Ein ungewöhnliches Tischtennis-Spiel
Emma und Paul saßen im Partyraum im Keller auf den gemütlichen Sofas und langweilten sich. Es lief nichts Gescheites im Fernsehen und ihre Freunde hatten auch keine Zeit, um sich zu treffen.
»Boah, ist das langweilig.«, beschwerte sich Emma.
»Ja, aber total.«, pflichtete ihr Paul bei. »Ich weiß gar nicht, was ich heute machen soll.«
Normalerweise wären sie jetzt gern im Garten, würden die Rutsche und die Schaukel unsicher machen, aber das Wetter spielte nicht mit. Es war stürmisch und schneite kräftig.
Paul stand irgendwann auf und schlenderte gelangweilt durch den Keller, bis sein Blick auf die Tischtennisplatte im Nachbarraum auffiel.
»Klar. Wir spielen Tischtennis.«
Emma war sofort begeistert. Sie wunderte sich sogar, dass sie selbst nicht schon auf diese Idee gekommen war. Schnell flitzten die Geschwister nach oben in ihre Zimmer, holten ihre Schläger und trafen sich im Flur.
»Hast du Bälle gefunden?«, wollte Paul wissen. Emma schüttelte den Kopf.
Paul dachte nach und grinste. »Ich hole uns Ersatzbälle aus der Küche, geh du schon mal nach unten.«
Es dauerte nur zwei Minuten, bis er wieder im Keller eintraf. In der einen Hand hielt er seinen Schläger, in der anderen ein Körbchen mit Minitomaten.
»Wir schon irgendwie funktionieren.«, war er optimistisch, warf die erste Tomate in die Luft und schlug sie über das Netz.
Es erklang ein lautes Matschen. Die Tomate platzte auf und verteilte sich im ganzen Raum. Emma bekam nicht wenige Spritzer davon ab.
»Wie cool. Du siehst aus, als hättest du Windpocken bekommen.«
Nun war Emma an der Reihe und schlug eine Tomate zur anderen Seite rüber. Unter lautem Lachen zermatschten sie eine Tomate nach der anderen, bis das Körbchen leer war.
»Das Spiel war jetzt aber schnell vorbei.«, war Paul enttäuscht. Dann zuckte er mit den Schultern. »Gehen wir halt wieder nach oben und erzählen Mama, dass wir uns nicht gut fühlen. Wenn sie dann denkt, wir hätten tatsächlich Windpocken, dürfen wir den restlichen Tag im Bett verbringen und sie kümmert sich um uns.«
(c) 2021, Marco Wittler
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