheims. »Wer ist denn da am Tor? Ich kann niemanden sehen.«
Die zwei Hunde neben ihm lachten. »Nicht das Eingangstor. Der Bengel hat seinen Ball ins Tor geschossen. Hast du denn keine Ahnung von Fußball?«
Paul schüttelte den Kopf. »Sagt mir nichts. Habe ich noch nie gehört.«
»Na gut. Wir sind Hunde. Wir spielen ständig mit Bällen. Da kennen wir uns einfach besser aus, als andere Tiere.«
»Was soll das heißen?« mischte sich ein Kater ein. »Wieso sollten sich Hunde besser mit Fußball auskennen? Wir Katzen sind mindestens so gut wie ihr, wenn nicht noch besser.«
Die Hunde lachten wieder. »Kein Tier wird jemals einen Hund beim Fußball schlagen können. Fußball ist schließlich ein Menschenspiel. Und welches Tier ist der beste Freund des Menschen? Der Hund! Also ist es nur logisch, dass wir jedes Fußballspiel gewinnen würden.«
Nun war der Kater sauer. Stinksauer. Wie konnten diese überheblichen Kerle so etwas nur behaupten?
»In Ordnung. Ich nehme an. Heute Abend spielen wir gegeneinander. Sobald die Menschen Feierabend gemacht haben, rollt der Ball.«
Die Hunde hielten sich die Bäuche vor lachen und rollten sich auf dem Rasen hin und her.
»Ihr wollt tatsächlich gegen uns antreten? Ihr werdet nicht ein einziges Tor schießen. Das könnt ihr voll vergessen.«
»Wir werden es ja sehen.« antwortete der Kater Miro mit zittriger Stimme.

»Verehrte Damen und Herren. Es ist 18 Uhr. Die Menschen sind auf dem Weg nach Hause und die Bewohner unseres wunderschönen Tierheims haben sich auf der großen Wiese versammelten um einem großen Ereignis beizuwohnen.«
Schildkröte Paul hatte sich am Nachmittag von den Hunden die Spielregeln erklären lassen. Mittlerweile war er Feuer und Flamme. Er war so begeistert vom Fußball, dass er es sich nicht nehmen lassen wollte, Stadionsprecher zu sein. Er hatte sich aus einer dicken Pappe ein Sprechrohr gebastelt, damit man ihn überall hören konnte.
»Die Mannschaften der Hunde und der Katzen haben sich bereits warm gemacht und warten nun darauf, dass der Schiedsrichter den Ball frei gibt.«
In der Mitte des Feldes stand ein großer Papagei. Er fragte die Spieler noch einmal, ob sie bereit waren. Dann pfiff er laut und flatterte in die Luft, um alles besser überblicken zu können.
»Das Spiel ist gestartet.« rief Paul begeistert. »Die zweiundzwanzig Hunde und Katzen haben den ganzen Tag auf diesen Augenblick hin gefiebert. Jetzt gibt es kein Halten mehr.«
Es ging hin und her. Die Mannschaften schenkten sich nichts. Es wurde ein hartes Spiel. Die Katzen waren wendig, sie waren flink und flitzten immer wieder durch die Beine ihrer Gegner. Die Hunde kämpften auch erbittert um den Sieg. Allerdings setzten sie nicht immer faire Mittel ein. Sie bissen, sie bellten laut, foulten, drängelten und beschwerten sich ständig beim Schiedsrichter. Nach sechs Minuten erzielten die Kläffer das erste Tor. Weitere zwei Minuten fiel das Zweite. Die Katzen keuchten vor Anstrengung und wussten nicht mehr, was sie machen sollten. Mit ganz viel Gück erzielten sie durch eine Grätsche den Anschlusstreffer.
»Gott sei Dank steht es nur noch 2:1. Und das sollte den Katzen Mut geben.« rief Paul aufgeregt.
Es ging weiter hin und her. Mal gab es Chancen auf der einen, mal auf der anderen Seite.
»Achtzehnte Spielminute. Tor für die Katzen. Das ist der Ausgleich. Es ist unglaublich. Wer hätte das erwartet?«
Nach 45 Minuten war dann erstmal Halbzeitpause. Die Tiere versorgten sich mit Wasser und Futter. Für jeden standen Näpfe am Spielfeldrand bereit.

