291. Ärger im Aquarium

Ärger im Aquarium

Als Papa abends von der Arbeit nach Hause kam, hielt er eine kleine Tüte in der Hand.
»Was ist denn da drin?«, fragte Emily neugierig.
Vorsichtig stellte Papa die Tüte auf dem Wohnzimmertisch ab, zog sich langsam die dicke Winterjacke aus und setzte sich gemütlich in seinen Sessel.
»Spann mich nicht so lange auf die Folter.«, nörgelte Emily.
»Ich bin doch sooo neugierig.«
Also begann Papa zu erzählen.
»Ich habe meinem Arbeitskollegen erzählt, dass du letzte Woche ein Aquarium zum Geburtstag bekommen hast. Deswegen hat er mir noch zwei richtig schöne Fische geschenkt. Es sind Purpurprachtbarsche.«
Emily legte ihre Stirn in Falten, denn dieser Name sagte ihr gar nichts. Also öffnete sie vorsichtig die Tüte und sah hinein.
Im Wasser schwammen tatsächlich zwei Fische, der eine acht, der andere sechs Zentimeter lang. Beide hatten schwarze Punkte auf ihren Flossen und knallrote Bäuche.
»Die sind aber schick.«, sagte Mama.
»Aber sind die nicht zu groß? Sie sollen doch nicht die anderen Fische fressen.«
Emily sah Papa fragend an. Der wehrte sofort ab.
»Macht euch keine Sorgen. Man hat mir versichert, dass die beiden ganz besonders friedlich sind.«
Also wurden die zwei Barsche in das Aquarium gesetzt.

Am nächsten Tag saß Emily vor ihrem Aquarium und fütterte ihre Haustierchen. Dabei zählte sich genau nach, ob alle noch da waren.
Auf ihrer Liste standen die zwei neuen Barsche, sieben farbenprächtige Guppys, fünfzehn rot und blau gestreifte Neonfische, zwei Frösche und drei kleine Garnelen, die mit ihren vielen Beinchen ständig über den Boden wuselten.
Doch was war das? Alle Wasserbewohner waren zu sehen. Nur eine der Garnelen war verschwunden. Dafür schwamm ein Stück eines Schwanzes hin und her.
Emily stürmte durch das Haus und machte erst Halt, als sie vor Papa stand.
»Deine blöden Barsche haben eine meiner Garnelen gefressen. Diese fiesen Fische müssen sofort raus. Ich will nicht, dass sie sich noch die Bäuche mit meinen süßen Fröschen voll schlagen.«
Papa seufzte, nickte und stand auf.
»Ich besorg für die beiden ein zweites Aquarium.«
Also fuhr er los und kam eine Stunde später mit allen nötigen Sachen zurück. Emily hatte die ganze Zeit über ihre Tiere nicht mehr aus den Augen gelassen.
»Beeil dich Papa. Die Barsche sehen schon wieder so hungrig aus. Die greifen bestimmt gleich meine Frösche an.«
Also wurde in Windeseile alles vorbereitet und anschließend die neuen Fische in ihr eigenes Becken umgesetzt.
Emily und Papa sahen sich zufrieden die zwei Aquarien an, als im ersten Wasserbecken ein unerwartetes Tierchen hinter einer Pflanze auftauchte.
»Was ist denn das?«, fragte Papa.
Emily begann zu zählen.
»Eins, zwei, drei.«
Tatsächlich waren wieder drei Garnelen zu sehen. Gleichzeitig.
In diesem Moment kam Mama mit einem Aquarienbuch herein und lachte.
»Ihr zwei Experten hättet ruhig mal was über Garnelen lesen sollen. Wie alle Krebstiere legen sie ihre alte Haut ab, wenn sie wachsen. Es ist also nichts Lebendiges gefressen worden.«

(c) 2009, Marco Wittler

290. Ein Schatten im Aquarium

Ein Schatten im Aquarium

Im Wohnzimmer wurde ein neuer Schrank aufgebaut. Doch dieses Mal räumte ihn Mama nicht mit ihrem Dekokram voll. Keine Vase, keine Blümchen, nichts. Der Schrank blieb leer.
Das wunderte Michelle natürlich sehr. Also fragte sie nach.
»Mama, warum machst du denn den neuen Schrank nicht schick? Stimmt was damit nicht?«
Mama grinste.
»Nein, damit ist alles in Ordnung. Aber Papa hat noch etwas damit vor.«
Michelle wurde noch neugieriger. Aber sie wusste auch, dass sie keine Antworten mehr bekommen würde. Also verzog sie sich in ihr Zimmer und wartete.

