216. Der letzte Drache

Der letzte Drache

Dimitri saß vor seiner kleinen Höhle und sah mit glasigem Blick traurig in die Ferne. Die Zeit der Drachen war lange vorbei. Seit einer Ewigkeit hatte er keinen seiner Artgenossen zu Gesicht bekommen.
»Ich muss der letzte Drache auf dieser Welt sein.«
Eine Träne drückte sich aus seinem Augenwinkel und kullerte die Wange herab.
Diese Trauer machte Dimitri wütend. Er stand auf und spuckte mit seinem Maul eine kleine Flamme in die Luft.
»Ich darf mich nicht mehr in dieser Höhle verstecken. Sonst wird meine Art irgendwann vergessen sein. Das darf nicht passieren. Ich werde in die Welt hinaus ziehen.«
Ein fest entschlossenes Feuer entrann seiner Kehle. Dann machte sich der Drache auf den Weg.

Schon ein paar Tage später kam er in einem Menschendorf an.
»Hier gefällt es mir.«, sagte er zu sich selbst.
»Hier werde ich mein Leben von nun an verbringen.«
Doch sollte er diesen Entschluss schnell bereuen. Er stellte fest, dass es alles andere als einfach war, unter Menschen zu sein, denn schon am nächsten Tag quälte ihn großer Hunger.
»Ich brauche etwas zu essen.«, bat er jeden, der ihm über den Weg lief.
Aber es wollte ihm niemand helfen. Er wurde sogar noch beschimpft.
»Geh arbeiten!«, riefen die einen.
»Für’s Faulsein gibt es auch kein Essen.« sagten die anderen.
Mit so viel Unfreundlichkeiten hatte er gar nicht gerechnet. Das machte ihn so traurig, dass sogar seine Flamme darunter litt und ganz klein wurde.
»Wenn du für mich arbeitest, bekommst du von mir ein Dach über den Kopf und genug zu Essen.«, flüsterte ein Mann aus einer schattigen Tür heraus.
Dimitri kam dieser Mann sehr seltsam vor, trotzdem wurde er neugierig und ging langsam in das Haus hinein.
Er stand im Innern einer großen Schmiede. Hier wurden Schilde, Schwerter und Hufeisen geschmiedet.
»Für meine Arbeit brauche ich ein richtig heißes Feuer. Allerdings sind gute Kohlen teuer geworden. Heize mit deiner Drachenflamme das Eisen an, dann werde ich dich gut entlohnen.«, versprach der Schmied.
Der kleine Drache freute sich sehr. Nun musste er doch nicht hungern. Spontan spie er eine Feuerkugel zur Decke.
»Vorsicht«, warnte der Schmied. »Brenn mir nicht das Haus ab.«

