359. Was ich mir zu Weihnachten wünsche

Was ich mir zu Weihnachten wünsche

Der kleine Theodor saß mit seinen Brüdern und Schwestern um einen kleinen Weihnachtsbaum aus Plastik herum. Sie sprachen über ihre Wünsche zum Fest der Feste. Jeder von ihnen hatte etwas Anderes im Kopf.
»Ich will eine Spielzeugeisenbahn.«, sagte Emil.
»Ich möchte ein eigenes Pony haben.«, träumte Lilo.
Und der kleine Theodor hatte einen ganz besonderen Wunsch.
»Ich möchte einfach nur einen richtig guten Freund bekommen.«
Seine Geschwister belächelten ihn dafür. So etwas konnte man sich doch nicht wünschen. Zu Weihnachten gab es doch viel Schönere Sachen.
»Je teurer, desto besser.«, sagte Fritz mehrfach am Tag.
»Freunde bekommt man bestimmt auch so. Die kosten ja nichts.«
Aber Theodor hatte keinen einzigen Freund, der immer für ihn da war. Also blieb er bei seinem Wunsch.

Die Stunden vergingen. Es wurde langsam Abend. Schon bald würden überall die Weihnachtsfeiern in den Familien beginnen. Theodor saß noch immer vor dem kleinen Baum und war guter Hoffnung, als er plötzlich von zwei großen Händen ergriffen wurde. Sie stopften in einen großen Karton, der auch noch verschlossen wurde.
Nun konnte er nichts mehr sehen und nichts mehr hören.
»Hallo?«, fragte er vorsichtig, um die Angst mit seiner eigenen Stimme zu vertreiben.
Es geschah aber nichts.
Erst nach ein paar Stunden tat sich wieder etwas. Der Karton wurde hin und her geschüttelt. Theodor musste aufpassen, dass er sich nicht den Kopf stieß. Mit einem Mal kam Licht ins Dunkel und erneut wurde er von Händen ergriffen, die ein ganzes Stück kleiner waren.
»Teddy!«, rief eine begeisterte Kinderstimme und drückte Theodor glücklich an sich.
Der kleine Teddy Theodor wusste er gar nicht, wie ihm geschah. Doch dann hörte er eine Frage, die ihm das Herz erwärmte.
»Freunde?«, fragte das kleine Kind und Theodor nickte glücklich.

(c) 2010, Marco Wittler

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