Am späten Nachmittag kam dann endlich Papa nach Hause. Aus dem Kofferraum seines Wagens holte er ein paar schwere Pakete, die einzeln ins Wohnzimmer brachte.
»Was ist denn da drin?«, fragte Michelle.
Als Papa seinen Einkauf auspackte, war die Verwunderung groß. Da war ein Sack mit Sand, ein paar Geräte und ein großer Glaskasten.
»Was soll das denn werden? So was hab ich noch nie gesehen.«
Während Papa alles zusammen baute, erklärte er seiner Tochter, dass er ein Aquarium gekauft hatte. Er befüllte es mit Wasser und setzte Pflanzen in den sandigen Boden. Zum Schluss öffnete er noch eine Tüte und schüttete ein paar bunte Fische in das Becken.
»Jetzt können wir uns die Tierchen jeden Tag anschauen und füttern.«, erzählte Papa.
»Meine Eltern haben damals auch ein Aquarium gekauft, als ich so alt war wie du.«
Michelle staunte. Jetzt hatte sie ihre eigene Unterwasserwelt. Das musste sie unbedingt sofort ihren Freundinnen erzählen.

Am nächsten Tag saßen vier Mädchen vor dem Aquarium und bestaunten die Fische. Jeder von ihnen hatte bereits einen Namen bekommen. Michelle dachte sich mit ihren Freundinnen lustige Fischgeschichten aus, die sie sich gegenseitig erzählten.
»Und jetzt schaut mal was passiert, wenn ich Futter ins Wasser mache.«
Kaum hatte sie den Deckel geöffnet und ein paar Futterflocken ins Becken gestreut, wuselten die Fische ganz aufgeregt hin und her und fraßen, so viel sie erwischen konnten.
Doch plötzlich bewegte sich im Wasser etwas, das Michelle vorher noch nicht gesehen hatte.
Ein dunkler Schatten schnellte hervor, schnappte sich eine Futterflocke und verschwand sofort wieder hinter einem alten Stück Baumwurzel.
»Was war denn das?«, fragte Isabelle verwirrt. Auch Lena und Sarah hatten nicht erkennen können, was das für ein Tier gewesen war.
»Was lebt denn noch in deinem Aquadingsda?«
Doch Michelle wusste es selbst nicht. Bisher hatte sie immer nur ihre Fische gesehen.
Etwas ängstlich zogen sich die Mädchen zurück und kamen der geheimnisvollen Unterwasserwelt nicht mehr zu nahe.

