381. Silvester

Silvester

Lukas saß am Fenster und sah angestrengt nach draußen. Er schien etwas zu suchen oder auf etwas anderes zu warten.
»Wo bleibt denn das Silvester?«, fragte er immer wieder.
»Wo ist denn das Feuerwerk, dass du mir versprochen hast?«
Mama grinste und setzte sich zu ihrem Sohn.
»Es ist doch noch gar nicht so weit.«
Sie zeigte auf die große Uhr an der Wand.
»Jetzt ist es gerade ein Uhr mittags. Wenn beide Zeiger gleichzeitig auf der zwölf stehen, ist es so weit. Dann ist es  ganz finster und das Feuerwerk beginnt.«
Lukas jubelte.
»Juhuu. Dann kann ich ganz lange wach bleiben. Das ist richtig cool.«
Begeistert sprang er auf rannte wie wild im Kreis, bis er von Mama gestoppt wurde.
»Willst du dich denn nicht lieber noch zu einem Mittagsschlaf in dein Bett legen, damit du es auch bis heute Nacht schaffst?«
Aber Lukas schüttelte wild den Kopf.
»Auf gar keinen Fall. Ich schaff das auch ohne Mittagsschlaf. Du wirst das schon sehen.«
Also durfte Lukas wach bleiben und den Tag mit Spielen verbringen.
»Und du willst wirklich nicht doch noch etwas schlafen?«, fragte Mama immer wieder.
Doch egal, ob es Nachmittag oder Abend war, Lukas blieb dabei. Er war wach genug und wollte nicht ins Bett.
Gegen acht Uhr am Abend kam Besuch ins Haus. Die Nachbarn brachten ihren kleinen Sohn mit, der auch nicht geschlafen hatte. Nun hatte Lukas also einen Verbündeten bekommen. Gemeinsam bestanden die Jungs darauf, nicht schlafen gehen zu wollen.
»Wir wollen so lange wach bleiben wie ihr. Wir sind ja auch schon groß.«
Und schon verzogen sie sich ins Kinderzimmer, um die restliche Zeit bis zum Feuerwerk mit Spielen zu verbringen.

Fünf Minuten vor Zwölf sah Mama nach den beiden Jungs. Sie öffnete die Tür zum Kinderzimmer, in dem es verdächtig ruhig war. Lukas und sein Freund lagen schlafend auf dem Bett. Sie hatten doch nicht durchgehalten.
Sie rüttelte vorsichtig an den beiden. Die ließen sich aber nicht wecken.
Mama grinste, schaltete das Licht ab und ging zu den anderen, um das neue Jahr mit einem großen Feuerwerk zu begrüßen.

(c) 2011, Marco Wittler

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