Weitere fünfzehn Minuten später betraten Hunde und Katzen wieder den Rasen. Die Hunde lachten ihre Gegner aus. »Wollt ihr wirklich noch gegen uns antreten? Habt ihr die Hosen immer noch nicht voll genug? Auch wenn es jetzt unentschieden steht, wir werden euch jetzt so richtig fertig machen.«
Die Katzen sahen an sich herab. »Wir haben gar keine Hosen, die wir voll haben könnten.«
Schildkröte Paul stellte sich wieder an den Rand des Spielfelds und informierte die Zuschauer über das aktuelle Geschehen.
»Das Spiel geht weiter. Der Schiedsrichter pfeift an. Aber was ist das?«
Paul sah nach oben und entdeckte dunkle, graue Wolken über sich, aus denen Tropfen auf seinen Kopf gefallen waren.
»Es beginnt zu regnen. Jetzt werden die Karten des Spiels also ganz neu gemischt. Der Rasen wird rutschiger und die Felle der Spieler nasser.«
Das Lachen der Hunde war mittlerweile verstummt. Die bemerkten, dass sie mit jeder Minute weniger Halt auf der Wiese hatten. Ihre klobigen Pfoten rutschten immer wieder weg. Die Hunde landeten mit ihren Schnauzen im Dreck.
Die Katzen kamen mit dem Wetter besser klar. Sie konnten sich mühelos in den feuchten Boden krallen und hatten den besseren Halt. Sie wurden immer selbstsicherer und erspielten sich immer mehr Möglichkeiten. Aber ein weiterer Treffer wollte nicht folgen. Er kurz vor Schluss kam es zu einer ganz großen Chance. Die Hunde verspielten einen Ball, den sich Kater Miro schnappte. Paul war begeistert und bekam sich nicht mehr ein.
»Miro hat den Ball. Aus dem Hintergrund müsste er schießen. Miro schießt. Toooor, Toooor, Toooor, Toooor! Tor für die Katzen. 3:2.«
Die Katzen mussten nur noch fünf Minuten durchhalten. Der Regen war auf ihrer Seite. Die Hunde schienen mittlerweile aufgegeben zu haben. Sie konnten mit ihren Gegnern nicht mehr mithalten. Und dann kam der Schlusspfiff.
»Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Die Katzen sind Tierheimmeister.«
Pauls Stimme überschlug sich. Die Katzen fielen sich in die Arme, während die Hunde erschöpft in die großen Pfützen des Rasens stürzten.