Am Abend des nächsten Tages saß Papa vor dem Aquarium, als Michelle gerade ins Bett gehen wollte.
»Du sag mal, Kleines, hast du deine Fische heute schon gefüttert?«, fragte er mit ernster Miene.
Seine Tochter schüttelte traurig und ängstlich den Kopf.
»Ich mag sie nicht mehr füttern. Da ist was drin, was mir Angst macht.«
Papa sah neugierig in das Wasserbecken, konnte aber nichts entdecken.
»Was soll denn da drin sein? Da sind doch nur deine Fische.«
Also erzählte Michelle, was sie am Tag zuvor mit ihren Freundinnen beobachtet hatte.
»Ein dunkler Schatten? Das ist ja seltsam.«, murmelte Papa.
»Und er hat sich etwas zu Fressen geholt und ist dann sofort wieder verschwunden?«
Michelle nickte.
»Dann wollen wir dieses merkwürdige Wesen mal aus seinem Versteck locken.«
Papa öffnete den Deckel des Aquariums, nahm sich etwas Futter zwischen die Finger und streute es dann in das Wasser.
Sofort stürzten sich die Fische darauf und fraßen so viel sie konnten.
»Wo kam denn der Schatten her?«
Michelle zeigte auf die alte Wurzel.
In diesem Moment bewegte sich dort tatsächlich etwas. Es war klein und grau. Als es das Futter entdeckte, machte es einen Satz vorwärts und wollte sich gerade seine Mahlzeit schnappen. Doch da war Papa schneller.
Er holte ein Netz hinter seinem Rücken hervor und fing das seltsame Wesen ein.
»Dann wollen wir doch mal schauen, was du eigentlich bist.«
Vorsichtig sah er sich seinen Fund an. Michelle war ebenfalls neugierig.
»Das ist ja ein Frosch. Der ist aber süß.«
Da mussten beide lachen.
»Los, setz ihn wieder ins Wasser.«, sagte Michelle.
»Er hat viel zu viel Angst in deiner großen Hand.«
Papa gehorchte und setzte das Tierchen wieder zurück und sah dabei zu, wie es wieder in seinem Versteck verschwand.
»Und wir waren so dumm und hatten so viel Angst davor.«

Am nächsten Tag saßen wieder vier Mädchen vor der Unterwasserwelt. Von allen Seiten suchten sie nach den Frosch. Sie wollten ihn unbedingt sehen, denn das war doch wirklich etwas ganz Besonderes.

(c) 2009, Marco Wittler

046. Der alte Fisch und der Eisbär oder „Papa, warum haben Fisch kein Fell? (Papa erklärt die Welt 3)

Der alte Fisch und der Eisbär
oder »Papa, warum haben Fische kein Fell?«

 Am Samstag Nachmittag ging Papa angeln. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn Papa tat dies an jedem Samstag Nachmittag. Das war auch ganz praktisch, denn Mama machte zur gleichen Zeit Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen im Wohnzimmer.
An diesem Wochenende ging Papa allerdings nicht allein an den See. Seine kleine Tochter Sofie begleitete ihn. Sie war neugierig, denn sie hatte noch nie jemanden angeln sehen.
Schon den ganzen Weg zum See stellte sie viele Fragen, die Papa ganz geduldig beantwortete.
Als er am Ziel seine Angel auspackte und mit ihr den Haken ins Wasser lies, bat er seine Tochter still zu sein. Zu viel Krach und Lärm würde die Fische verscheuchen.
Und so saßen die Beiden Seite an Seite und blickten gespannt in das Wasser.
Nach einer Weile zog plötzlich etwas an der Leine. Papa sprang sofort auf und rollte die Schnur langsam auf, bis der Haken mit seiner Beute aus dem Wasser empor kam. Ein großer Fisch hin daran.
Sofie sah fasziniert zu, wie Papa den Fisch vorsichtig vom Haken löste und in einen gefüllten Wassereimer gab.
»Darf ich ihn mal anfassen?«, fragte Sofie.
Papa erlaubte es ihr. Also griff sie vorsichtig in das Wasser und fuhr mit einem Finger über den Fisch.
»Der fühlt sich aber komisch an.«
Papa lachte.
»Das liegt daran, dass der Fisch Schuppen hat.«
»Schuppen?«, fragte Sofie verwundert.
»Ich dachte, Schuppen hat man nur, wenn man sich die Haare nicht wäscht.«
Und schon wieder musste Papa lachen.
»Nein, bei Fischen ist das was anderes. Die Schuppen sind so etwas wie eine Fischhaut.«
Sofie dachte ein wenig darüber nach. Schließlich fragte sie: »Papa, warum haben Fische kein kuschelig weiches Fell wie andere Tiere?«
Papa musste nachdenken. Doch dann schien ihm etwas einzufallen.
»Mir fällt da eine Geschichte ein. Sie handelt von Fischen mit Fellen. Und die werde ich dir jetzt erzählen.«
Sofie strahlte über das ganze Gesicht.
»Oh ja, eine Geschichte.«
»Und wie fängt eine Geschichte immer an?«, fragte Papa.
Sofie lachte schon voller Vorfreude und antwortete: »Ich weiß es. Sie beginnt mit den Worten ›Es war einmal‹.«
»Ja, das stimmt. Absolut richtig. Also, es war einmal …«