In den nächsten Wochen und Monaten arbeitete Dimitri so hart, wie es nur ging. Durch die Drachenflamme schuf der Schmied Waffen, die mit keinen anderen vergleichbar waren. Aus dem ganzen Land kamen Bestellungen und die Auftragsbücher füllten sich immer mehr.
Der Schmied wurde täglich reicher, doch für Dimitri gab es immer nur ein kleines Stückchen Brot.
»Das muss für dich reichen. Mehr hast du nicht verdient. Du arbeitest einfach nicht hart genug.«, bekam er immer wieder zu hören.
Der kleine Drache tat, was er nur konnte. Immer wieder spuckte er seine Flamme auf Schwerter und Schilde. Doch der Schmied war nie zufrieden.
»Ich brauche mehr Feuer. Los, noch eine Flamme. Mach schon.«
Und wieder kam eine brennende Wolke aus dem Drachenmaul.
»Wie soll ich denn gute Arbeit abliefern, wenn du nicht machst, was ich dir sage?«
Der Schmied schlug wütend mit seinem großen Hammer donnernd auf den Amboss.
»Ich brauche Feuer.«
Dimitri spuckte es auf das Eisen.«
»Mehr, ich brauche mehr.«
Immer und immer wieder ließ der Drache seine Flamme auf die Schwerter nieder gehen. Das war so anstrengend, dass ihm immer öfters der Bauch weh tat.
»Ach, wäre ich doch bloß in meiner Höhle geblieben. Dort würde ich mich wenigstens wohl fühlen.«
In diesem Moment öffnete sich die Tür und mehrere Personen kamen herein. Sie waren alle in dunkle Umhänge mit großen Kapuzen gekleidet.
»Lass den Drachen gehen. Er hat genug bei dir gelitten. Lass ihn ziehen, sonst wird es dir Leid tun.«, befahl die Stimme einer Frau.
Der Schmied lachte nur und hielt sich dabei den Bauch.
»Er ist mein Drache.«, sagte er schließlich.
»Er wird mir für immer helfen, meine Eisen zu schmieden. Ich werde ihn nie ziehen lassen.«
In diesem Moment zogen die Verkleideten ihre Kapuzen zurück. Darunter kamen die Köpfe von Drachen zum Vorschein.
»Du lässt ihn gehen.«, befahl die Drachenfrau ein weiteres Mal. »Wenn du nicht auf uns hörst, werden wir dein Haus niederbrennen.«
Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, spuckte sie eine kleine Flamme auf einen an der Wand hängenden Mantel, der innerhalb weniger Sekunden spurlos verbrannte.
Der Schmied bekam es mit der Angst zu tun. Er ließ seinen Hammer fallen und flüchtete, so schnell er konnte, durch den Hinterausgang und wurde von da an nie wieder gesehen.
Dimitri konnte sein Glück noch gar nicht glauben. Er war doch nicht der letzte Drache der Welt.
»Du kannst jetzt mit uns kommen.«
Die Drachenfrau reichte ihm die Hand und führte ihn nach draußen auf die Straße. Dort warteten bereits eine große Menge Drachen auf ihn.
»Wir sind auf dem Weg in ein neues Land, in dem wir unter uns sein werden. Nach und nach holen wir alle Drachen zusammen und befreien sie aus ihrer Gefangenschaft bei den Menschen.«
Dimitri war froh, dass sein Leben nun endlich erfüllt sein würde. Zur Feier des Tages spie er die größte Flamme seines Lebens gen Himmel und die anderen Drachen taten es ihm gleich.

(c) 2009, Marco Wittler

Die erste Geschichte von Dimitri befindet sich hier. Eine Weitere findest du auf dieser Seite.

