567. Eine schlaflose Nacht

Eine schlaflose Nacht

Timo lag im Bett und konnte vor Aufregung nicht schlafen. Beim letzten Blick auf die Uhr war es 22 Uhr gewesen. Der Schlaf wollte sich einfach nicht einstellen. Das Land der Träume war so weit entfernt, wie nie zuvor. Und die Zeit bis zum Aufstehen wollte ebenfalls nicht vergehen. Jedes Mal, wenn Timo auf die Uhr sah, war es nur ein paar wenige Minuten später geworden.
»Kann nicht endlich mal die Sonne aufgehen? Ich will, dass es endlich Weihnachten wird. Ich will endlich meine Geschenke auspacken. Wenn ich bloß schon wüsste, was ich alles bekomme.«
Timo tippelte ununterbrochen mit seinen Finger auf die Matratze. Das half aber auch nicht gegen die riesige Aufregung. An Schlaf war wirklich nicht zu denken.
Irgendwann wurde es dann draußen hell. Die Nacht war fast vorbei. Timo hatte das Gefühl, dass die dunklen Stunden mehrere Tage gedauert hatten.
»Endlich! Jetzt muss ich nur noch warten, bis mich Mama wecken will.«
Mama kam auch ein paar Minuten später und war überrascht, dass Timo schon wach war. Laut gähnend stand Timo auf, machte sich im Bad fertig und zog sich seine Klamotten an. Dann lief er die Treppe hinunter.
»Juhuu, es ist Weihnachten. Endlich ist es so weit. Endlich bekomme ich meine Geschenke.«
»Erstmal wird gefrühstückt.«, wurde er von Mama gebremst. »So lange wirst du noch warten müssen.«
Timo verzog den Mund, setzte sich dann aber ohne zu maulen an den Küchentisch. Noch während er sich Butter auf sein Brot schmierte, musste er laut gähnen. Einen Moment später fielen ihm die Augen zu und sein Kopf  sackte nach unten.
Timo war nach der langen Nacht so müde, dass er eingeschlafen war. Mama grinste, hob ihnvorsichtig vom Stuhl hoch und brachte ihn zurück in sein Kinderzimmer.
»Jedes Jahr das Gleiche. Bekommt er halt seine Geschenke heute Nachmittag.«
Sie legte Timo ins Bett, deckte ihn zu und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn.
»Frohe Weihnachten, mein kleiner Schatz.«

(c) 2016, Marco Wittler

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