(c) 2014, Marco Wittler

236. Ein Beißer im Tierheim (Tierheimgeschichten 3)

Ein Beißer im Tierheim

»Es geht einfach nicht mehr. Wir kommen nicht mehr mit ihm zurecht.« sagte der Mann zur Tierheimchefin und drückte ihr schweren Herzens eine Leine in die Hand. Am anderen Ende der Leine saß ein großer Hund. Sein Maul steckte in einem Beißkorb. Seine Augen glühten wild.
»Wir haben Angst. Angst, dass er jemanden beißt, dass er vielleicht sogar uns beißt. Wir haben kleine Kinder, verstehen sie? Wir können ihn nicht mehr bei uns behalten.«
Er drehte sich um und verließ seufzend das Gelände. Die Tierheimchefin seufzte ebenfalls. Die Menschen machten es sich viel zu einfach. Zuerst war es ihnen zu viel Arbeit, die Tiere in einer Hundeschule ordentlich zu erziehen und dann schoben sie sie ins Tierheim ab, wenn sie mit ihnen nicht mehr fertig wurden. Es war immer die gleiche Geschichte.
»Dann suchen wir mal ein Plätzchen für dich.« Sie brachte ihn in das Hundehaus, öffnete einen Zwinger und und leitete den Hund hinein.
»Den Maulkorb brauchst du da drin aber nicht mehr. Mit so einem Ding würde ich mich auch nicht wohl wühlen.«
Sie nahm den Korb vorsichtig ab. Darauf schien der Hund aber nur gewartet zu haben. Ohne Vorwarnung flitzte er los, an ihr vorbei und nach draußen. Auf der Wiese bellte er so laut er konnte und jagte hinter den anderen Tieren her. Sabber tropfte aus seinen Mundwinkeln. Die Augen leuchteten böse.
»Der Beißer ist ausgebrochen. Fangt ihn ein und passt auf die anderen Tiere auf.« rief die Tierheimchefin verzweifelt ihren Mitarbeitern zu.
Aber da war es auch schon geschehen. Der Beißer stürmte in das Katzenhaus. Die Menschen hielten den Atem an. Was würde nun passieren?
»Sagt dem Tierarzt Bescheid. Es wird vielleicht verletzte geben.«
Die Chefin öffnete vorsichtig die Tür einen Spalt breit und warf einen Blick hinein. Es war aber weder etwas zu hören, noch zu sehen.
»Ich gehe jetzt hinein und versuche ihn nach draußen zu scheuchen. Wenn er kommt, fangt ihr ihn irgendwie ein.« Sie bewaffnete sich mit einem Besen und machte sich auf alles gefasst.
Es dauerte zwei Minuten. Zwei Minuten der Stille. Es war kein Geschrei der Katzen, kein Gebell des Beißers zu hören. Dann öffnete sich die Tür wieder. Die Chefin kam allein nach draußen. Ihr Gesicht zeigte völlige Verwirrung.
»Ihr werdet mir das nie glauben, wenn ich es euch erzähle. Das müsst ihr euch selbst ansehen.«
Die Menschen betraten leise das Katzenhaus. Dort wären ihnen fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Der Beißer lag auf dem Boden, alle vier Beine von sich gestreckt und seufzte immer wieder wohlig vor sich hin. Auf seinem Rücken lagen drei Katzenkinder und kuschelten sich in sein weiches Fell.
»Dem hat einfach die Liebe gefehlt.«
Von diesem Tag an, gab es keinen Beißer mehr. Der Kuschelkönig, wie sie ihn von nun an nannten, war der liebste Hund im Tierheim und der Beschützer des Katzenrudels.

(c) 2014, Marco Wittler

235. Urlaub vom Tierheim (Tierheimgeschichten 2)

Urlaub vom Tierheim

Karl schnaufte erschöpft, als er den großen Stapel Papier vor sich entdeckte. So viel Arbeit. Wie sollte das ein kleiner Hamster allein nur schaffen? Mit jedem Tag wuchsen seine Aufgaben. Hätte er sich vor zwei Jahren bloß nicht nicht zum Verwaltungschef der Tierheimbewohner wählen lassen.
Eigentlich waren ja die Menschen für die Leitung des Tierheims zuständig. Sie gingen mit den Hunden spazieren, reinigten Ställe, Gehege und Käfige, teilten das Futter aus, streichelten jedes einzelne Tier ausgiebig und kümmerten sich rührend um die Alten und Kranken. Aber trotzdem gab es noch viel mehr zu erledigen, wovon sie gar keine Ahnung hatten.
Deswegen gab es Karl. Der kleine Hamster organisierte die abendlichen Veranstaltungen, wenn die Menschen Feierabend hatten und die Tiere allein waren. Die Hunde brauchten viel Bewegung. Also gab es Sportkurse. Die Katzen wollten rund um die Uhr irgendwas jagen. Die Schlange vor dem Hamsterrad war riesig lang. Immer wieder drängelte sich jemand vor. Da musste für Ordnung gesorgt werden. Papageien bekamen Sprachunterricht und die Esel im Stall lernten, wie man richtig störrisch ist.
Es gab so unendlich viel zu tun. Niemand hatte sich das alles zugetraut. Karl war also der Verwaltungschef und kümmerte sich. Er hatte nie ein Dankeschön von den anderen Tieren bekommen. Im Gegenteil. Jeden Tag hagelte es Beschwerden, weil jeder nur das Beste für sich wollte. Hätte Karl vor einem Jahr gewusst, was er alles machen musste, hätte er die Wahl niemals angenommen. Freizeit hatte er keine mehr. Rund um die Uhr traf er Entscheidungen, schlichtete Streitigkeiten und war darauf bedacht, dass jedes Tier seinen Hobbys nachgehen konnte. Nur er blieb dabei auf der Strecke.
»Manchmal wünsche ich mir, einfach nur ein ganz normaler Hamster zu sein, ohne Aufgaben, ohne Verpflichtungen. Einfach mal was anderes sehen und entspannen.« seufzte er vor sich hin.
»Aber wo soll ich denn hin? Es gibt doch nur das Tierheim.«