143. Flugverbot

Flugverbot

Drago stieß bei seinem Sturzflug durch die Wolkendecke und sah nun plötzlich den Erdboden unter sich. Er sauste in einer kreisenden Bewegung immer tiefer, machte Purzelbäume und Loopings. Erst kurz vor dem Boden zog er wieder hoch und flog erneut in die Wolken hinein.
Nur einen Augenblick später sauste Ador aus ihnen hinaus. Schnell wie ein Pfeil raste er auf einen Wald zu, zwischen dessen Bäumen er nun verschwand und nicht mehr auftauchte.
Drago sah vorsichtig aus den Wolken hervor.
»Ador? Wo bist du denn? Wie soll ich dich jemals fangen, wenn du dich immer versteckst.«
Langsam kam er hervor und ließ sich zur Erde nieder. Sein Kopf wandte sich in alle Richtungen, um den Freund doch noch aufzuspüren.
»Dieser Adler spielt ständig mit fiesen Tricks. Das ist so unfair. Ich hätte ihm schon längst die Freundschaft gekündigt, wenn mir unser Spiel nicht so viel Spaß machen würde.«
Nachdem er den Wald hinter sich gelassen hatte, flog er auf ein Gebirge zu.
Auf diesen Moment hatte Ador nur gewartet. Fast lautlos breitete er seine Schwingen aus und schwang sich zurück in die Lüfte. Er kam seinem Freund immer näher und zwickte ihn schließlich in den Schwanz.
»Du bist und bleibst ein ziemlich langsamer und unaufmerksamer Drache. Ich habe schon wieder gewonnen.«
Drago ärgerte sich. Schon wieder war er in die Falle getappt.
»Aber dann muss ich dich ja noch einmal suchen und fangen.«
Ador nickte.
»Na gut. Das ist aber das letzte Mal für heute. Und dieses Mal ist der Wald tabu. Keine Verstecke mehr.«
Der Adler nickte erneut, hatte aber schon eine neue Schandtat im Kopf.
Drago ließ sich auf einer kleinen Waldlichtung nieder, schloss die Augen und begann zu zählen, während Ador in den Wolken verschwand.
»…, neunundneunzig, einhundert. Ich komme!«
Der Drache  begann mit den Flügeln zu schlagen und verlor kurz darauf den Boden unter den Füßen. Er hob ab und flog in die Wolken hinein.
»Jetzt bist du dran. Sobald du hier raus kommst werde ich dich jagen, bis du nicht mehr kannst.«
Das ließ sich der Adler natürlich zweimal sagen. Er legte die Flügel eng an seinen Körper und sauste wieder wie ein Pfeil Richtung Erde und auf ein kleines Dorf zu.
»Was hat er denn nun wieder vor?«, fragte sich Drago und nahm die Verfolgung auf.
Zuerst sah es sehr gut für den Drachen aus. Er holte Meter um Meter auf. Schon wähnte er sich als Gewinner. Doch dann wurden alle seine Hoffnungen zerstört, als er ein Schild sah.
›Über diesem Dorf gilt ein Drachenflugverbot‹, stand dort in großen roten Buchstaben zu lesen.
»Oh nein, das darf doch nicht wahr sein. Wie soll ich denn dann den Adler fangen?«
Drago erinnerte sich an die letzte Drachensitzung, in der über die neuen Flugverbotszonen diskutiert worden war. Die Menschen fühlten sich vor allem in der Nacht durch den Lärm schlagender Flügel gestört. Aus diesem Grund waren die neuen Schilder aufgestellt worden. Wenn sich ein Drache nicht daran hielt, konnte er damit rechnen, von der Polizei einen Strafzettel zu bekommen.
»Das ist schon wieder unfair.«, rief Drago dem Adler hinterher und machte sich auf den Weg um das Dorf herum.
Ador hatte es sich allerdings auf dem Kirchendach gemütlich gemacht und konnte nun nicht mehr gefangen werden.
»Das nennt man Intelligenz. Ich bin halt viel schlauer aus du.«, rief er seinem Freund noch nach.
Drago war sauer. Wieder einmal hatte die Falle zugeschnappt.
»Wenn ich ihn jetzt nicht einfangen kann, muss ich heute den Abwasch machen. Das lasse ich auf keinen Fall zu. Aber wie stelle ich das nur an?«
Während er seine Kreise um das Dorf zog, entdeckte er einen Mann mit einer großen Leiter, der sich gerade einem der schilder näherte. Er stellte seine Leiter, kletterte daran hinauf und schraubte das Schild ab.
»Was machst du da?«, fragte Drago neugierig.
»Ich entferne die Flugverbotsschilder.«, kam sofort als Antwort.
»Der König unseres Nachbarlandes kommt Morgen zu Besuch und bringt seine drei Hausdrachen mit. Unser Bürgermeister hat daher entschieden, dass für eine Woche das Flugverbot aufgehoben wird.«
»Das klingt ja sehr interessant.«, murmelte der Drache vor sich hin.
Er setzte sich auf einen kleinen Hügel in der Nähe und wartete darauf, bis alle Schilder entfernt worden waren.
»Nun bist du dran.«, sagte er leise, während er wieder mit den Flügel zu flattern begann.
Er flog ganz dicht über den Boden entlang und achtete ganz genau darauf, dass er vom Kirchdach aus nicht gesehen werden konnte. Als er in der Mitte der Dorfes ankam, flog er einen Kreis um das Gotteshaus herum und schwang sich dann von hinten zum Dach empor.
Lautlos landete er hinter dem Adler und packte ihn schließlich mit seinen großen Pranken.
»Jetzt habe ich dich doch noch erwischt. Du hast verloren und musst heute Abend den Abwasch machen. Endlich darf ich auch einmal die Füße hoch legen.«
Schon wollte sich Ador beschweren.
»Aber du darfst hier doch gar nicht fliegen. Du hast die Regeln gebrochen.«
Drago schüttelte den Kopf und holte eine Zeitung hervor, die er ein paar Minuten zuvor bei seinem Anflug an einem Kiosk mitgenommen hatte. Auf der Titelseite war in großen Buchstaben zu lesen, dass das Flugverbot für Drachen mit sofortiger Wirkung für eine Woche aufgehoben sei.
»Du meine Güte. Ich sollte vielleicht öfters meinen Schnabel in die Zeitung stecken.«, bedauerte sich der Adler selber und bereitete sich gedanklich vor, das Geschirr zu spülen.