Es war einmal im großen weiten Meer ein Fisch. Er war nicht irgendein Fisch, sondern der älteste Fisch von allen.
Schon lange schwamm er nicht mehr mit seiner Familie durch das Meer. Dafür waren seine alten Flossen nicht mehr kräftig genug. Er blieb zu Hause und wartete darauf, dass seine Kinder und Enkelkinder zum Abendessen zurück kehrten.
Und was macht ein alter Fisch den ganzen Tag über? Er wartet nicht nur auf die anderen. Nein. Er putzt hin und wieder sein kuschelig weiches Fell und schwimmt in der näheren Umgebung spazieren.
Was? Fische haben gar kein Fell?
Heute mag das vielleicht so sein, aber damals hatten alle Fische ein dichtes weißes Fell.
Eines Morgens, der alte Fisch hatte gerade sein Fell putzt und gebürstet, machte er sich auf den Weg in eine nahe Flussmündung. Schon sehr lange war er nicht mehr dort gewesen. Als junger Fisch hatte er immer in der Strömung gespielt. Und nun war er neugierig, ob sich in den vielen Jahren etwas verändert hatte.
»Ein letztes Mal möchte ich den Fluss hinauf schwimmen, bevor ich dafür zu schwach bin.«, sagte er sich.
Es war ein hartes Stück Arbeit, gegen das schnell fließende Wasser zu schwimmen, aber die alten Flossen schafften den Weg.
Doch nach dieser Anstrengung musste der Fisch nahe an eines der beiden Ufer heran schwimmen, um sich auszuruhen.
Er musste lachen, denn er stellte sich vir, wie sehr seine Familie staunen würde, wenn sie wüssten, dass er diesen langen und schweren Weg geschafft hatte.
»Jetzt wird es aber Zeit, nach Hause zu schwimmen.«
In diesem Moment schoss plötzlich eine große Pranke mit scharfen Krallen in das Wasser und schnappte zu.
Der alte Fisch wusste nicht, wie ihm geschah. Da er aber gleich bemerkte, sich nicht mehr frei zappeln zu können, wehrte er sich nicht und lies sich aus dem Fluss ziehen. Kurz darauf landete er in einem mit Wasser gefüllten Eimer.
Trotz seines hohen Alters war der Fisch noch immer sehr neugierig und sah vorsichtig aus dem Eimer heraus.
Vor ihm saß ein seltsames Wesen. Es war riesig groß, besaß keine Flossen wie ein Fisch, sondern Beine wie die eines Tintenfisches, nur ohne Saugnäpfe. Aber es waren nicht acht, sondern nur vier Beine und im Maul hatte es lange spitze Zähne.
Dieses Wesen sah gefährlich aus. Aber dennoch bekam der alte Fisch keine Angst, denn dieses Tier zitterte am ganzen Körper.
Und dann begann es zu sprechen.
»Wer bist du? – Was bist du? – Kann man dich fressen?
Wir Eisbären sind nämlich schrecklich hungrig und immer auf der Suche nach etwas zu Fressen.«
Der Fisch bekam nun doch Angst. Es war zwar alt, wollte aber dennoch nicht in einem Kochtopf landen.
»Ich bin nur ein alter dürrer Fisch.«, sagte er.
»An mir ist nichts mehr dran, womit du deinen Hunger stillen könntest. Ich bin nur noch Fell und Gräten.«
Der Eisbär betrachtete seine Beute genau, zitterte aber weiter.
»So etwas wie dich habe ich noch nie gefangen. Und ich fange nie sehr viel, weil es mir immer viel zu kalt ist, um mich zu bewegen. Alle anderen Tiere, die ich kenne, haben ein Fell oder eine dicke Haut. Nur wir Eisbären müssen das ganze Leben lang frieren. Deswegen sind wir auch ständig krank und sterben früh.«
Der Fisch sah sich um. Der Boden war weiß und vom Himmel fiel Schnee. Über dem Wasser musste es schrecklich kalt sein.