Am nächsten Morgen kam die Tierheimchefin mit einem großen Koffer ins Büro. Wie an jedem Tag gab sie Karl, dessen Käfig auf einer Kommode stand, frisches Wasser und Futter.
»Na, mein Kleiner, wie war deine Nacht? Hast du gut geschlafen?«
›Schlaf?‹ dachte sich Karl. ›Wovon redet sie da? Ich habe seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in der Nacht geschlafen. Dafür habe ich einfach keine Zeit mehr.‹
Die Tierheimchefin hob den Koffer auf den Schreibtisch, öffnete ihn und legte noch ein paar T-Shirts hinein.
»Ich kann doch nicht ohne etwas aus meinem Tierheim verreisen. Dann vermisse ich euch alle viel zu sehr.«
Sie drehte sich zu Karls Käfig um, bückte sich und sprach leise durch das Gitter zu ihrem Hamster.
»Ich fahre nämlich in den Urlaub. Das ist das erste Mal seit fünf Jahren. Vorher hatte ich nie genug Zeit dafür. Aber jetzt ist es endlich so weit. Ich setze mit in ein Flugzeug, düse so schnell wie der Wind nach Spanien und werde dort drei ganze Wochen am Strand unter Palmen faulenzen.«
›Urlaub?‹ dachte Karl. ›Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Das will ich auch.‹
»Ich muss nur noch den anderen sagen, was sie in der Zeit auf keinen Fall vergessen dürfen. Sie müssen dich auf jeden Fall jeden Tag füttern.«
Die Chefin stand wieder auf und ging in das Büro nebenan.
»Ich will auch Urlaub.« grummelte Karl.
Leise öffnete er die Tür seines Käfigs kletterte raus und lief zum Schreibtisch. Mit seinen spitzen Krallen kletterte er mühsam am Schreibtischbein nach oben und verschwand im Koffer.
»so eine Chance werde ich nie wieder bekommen.« seufzte er zufrieden. »Drei Wochen Urlaub am Strand. Das habe ich mir wirklich mehr als verdient. Die anderen müssen halt mal ohne mich auskommen.«
Dann wurde der Deckel über ihm geschlossen und es ging zum Flughafen.