(c) 2008, Marco Wittler

029. Bronti und der Drache

Bronti und der Drache

Vor langer Zeit, als die Menschen die Erde noch nicht für sich erobert hatten, lebten auf ihr die Dinosaurier. Ihr Leben war gar nicht so anders, als später das unsrige. Aber dafür sahen sie ganz anders aus. Vom Äußeren glichen sie den heutigen Eidechsen und Krokodilen, denn auch sie waren Reptilien. Es gab sie sogar in vielen verschiedenen Größen und Formen. Manche waren so klein, dass du sie ganz locker in einer Handtasche verstecken könntest, andere wiederum so riesig, dass sie so gerade eben in einer Turnhalle Platz fänden. Und weil die Haut von jedem eine ganz andere Farbe, als die seiner Artgenossen hatte, gab es keine zwei Dinos, die sich zum Verwechseln ähnlich sahen.
Auch, wenn es sich nun so anhört, als wäre ein Zusammenleben zwischen so verschiedenen Sauriern sehr schwierig und voller Probleme, funktionierte der Alltag viel besser als heute bei uns. Busse, Straßenbahnen und Züge gab es in unterschiedlichen Größen und neben riesigen Gebäuden, in denen zwei Dinos lebten, standen kleine Häuser, in denen gleich hundert andere Platz fanden. Nur auf den Straßen musste man aufpassen, dass man als Kleinsaurier nicht von einem Riesen versehentlich zertreten wurde.
Einer von diesen sehr großen Exemplaren war Bronti. Er hatte große Säulenfüße wie ein Elefant, einen sehr langen Hals wie eine Giraffe, einen dickeren Bauch als ihn jeder Eisbär jemals haben konnte und einen Schwanz der länger war als jede Schlange, die in dieser Stadt lebte. Na ja, jedenfalls würde er irgendwann einmal einer von den ganz großen werden, denn im Moment war er noch ein Kind, aber trotzdem schon viel größer als die anderen aus seiner Schulklasse.
Das war auch der Grund, warum Bronti keine Freunde hatte. Alle anderen gingen ihm aus dem Weg. Niemand wollte etwas mit ihm zu tun haben. Die fiesesten unter ihnen beschimpften ihn sogar als dicken fetten Tollpatsch. Beim Sport war es immer am Schlimmsten. Niemand wollte ihn in seine Mannschaft wählen. Selbst für die Position des Torwartes nahm ihn niemand, weil alle dachten, dass er alle Bälle beim Fangen sofort zum Platzen bringen würde. Und so verbrachte er jeden Tag ganz traurig und alleine.
Eines Tages war die ganze Stadt in heller Aufregung. Im nahen Wald hatte jemand einen Drachen gesehen. Nun muss man aber wissen, dass jeder Drachen kannte. Sie sahen riesig aus, hatten lange scharfe Zähne, zwei große Flügel auf dem Rücken. Aber kein einziger Saurier hatte jemals einen zu Gesicht bekommen. Man kannte sie nur aus Legenden und Geschichten, aber selbst die schlauesten Wissenschaftler und Forscher trauten sich nicht zu sagen, dass es keine Drachen gab. Es hätte ja doch einmal einer vorbei kommen und das Gegenteil beweisen können. Und nun schien es tatsächlich so weit zu sein. Es konnte nur noch wenige Tage dauern, bis das Ungetüm durch die Strassen wüten würde.
König Raptor lies sofort alle Wachtposten an der Mauer verdoppeln und versetzte seine Soldaten in Alarmbereitschaft. Der Drache sollte es erst gar nicht bis hinter die Stadtmauer schaffen. Doch das war leichter gesagt, als getan, denn schon am nächsten Morgen war es so weit.
Unter lautem Gebrüll und in einem heißen Flammenmeer gebadet, kam das Monstrum aus dem Wald. Die Wachtposten und Soldaten packte die Angst und sie alle Liefen nach Hause und versteckten sich unter ihren Betten. Nun war die Stadt schutzlos.
