1192. Teddy geht auf Reisen

Teddy geht auf Reisen

Teddy stand am Fenster und sah aus dem Fenster. Das machte er jeden Tag. Und jeden Tag machte er sich darüber Gedanken, wie die Welt dort draußen hinter den nahen Hügeln wohl aussehen würde. War sie vielleicht schöner, aufregender, bunter und abenteuerlicher? Er konnte es nicht sagen. Er war nicht dort gewesen und hatte auch noch nie jemanden getroffen, der von der anderen Seite hierher gekommen war.
»wenn ich doch nur wüsste, wir die Welt dort draußen aussieht. Das macht mich so unglaublich neugierig. Aber ich weiß gar nicht, wie ich mir die ganze Welt anschauen soll. Sie sie so wahnsinnig groß.«
Er trat vom Fenster zurück, ging ein Runden um seinen Tisch herum und dachte nach. Dabei fiel sein Blick auf eine Zeitschrift, die er sich vor ein paar Tagen gekauft hatte.
»Ja, genau. Das ist es. Ich brauche einen Flugdrachen. Damit kann ich in die Lüfte aufsteigen, mir die ganze Welt von oben anschauen und mit den schönsten Platz von allen aussuchen. Dann kann ich ihn direkt besuchen.«
Teddy machte sich an die Arbeit, sägte, baute, schraubte, nähte und klebte, bis sein Fluggerät fertig war. »Und jetzt ab damit nach draußen. Doch da ergab sich ein Problem. Der Drachen war so groß, dass er nicht mehr durch die Tür passte.
Teddy seufzte, baute den Drachen mühsam wieder auseinander und setzte ihn nach und nach vor dem Haus wieder zusammen.
»Jetzt muss ich nur noch losfliegen.« Er schnallte sich seinen Drachen auf den Rücken, lief los und hob wenige Meter später ab. Er schraubte sich hinauf in den Himmel, stieg höher und höher. Dann zog Teddy weite Kreise und sah sich begeistert um. »Die Welt ist noch schöner, als ich sie mir jemals vorgestellt habe. Jetzt muss ich nur noch den schönsten Platz von allen finden.«
Er kreiste weiter, ließ seinen Blick in alle Richtungen schweifen, bis er schließlich nach unten sah und zu grinsen begann.
»Zuhause ist es einfach am Schönsten.« Da setzte er wieder zur Landung an, verstaute den Drachen auf dem Dachboden und machte es sich in einem Liegestuhl vor dem Haus gemütlich.
»Ich muss gar nicht verreisen. Hier gefällt es mir einfach am Besten.«

(c) 2022, Marco Wittler

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