Drei Wochen später kam die Tierheimchefin wieder in ihrem Büro an. Überglücklich begrüßte sie ihre Mitarbeiter und erzählte von den vielen Dingen, die sie in Spanien erlebt hatte. Diesen Moment nutzte Karl aus. Er kletterte gemütlich aus dem Koffer und machte sich auf den Weg in seinen Käfig.
In der folgenden Nacht waren die anderen Tiere unglaublich dankbar, dass er wieder zurück war.
»Du kannst dir nicht vorstellen, wie es hier drunter und drüber gegangen ist. Es gab viel Streit und niemand war zufrieden.«
Karl lachte. »Zufrieden war vorher auch niemand. Dann war in der Zeit doch alles wie sonst auch.«
Die Tiere schwiegen. Doch dann fanden sie die richtigen Worte.
»Zufrieden waren wir doch. Wir haben wohl nur vergessen, es dir zu zeigen.«
Sie entschuldigten sich bei Hamster Karl und versprachen, ihn mehr zu achten, mehr auf ihn zu hören und das ein oder andere Mal auch Danke zu sagen.

(c) 2014, Marco Wittler

234. Feuer im Tierheim (Tierheimgeschichten 1)

Feuer im Tierheim

Feierabend.
In der letzten Stunde hatten sich die Menschen um das Abendessen der vielen Bewohner des Tierheims gekümmert. In unzähligen Näpfen lag nun das Futter, Trinkschalen waren ausgewaschen um mit frischem Wasser befüllt worden.
»Schlaft gut und träumt schön.« rief Klaus noch einmal in jedes Gehege. »Und bleibt nicht wieder so lange wach. Ich werde euch wie immer ganz früh aus den Federn werfen.«
Dann machte er sich auf den Weg nach Hause zu seiner Familie.
Nun war es still. Das heißt, es waren keine Menschenstimmen mehr zu hören. Aber das Bellen, das Miauen, Zwitschern, Brummen und Fiepen wurde nicht leiser. Im Gegenteil. Jetzt waren die Tiere endlich unter sich. Die Tierkinder tollten gemeinsam durch die Gehege, die Älteren unterhielten sich über die Ereignisse des Tages und die ganz Alten tauschten sich über ihre Wehwehchen aus.
Alles in dieser Nacht hätte so schön sein können, wenn es da nicht diesen lauten Knall kurz vor dem Aufstehen gegeben hätte.
»Was war das?« fuhren die Katzen vor Schreck in sich zusammen.
Irgendwo über ihren Köpfen war etwas geschehen, dass ihnen Angst machte. Sie sahen aus dem Fenster.
»Das war kein Donnerschlag. Es ist ein schöner Tag. Da sind nicht mal Wolken am Himmel. Es kann kein Gewitter gewesen sein.« murmelte die alte Katzendame Thelma vor sich hin.
Ein paar Augenblicke später begann es zu stinken. Dünne Rauchschwaden drückten sich unter den Türen hindurch. Mit jeder Minute wurde es schlimmer.
»Feuer! Es brennt!« rief Thelma aufgeregt.
Sofort entstand Panik im Katzenhaus. Alle schrien und liefen durcheinander, wussten nicht, was sie machen sollten.
»Beruhigt euch wieder.« versuchte Thelma Ordnung in ihr Katzenrudel zu bringen. »Ihr habt doch den Menschen bei der letzten Feuerschutzübung zugeschaut. Wir machen das alles, so wie wir es oft genug heimlich geübt haben.«
Aber das war leichter gesagt, als getan. Eine Übung war halt nur eine Übung. Keine der Katzen hätte jemals damit gerechnet, dass man in diesem dichten Qualm so schlecht sehen und atmen konnte.
Thelma dachte kurz und versuchte sich in Erinnerung zu rufen, was nun wichtig war. Dann drehte sie sich zu drei älteren Katern um.
»Ihr kümmert euch um den Nachwuchs. Die Kleinen müssen als erstes gerettet werden. Die Katzendamen sollen eine Reihe bilden, sich an den Schwänzen halten und in einer langen Kette nach draußen gehen. Wenn alle vorbereitet sind, geht es los. Erst dann dürft ihr die Ausgangstür öffnen. Wenn jemand von euch die Nerven verliert und zu früh nach draußen stürmt, kommt zu viel Rauch rein und wir werden alle ersticken.«
