425. Zahnschmerzen

Zahnschmerzen

Klaus hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Ein Backenzahn hatte ihn die ganze Zeit wach gehalten.
„Oh nein. Das tut so unglaublich weh.“, bemitleidete er sich selbst und rieb sich dabei vorsichtig die dicke Wange.
„So kann ich unmöglich zur Arbeit gehen. Das halte ich einfach nicht durch.“
Weil er seinen Beruf aber so toll fand, suchte er im ganzen Haus nach ein paar Schmerztabletten. Leider konnte er keine mehr finden. Die letzte hatte er bereits am Abend zuvor genommen.
„Was soll ich jetzt machen? Irgendwer muss meine Arbeit übernehmen.“
Es wollte ihm aber niemand einfallen, der so eine wichtige Aufgabe hätte übernehmen können.
„Das Nachdenken und Grübeln hat doch alles keinen Sinn. So wird das nie was. Jetzt muss ich wohl doch noch zum Zahnarzt gehen.“
Klaus zitterte schon bei dem Gedanken, dass ihm jemand in den Zähnen bohren würde. Aber er musste wohl trotzdem hin. Also ging er in den Flur, zog sich seinen dicken roten Mantel an und machte sich auf den Weg.
Eine halbe Stunde später saß Klaus nervös im Behandlungsstuhl. Der Zahnarzt verlangte nun schon zum dritten Mal, dass er endlich den Mund öffnen sollte, aber noch immer geschah nichts.
„Ich verspreche ihnen, dass ich nicht bohren werde, ohne ihnen vorher Bescheid zu sagen.“, sagte der Zahnarzt.
Also öffnete Klaus dann doch ganz langsam seinen Mund und ließ den Zahnarzt hinein schauen.
„Hm.“, machte dieser.
„Hm. Was haben wir denn da?“
Der Zahnarzt nahm eine Pinzette in die Hand und zog ein Stück Fleisch hervor.
„Schauen sie mal, das steckte zwischen ihren Zähnen. Das hat ordentlich gedrückt und deswegen tat es weh. Wohl das letzte Mal nicht richtig geputzt.“, ermahnte der Zahnarzt.
„Benutzen sie einfach beim nächsten Mal Zahnseide. Damit bekommen sie so etwas immer raus.“
Klaus war erleichert.
„Stimmt. Jetzt tut es gar nicht mehr weh. Das ist prima. Dann kann ich doch noch arbeiten gehen.“
Der Zahnarzt klopfte Klaus auf die Schulter.
„Und damit sie als Weihnachtsmann heute nicht leer ausgehen, dürfen sie sich auch ein Geschenk aussuchen.“
Er holte eine Kiste hervor, in der jede Menge Kinderspielzeug lag.
„Ein Geschenk?“
Klaus wollte es gar nicht glauben.
„Für mich? Das ist ja toll. Ich habe noch nie ein Geschenk zu Weihnachten bekommen, weil ich dann immer arbeiten muss.“
Hoch erfreut griff er in die Kiste und nahm sich ein kleines Spielzeugauto heraus.
„Dann werde ich mal schnell in meinen Schlitten springen und mich auf den Weg zur Arbeit machen.“
Er bedankte sich noch einmal bei seinem Zahnarzt und verließ die Praxis.

(c) 2012, Marco Wittler

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