477. Der Schlafwandler

Der Schlafwandler

Tom saß mit seinen Eltern auf dem Sofa und sah sich einen Bericht im Fernsehen an. Es wurde gerade über Schlafwandler gesprochen.
»Sollte jemand in ihrer Familie schlafwandeln, dann wecken sie ihn bitte nicht auf. Im Ernstfall könnte sich diese Person erschrecken, weil sie feststellen muss, dass sie gar nicht mehr im Bett liegt.«
Tom sprang sofort grinsend auf.
»Die reden da von mir. Ich bin nämlich auch ein Schlafwandler. Ich stehe fast jede Nacht auf und wandere durch unser Haus. Manchmal werde ich dabei wach und wundere mich, wo ich gerade bin.«
Dann lief er in sein Kinderzimmer und machte sich zum Schlafen fertig.

Mitten in der Nacht, Mama war gerade zur Toilette gegangen, da hörte sie ein Geräusch in der Küche. Neugierig schlich sie sich nach unten und sah nach. Sie entdeckte Tom, der gerade ein paar Süßigkeiten aus dem Schrank holen wollte.
»Ich bin ein Schlafwandler.« flüsterte er langsam, ohne die Augen zu öffnen.
»Mich darf man nicht aufwecken, sonst erschrecke ich mich und falle vielleicht tot um.«
Dann griff er zur Schokolade und wollte sich gerade ein Stück davon in den Mund stecken, als Mama ihn an die Hand nahm.
»Dann bringe ich dich mal lieber schnell zurück ins Bett, damit dir nichts Schlimmes passiert. Das haben sie nämlich im Fernsehen empfohlen.«
Tom seufzte leise und lies sich in sein Zimmer führen. Der Trick mit dem Schlafwandeln hatte nicht so gut funktioniert, wie er gehofft hatte.
Nach ein paar Minuten, hörte er noch einmal Mamas Stimme aus der Küche.
»Schau an, du bist also auch zum Schlafwandler geworden? Dann muss ich dich wohl auch ins Schlafzimmer zurückbringen.«
Jetzt musste Tom lachen. Papa war wohl auf die gleiche Idee gekommen.

(c) 2014, Marco Wittler

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