419. Wo ist der Weihnachtsmann?

Wo ist der Weihnachtsmann?

„Los, los! Beeilt euch. Wir müssen den Zeitplan einhalten.“ trieb der Oberelf die anderen Elfen an.
„Der Boss wird sauer, wenn der Geschenkesack nicht rechtzeitig fertig gepackt in seinem Schlitten steht.“
Die Weihnachtselfen arbeiteten so schnell sie nur konnten. Mit jeder Minute wurden mehr Geschenke fertig. Weihnachten konnte also bald starten.
Wenige Stunden später waren sie fertig und spannten die Rentiere vor den großen Schlitten.
„Rudolph, hier ist die Flugroute für dieses Jahr.“, erklärte der Oberelf, als er mit dem Führungsrentier sprach.
„Ihr holt den Boss in seinem Haus ab und fliegt dann auf direktem Weg nach Europa. Dort geht es dieses Mal los.“
Die Rentiere hatten ihre Aufgabe verstanden und flogen los. Vor dem Haus des Weihnachtsmanns machten sie eine kurze Zwischenlandung und schon ging die Reise weiter. Der Schlitten düste durch fallenden Schnee, prasselnden Regen, dichten Nebel und durch die Wolken. Doch dann kam Rudolph etwas seltsam vor.
„Leute, fällt euch etwas auf?“
Die Rentiere drehten sich nach hinten um.
„Oh nein. Nicht schon wieder.“
Der Weihnachtsmann saß nicht im Schlitten. Offensichtlich war er nicht aus dem Haus gekommen und eingestiegen.
„Jedes Jahr das gleiche Problem.“
Rudolph schüttelte den Kopf.
Doch in diesem Moment hörten sie eine Stimme.
„Jungs, ich komme.“, war der Weihnachtsmann zuhören.
„Mein Wecker hat wohl nicht richtig funktioniert. Ich habe verschlafen.“
Er lag in einer großen Hängematte und wurde von einem Schwarm Adler transportiert, die ihn kurz darauf in dem großen Schlitten abluden.

(c) 2012, Marco Wittler

191. Papa hat verschlafen

Papa hat verschlafen

Papa schnarchte gemütlich vor sich hin. Selbst das laute Klingeln des Weckers konnte ich an diesem Morgen nicht stören.
„Sei still!“ murmelte er vor sich hin, drehte sich um und schnarchte einfach weiter. Als er irgendwann laut gähnend wach wurde und sich umsah, fiel er erschrocken aus dem Bett und landete unsanft auf dem kalten Boden des Schlafzimmers.
„Was?“ rief er entsetzt.
„Draußen ist es schon hell? Wie spät ist es denn?“
Papa stellte fest, dass er schon vor einer Stunde hätte aufstehen müssen. Er hatte verschlafen.
„Verdammt. Dann muss ich heute Morgen wohl auf meine Dusche und das Frühstück verzichten.“
Er sprang in seine Pantoffeln und rannte hinunter in die Küche. Schnell packte er sich ein paar Scheiben Brot in seine Frühstücksdose und legte etwas Salami dazu. Traurig sah er zur Kaffeemaschine und seufzte.
„Heute also nur Filterkaffee in der Arbeit.“
Er zog sich seine Jacke über, schnappte sich den Schlüsselbund und fuhr mit dem Auto los. Auf dem Weg in sein Büro hätte er fast zwei rote Ampeln überfahren, so eilig hatte er es.
Eine halbe Stunde später kam er an. Mit beinahe fliegenden Schritten erstürmte er das Gebäude. Papa konnte sich schon sehr gut vorstellen, wie sauer seine Kollegen sein würden. Doch dann kam alles ganz anders.
Mit lächelnden Gesichtern begrüßten sie ihn. Alle waren freundlich und lobten ihn für seinen tollen Einfall.
„Einfall? Was denn für ein Einfall?“
In diesem Moment kam sein Chef ins Büro. Von hinten klopfte er Papa anerkennend auf die Schulter.
„Mensch, Meier. Sie sind der Größte. Keiner ihrer Kollegen hat sich getraut, heute mit einem Kostüm zur Arbeit zu kommen. Dabei ist doch Karneval. Aber ich wusste, dass ich mich auf sie immer verlassen kann.“
Papa wurde knallrot im Gesicht.
„Kostüm? Was?“ stammelte er vor sich hin.
Verwirrt sah er an sich herab und stellte fest, dass er sich in der Eile nicht umgezogen hatte. Er steckte noch immer in seinem Schlafanzug.

(c) 2014, Marco Wittler