Der Drache ging Schritt für Schritt durch die langen Straßen. Immer wieder brüllte er umher um den Dinos Angst zu machen. Seine langen, scharfen Zähne glänzten bedrohlich. In der aufgehenden Sonne und mit seinem Feuer brannte er ein paar leer stehende Holzhütten nieder. Niemand traute sich, sich ihm in den Weg zu stellen. Jeder hatte Angst um sein Leben. Und so passierte es, dass das Ungetüm ungehindert bis in die Saurierschule kommen konnte.
Die Kinder und Lehrer hatten noch gar nichts von der drohenden Gefahr mitbekommen und waren sehr überrascht und erschreckt, als die brennende Eingangstür mit einem lauten Krachen aufflog und der Drache hinein stürmte.
Alle hatten große Angst, denn keiner wusste, was nun passieren würde.
Der Eindringling jedoch wusste genau, was er tat. Er schnappte sich eine ganze Schulklasse samt Lehrer und trieb sie vor sich her, direkt in die große Schwimmhalle hinein. Dort nahm er sie als Geiseln und verlangte die Tochter des Königs zur Frau, sonst würde er alle gefangenen Kinder auffressen.
Die kleine Prinzessin Stego erschrak, als sie davon erfuhr. Sie wollte auf keinen Fall einen so feurigen Ehemann haben. Genauso dachte auch der König. Doch blieb ihm keine andere Wahl, als sein geliebtes Töchterchen gegen das Leben der vielen Kinder einzutauschen.
Während die jedoch auf dem Weg zur Schule waren, passierte etwas völlig Unvorhergesehenes und der Schwimmhalle.
Einer von den Gefangenen war Bronti. Er hatte nicht ganz so viel Angst vor dem Drachen, denn er wurde auch hier die ganze Zeit von seinen Mitschülern geärgert und beschimpft. Sie sagten, dass er bestimmt der erste wäre, der gefressen würde, weil er so dich und fett wäre, genau das Richtige für einen hungrigen Drachen. Aber Bronti wollte nicht als Frühstück enden. Deswegen versteckte er sich ganz oben auf dem Sprungturm, als das Monstrum gerade aus dem Fenster sah, um nach der Prinzessin Ausschau zu halten.
Als er sich dann wieder umdrehte, brüllte er ganz laut, weil seine zukünftige Braut noch immer nicht da war und er nun stattdessen das erste Kind fressen wollte. Er lies seine riesigen Zähne aufblitzen und packte sich einen kleinen Saurier, der vor ihm am Boden saß und weinte.
Doch kurz bevor dieser gefressen wurde, packte Bronti all seinen Mut zusammen und machte einen Hüpfer nach unten. Mit einem kräftigen Bauchklatscher landete er im Schwimmbecken. Dabei spritzte so viel Wasser hoch, dass alle Dinos und auch der Drache nass wurden.
Die Saurier mussten sich nur das Wasser abschütteln, doch das Ungetüm hatte es viel schlimmer getroffen. Denn auf einmal ging sein Feuer nicht mehr an. Es war durch Brontis Idee gelöscht worden. Als Nächstes fielen ihm seine vielen Zähne heraus, welche gar nicht wirklich echt gewesen waren. Dahinter kamen zwei ganz kleine Saurier zum Vorschein, die ein nassen Päckchen Streichhölzer in den Händen hielten. Es war alles nur ein ganz gemeiner Trick gewesen. Zum Schluss fielen noch die durchweichten Flügel vom Rücken, die nur aus Pappe bestanden.
Nun konnte jeder sehen, wer sich da verkleidet hatte. Es war ein uralter Tyrannosaurus Rex, ein alter Mann, den sie alle kannten und der immer nur schlimme Sachen im Kopf hatte. Doch diesmal war es wirklich sehr böse gewesen.
Der König, der mittlerweile auch eingetroffen war, lies den Übeltäter sofort festnehmen und einsperren. Die Prinzessin war so glücklich, dass sie nun nicht mehr heiraten brauchte, dass sie Bronti als Helden des Landes bezeichnete und ihm einen dicken Kuss auf die Wange gab.
Und Bronti selber brauchte sich nun nicht mehr darum kümmern, von allen beschimpft oder ausgelacht zu werden. Von nun an war er ein Held und alle anderen in der Schule wollten seine Freunde sein.

 (c) 2005, Marco Wittler