Sie nickten und befolgten die Anweisung so schnell es ging. Thelma kletterte an eines der Fenster und rief nach den Grashüpfern auf der nahen Wiese. Die kleinen Insekten ließen nicht lange auf sich warten.
»Hier drin brennt es.« berichtete Thelma schnell. »Wenn wir Pech haben, breitet sich das Feuer auch noch auf die anderen Gebäude aus. Sagt den anderen Tieren Bescheid, dass sie sich in Sicherheit bringen. Die Hütehunde sollen für Ordnung sorgen, damit kein Durcheinander entsteht. Es soll niemand verletzt werden.«
Sofort machten sich die Grashüpfer auf den Weg, um die Nachricht an alle Gehege und Ställe zu verteilen. Nun war es auch an Thelma, sich zu retten, denn inzwischen war das Katzenhaus so stark verqualmt, dass man kaum noch die Pfoten vor den Augen sehen konnte. Die anderen Katzen hatten also die Tür geöffnet und sich in Sicherheit gebracht.
Der Weg nach draußen war kaum noch zu bewältigen. Der Rauch kratzte im Hals. Thelma konnte nicht mehr richtig atmen. Jeder einzelne Schritt wurde zur Qual. Die letzten Meter konnte sie nur noch kriechen. Auf der Türschwelle griffen ihr zwei Starke Kater unter die Beine und brachten sie auf die Wiese.
»Ist jemandem was passiert?« fragte Thelma besorgt, sah sich sofort unter den anderen Katzen und zählte sie durch.
»Sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, acht- … Moment. Da fehlt jemand.«
Noch einmal sah sie in die Gesichter des Rudels. »Wo ist Lilli? Lilli ist nicht da. Hat einer von euch Lilli gesehen?«
Sofort waren sie wieder alle aufgeregt. »Wir müssen sie übersehen haben. Sie ist bestimmt noch im Haus.«
Thelma sammelte noch einmal die letzten Reste ihrer Kräfte, richtete sich auf und schleppte sich zurück zum Katzenhaus. »Ich werde sie suchen und da raus holen.«
»Das kannst du nicht machen.« stellten sich ihr die Kater in den Weg. »Da kann keiner mehr rein. Das ist einfach zu gefährlich. Du wirst ersticken oder verbrennen.«
Thelma schüttelte den Kopf und stieß die Kater zur Seite. »Heute wird niemand verbrennen. Wir lassen niemanden im Feuer zurück.« Dann verschwand sie in den dichten Rauchschwaden.
Der Qualm war überall. Man konnte keinen Zentimeter weit sehen. Thelma versuchte, so wenig wie möglich zu atmen. Sie tastete sich an der Wand entlang, durchsuchte die einzelnen Schlafplätze, bis sie mit den Vorderpfoten gegen etwas Weiches stießen. Vorsichtig tastete sie danach. Es war ein Katzenkind. Das musste einfach Lilli sein.
Sie packte zu und schleppte das schlappe Fellbündel zum Ausgang. »Wir schaffen das. Wir beide kommen hier heile raus. Das verspreche ich dir.« keuchte sie leise.
Thelma kam bis zur Türschwelle. Dann brach sie zusammen. Ihr Kopf landete gerade eben in den weichen Grashalmen der Wiese.
»Hier sind noch zwei.« rief eine Menschenstimme.
Die beiden Katzen wurden sanft von zwei starken Händen ergriffen und aufgehoben.
»Die müssen sofort in die Tierklinik gebracht werden. Sie haben Rauchvergiftungen.«
Die Feuerwehr war inzwischen aufgetaucht. Aus langen Schläuchen spritzte Wasser auf das brennende Dach.
Mit ihrer letzten Kraft öffnete Thelma noch einmal ihre Augen. Zufrieden sah sie, dass Lilli sich bewegte. Sie hatte es also geschafft, das Katzenkind zu retten.
»Jetzt ist alles wieder gut.« murmelte sie glücklich, bevor sie langsam einschlief.

(c) 2014, Marco Wittler