»Bei uns im Wasser ist es nicht so kalt. Warum lebst du nicht auch bei uns im Meer?«
Der Eisbär machte ein trauriges Gesicht.
»Ich kann unter Wasser nicht atmen. Außerdem wird im Wasser meine Haut ganz schrumpelig. Dabei schwimme ich doch so gern.«
Der alte Fisch dachte kurz nach, bis ihm eine Idee kam.
»Du tust mir sehr leid, Eisbär. Deswegen möchte ich dir helfen. Bitt lass mich wieder frei und wirf mich in den Fluss zurück. Als Dank werde ich bis morgen wieder zu dir zurück kehren. Dann wird sich dein Leben bestimmt für immer verändern. Euch Eisbären wird es dann besser gehen.«
Der Eisbär blickte den Fisch misstrauisch an, kam der Bitte aber schließlich nach.
»Ich hoffe, du hältst dein Versprechen auch. Sonst hab ich kein neues Leben und auch nichts zu Fressen heute.«
Der Fisch nickte und schwamm den Fluss hinab, zurück in das weite, endlose Meer.
Als er wieder zu Hause bei seiner Familie ankam, berichtete er sofort, was er erlebt hatte und wie sehr ihm der frierende Eisbär Leid tat.
»Wir müssen ihm unbedingt helfen.«, rief er.
Ein paar seiner Söhne glaubten nicht an die Ehrlichkeit des Eisbären.
»Der wartet bestimmt nur darauf, dass er uns alle zusammen fressen kann. Er hat dich freigelassen, damit du uns zu ihm lockst. Wenn wir ihm dann helfen, brauchen wir bald selber Hilfe.«
Aber die meisten Fische hatten genug Mitleid. Also schwammen sie alle gemeinsam am nächsten Tag den Fluss hinauf, bis sie auf den Eisbären trafen.
Der hatte inzwischen seine ganze Familie zum Fluss geholt. Es waren alle Eisbären gekommen, und sie saßen nun dort und zitterten gemeinsam.
Nun sah die große Fischfamilie zum ersten Mal, wie schlecht es den Bären tatsächlich erging. Da begannen sie zu bereden was nun getan werden konnte.
Schließlich schwamm der alte Fisch nahe an das Ufer heran und streckte seinen Kopf aus dem Wasser.
»Wir werden euch helfen. Hier im Wasser ist es viel wärmer, as da draußen bei euch in der kalten Luft. Bei euch wird das Wasser sogar zu Eis. Ihr habt ein Fell viel nötiger als wir. Wir werden auf unser Fell eher verzichten können, als ihr.«
Alle Fische streiften ihr Fell ab. Und so bekamen die Eisbären ihr erstes eigenes Fell.
Die Fische hingegen entdeckten, dass sich unter dem Fell eine schuppige Haut befand, die ebenfalls vor der Wasserkälte schützte. Außerdem konnten sie nun noch viel schneller schwimmen, als jemals zuvor, denn nun störten die Fellhaare nicht mehr.
Seit diesem Tag musste kein Eisbär mehr frieren. Und fellige Fische hat man auch nie mehr gesehen.

 Sofie rollte mit den Augen.
»Aber Papa, die Geschichte glaubt dir doch kein Mensch.«
Papa lachte.
»Meinst du nicht? Aber hast du vielleicht eine andere Erklärung, warum ein Fisch kein Fell mehr hat?«
Sofie überlegte, aber ihr fiel auch keine bessere Antwort ein.
»Na siehst du.«
Nun griff Papa in den Wassereimer und holte den Fisch hervor.
»Weisst du was? Wir lassen ihn wieder frei. Er ist so ein schöner Fisch. Den können wir doch nicht einfach einfangen und kochen.«
Er ließ den Fisch zurück ins Wasser gleiten, packte seine Angel ein und nahm Sofie an die Hand.
Gemeinsam gingen sie nun wieder nach Hause, denn Mamas Kaffeeklatsch war nun auch schon längst vorbei.

(c) 2007, Marco Wittler

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